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04.05.2026 | (rsn) - Die deutschen Kontinentalt-Tams haben bei der Gracia Orlova (2.2) eindrucksvoll ihre Form unter Beweis gestellt. Vor allem die Fahrerinnen der Wheel Divas und Rembe – rad-net women überzeugten mit mehreren Top-Ten-Platzierungen sowohl auf Etappen als auch im Gesamtklassement. Besonders hervorzuheben ist hier Stephanie Meder (Wheel Divas), die auf der 3. Etappe den Sieg im Zeitfahren holte – und das bei ihrem ersten Zeitfahren überhaupt.
Für die Wheel Divas war die Rundfahrt durch Tschechien ein wichtiger Härtetest – und der verlief aus Sicht von Stephanie Meder äußerst erfolgreich. "Wir waren super motiviert bei der Hinfahrt", berichtete sie. Bereits auf der 1. Etappe habe sich das Team gut positioniert und Meder landete auf Rang vier im Bergfinale.
Auf der anspruchsvollen 2. Etappe wurde der offensive Plan dann aber durchkreuzt: "Am zweiten Tag, eigentlich die Königsetappe, wollten wir richtig angreifen. Leider war die Etappe von vielen Stürzen geprägt", erzählte Meder. Bei der Bergankunft auf dem Pustevny erreichte Meder den neunten Rang – 28 Sekunden hinter der vierköpfigen Spitzengruppe.
Ihre ganze Stärke spielte sie schließlich im Einzelzeitfahren aus. "Ich kann es noch nicht ganz fassen: mein erstes Zeitfahren und direkt gewonnen", staunte die 31-jährige. "Es war meine vielleicht fünfte Fahrt auf dem TT-Bike, also alles andere als perfekte Voraussetzungen. Umso mehr bedeutet mir dieser Sieg."
Auch wenn die Entscheidungen im Gesamtklassement nach dem Zeitfahren bereits weitgehend gefallen waren, blieb die Mannschaft stabil: "So sind wir bei der 4. Etappe alle im Hauptfeld angekommen." Besonders hektisch verlief das Finale: "Der letzte Tag war nochmal sehr schnell. Viele Attacken, viele Stürze, aber von uns sind alle gut ins Ziel gekommen.“ Entsprechend zufrieden fiel Meders Fazit aus: "Im Gesamtklassement sind wir Vierte, was ein absoluter Erfolg ist. Für die erste Rundfahrt der Saison mit neuen Fahrerinnen ist das richtig gut!"
Auch bei Rembe – rad-net women überwog trotz kleiner Rückschläge die Zufriedenheit. Selma Lantzsch zog gegenüber RSN ein insgesamt positives Resümee, ließ aber auch erkennen, dass mehr möglich gewesen wäre: "Wir waren grundsätzlich schon zufrieden, wie es gelaufen ist. Gerade auf den ersten Etappen hätten wir uns aber schon gewünscht, dass vielleicht ein Podium drin gewesen wäre."
Besonders knapp verpasste Teamkollegin Karoline Goldschmidt im Zeitfahren eine Podiumsplatzierung: "Für Karo war es leider ultra knapp im Zeitfahren mit nur vier Zehnteln zu Platz drei, das war ärgerlich", so Lantzsch. Auch eine kuriose Szene am Samstag kostete eine bessere Platzierung: "Auf der Nachmittagsetappe wollten wir für Hannah den Sprint fahren, aber auf einmal stand 1000 Meter vor dem Ziel ein Feuerwehrauto auf der Straße und wir haben uns komplett verloren."
Rembe – rad-net women überzeugte mit konstant guten Platzierungen. | Foto: Dominik Stuchlik
Dennoch konnte Rembe - rad-net wichtige Erfolge verbuchen. "Wir sind happy, dass wir die Teamwertung gewinnen konnten und wie wir uns nach den paar Rennen bisher zusammengefunden haben", betonte Lantzsch. In der Gesamtwertung belegte Goldschmidt Rang sechs, während Lantzsch auf Platz acht landete.
Einen etwas anderen Fokus verfolgte das junge LKT-Team, das die Rundfahrt gezielt als Entwicklungsplattform nutzte. Der Sportliche Leiter Olaf Janson erklärte gegenüber RSN: "Wir haben die Rundfahrt für unsere jungen Fahrerinnen geplant und waren mit vier erstjährigen Elitefahrerinnen am Start." Entsprechend seien die Erwartungen bewusst niedrig gehalten worden: "Somit war uns klar, dass wir kein Top-Resultat erwarten können."
Eine Rundfahrt zum Lernen: Laura Nollau (LKT) bei ihrer ersten Etappenfahrt im Elitebereich. | Foto: Olaf Janson
Trotz schwieriger Vorbereitung, in der einige Fahrerinnen von Infekten heimgesucht worden waren, zog Janson eine positive Bilanz: "Insgesamt kann man das Rennen doch als gut verbuchen, da sich alle während der Rundfahrt gesteigert haben." Auch die Rückmeldungen aus dem Team seien durchweg positiv gewesen: "Die Sportlerinnen waren auch zufrieden." Einzig der Ausfall von Jette Jäger nach einem Sturz trübte das Gesamtbild etwas.
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben richtet sich der Fokus nun nach vorn: "Bei der kommenden Bundesliga wollen wir wieder aktiver ins Renngeschehen eingreifen können und das hier Gelernte dann umsetzen", so Janson.