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04.05.2026 | (rsn) – Licht und Schatten prägten das Wochenende der deutschen Kontinental-Teams. Während gleich vier Mannschaften beim schweren GP Vorarlberg im Einsatz waren und dort zwei Top-Ten-Platzierungen errangen, hatte Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur bei der Tour de Bretagne mit Verletzungspech zu kämpfen.
Gleich vier deutsche Kontinental-Teams stellten sich am Freitag der Herausforderung beim bergigen und hochkarätig besetzten GP Vorarlberg (UCI 1.2) in Österreich. Die beste Platzierung fuhr dabei Jermaine Zemke für Rembe - rad-net ein. Auf der schweren Zielrunde behauptete er sich in der entscheidenden Spitzengruppe und sprintete auf den starken sechsten Rang.
Überschattet wurde das Rennen für seine Mannschaft jedoch von einem Sturz, in den Moritz Binder und Julian Borresch verwickelt waren. Binder zog sich dabei eine Schlüsselbeinfraktur zu und wurde noch am selben Tag in Bludenz operiert.
Ebenfalls in die Top Ten schaffte es der Spanier José María García für das bayerische Team MaxSolar - Raymon. "Im Finale haben wir uns darauf konzentriert, dass García bei den Favoriten mitfährt. Das hat sehr gut geklappt und mit Platz zehn können wir als junges Contiteam sehr zufrieden sein", gab Teamchef Christian Kargl zu Protokoll.
Zuvor hatten bereits Jan Münzer (MaxSolar - Raymon) und Luis Strasser (Run & Race - Solarpur) das Rennen in der Fluchtgruppe des Tages mitbestimmt. Strasser zeigte sich besonders offensiv und wurde schließlich als aktivster Fahrer ausgezeichnet. Sein Teamkollege, der Schweizer Andrin Züger, hielt lange in der vorderen Gruppe mit, erreichte nach Krämpfen im Finale aber den 21. Platz, während Bastian Dietel in die Top-30 fuhr.
Für das Team Benotti - Berthold war das schwere Rennen in Nenzing derweil ein wichtiger Lernprozess. "Man könnte von einem kleinen Rückschritt reden, was aber völlig normal ist in so einem Prozess. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass das auch immer Fortschritt bedeutet“, führte Teamchef Lars Wackernagel aus. Positiv hob er die anschließende interne Analyse seiner Fahrer hervor: "Ein absoluter Fortschritt war, dass die Jungs komplett ohne mein Dazutun von außen das Rennen richtig analysiert und eine schamlose Kritik untereinander besprochen haben. Mein Zutun war überhaupt nicht nötig. Wir sind weiterhin auf dem richtigen Weg und werden weiter wachsen und gedeihen."
Zwei Tage nach dem Einsatz in Vorarlberg war MaxSolar - Raymon bereits wieder in Österreich bei den Erlauftaler Radsporttagen in Wieselburg am Start. Luke Meyer-Eland schrammte dort nach 170 Kilometern nur knapp am Podium vorbei und fuhr auf einen starken vierten Rang. In einem harten Ausscheidungsrennen schaffte er den Sprung in die entscheidende Gruppe und hielt sich im Finale wacker.
"Es war von Anfang an ein sehr hartes Rennen, in dem viel attackiert wurde", bilanzierte Kargl. "Luke war am Ende zu dritt mit Vorsprung auf die Verfolger unterwegs. Da haben wir wieder eine Top-Platzierung eingefahren und sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir sind bisher jede Woche in den Top Ten oder am Treppchen.“
Weit entfernt vom Renngeschehen in Österreich trat die Equipe Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur mit großen Ambitionen bei der Tour de Bretagne an. Nach dem starken Auftritt im Vorjahr ruhten die Hoffnungen auf dem Luxemburger Alexander Kess. "Physisch hätte es trotz seiner langen Verletzungspause gereicht, er hatte große Ambitionen", erklärte der Sportliche Leiter Torsten Schmidt im Gespräch mit RSN. "Doch leider war er auf der dritten Etappe fünf Kilometer vor dem Ziel in einen Sturz verwickelt." Kess verlor entscheidend Zeit für das Gesamtklassement. "Die Moral ist trotz des Sturzes, der quasi unsere GC-Träume begraben hat, aber nicht gesunken, sondern vielmehr noch gestiegen."
Mit breiter Brust in Frankreich: Das Team Lotto - Kern-Haus - Outlet Montabaur bestimmte bei der Tour de Bretagne phasenweise das Tempo im Peloton. | Foto: CA Photographies
Stattdessen fuhr die Mannschaft für Arno Wallenborn, der das siebentägige Rennen auf dem 17. Gesamtrang beendete. "Arno hat mega gekämpft, doch die Rennsituation wurde von den führenden Teams sehr professionell kontrolliert, sodass es zu keinen überraschenden Momenten kam“, so Schmidt weiter.
Auch Joshua Huppertz zeigte sich auf der vorletzten Etappe kämpferisch als Ausreißer und wurde erst auf der Zielgeraden gestellt. Schmidt resümierte stolz: "Die Jungs haben gekämpft und sich anständig verkauft.“ Beim niederländischen Eintagesrennen Ronde van Overijssel belegte Jonathan Malte Rottmann zudem den neunten Platz, direkt vor Lennart Voege vom Team Storck - MRW Bau auf Rang zehn.
Für einen weiteren Top-Ten-Platz für Storck - MRW Bau sorgte an diesem Wochenende Paul Keller, der beim belgischen Eintagesrennen Omloop van het Waasland auf den sechsten Rang sprintete.