Der Lack ist ab

So kratzt das Poels Rose Shave FFX am Gewichtslimit

Von Christoph Matt

Foto zu dem Text "So kratzt das Poels Rose Shave FFX am Gewichtslimit"
eim sehr bunten Auftritt der Unibet - Rose - Rockets ist das schwarze Fahrrad fast schon auffällig. | Foto: Unibet - Rose - Rockets / Joren Benjamins

13.05.2026  |  (rsn) - Die früher gern geführte Diskussion über das UCI-Gewichtslimit von 6,8 Kilo ist seit der Einführung der Scheibenbremse im Profiradsport etwas eingeschlafen. Räder mit Scheibenbremsen sind grundsätzlich schwerer und der Trend zu Aero-Modellen führt auch zu keiner Gewichtskur, da deren Rohrprofile meist ebenfalls mehr wiegen als ihre früheren Rundrohr-Pendants. Dazu kommen breitere Felgen und Reifen, die zwar mehr Sicherheit, aber ebenfalls Gewicht bringen.

Auch wenn Hersteller bei neuen Modellen oft Gewichte unter 6,8 Kilo angeben, sind diese Werte selten fahrfertig gemessen. Pedale, Flaschenhalter oder Computerhalterung kommen da noch hinzu. Manche Hobbyschrauber werden nun einwerfen, dass ihr persönliches Schmuckstück das UCI-Limit locker knackt. Diese Räder müssen jedoch keinen Rennalltag im WorldTour-Peloton aushalten.

Darum war schon das Rad von Petra Stiasny (Human Powered Health) bemerkenswert, mit dem sie die Angliru-Etappe der diesjährigen Vuelta Femenina gewonnen hatte. Ihr Factor O2 VAM brachte 6,85 Kilo auf die Waage, also nur 50 Gramm über dem Limit. Die 1,60 Meter große Schweizerin profitiert dabei natürlich von einem kleinen Rahmen ihres reinen Kletterbikes und zudem sehr niedrigen Laufrädern.

Noch beeindruckender ist deshalb das Rose von Wout Poels (Unibet - Rose - Rockets). Sein Shave FFX kommt ebenfalls auf 6,85 Kilo. Der Niederländer ist jedoch 1,88 Meter groß und sein "Dienstfahrzeug" kein kompromissloses Kletterrad, sondern ein kantiger Aero-Allrounder.

Kein Schutz gegen Strahlen und Steine

Um das Gewicht für den Ausreißspezialisten zu drücken, verzichtet Rose deshalb komplett auf Lack, was doch recht ungewöhnlich ist. Für besonders schwere Bergetappen sieht man öfter Rahmen mit nur einer dünnen Klarlackschicht. Ganz auf den Schutz gegen UV und Steinschlag wird aber selten verzichtet: Bei einer dünnen Lackierung spart man damit rund 100 Gramm.

Für Poels Rose-Rad musste nur an den Stellen, wo die UCI-Plaketten die Regelkonformität bestätigen, nach Vorgaben des Weltverbands überlackiert werden. Ansonsten bleibt der Rahmen im schwarzen Carbon-Look und erstaunlich unauffällig.

Das einzig gestalterische Element sind sehr dezente Sticker am Rahmen. | Foto: Unibet - Rose - Rockets / Joren Benjamins

Die einzige weitere auffällige Maßnahme für das Leichtgewicht sind die etwas flacheren 35-Millimeter-Laufräder. Die Reifen bleiben mit 30 Millimetern vergleichsweise breit, gefahren werden sie aber nicht Tubeless, sondern mit TPU-Schläuchen. Ansonsten musste sich das Rad für sein Gewicht nicht allzu sehr verbiegen, verbaut sind eine serienmäßige SRAM RED AXS und die handelsüblichen Anbauteile von Rose.

In Team-Livree und mit den üblichen Laufrädern bringt sein Renner laut Rose 7,2 Kilo auf die Waage. Zum Test wurde das Rad auch mit einem 1x-Setup aufgebaut und wog damit verboten leichte 6,77 Kilo.

Wout Poels hofft, beim diesjährigen Giro den Hattrick aus Etappensiegen bei allen drei Grand Tours zu vollenden. Am passenden Werkzeug sollte es auf jeden Fall nicht scheitern.

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