RSNplusGewinner und Verlierer der 7. Giro-Etappe

Leistungscheck der Klassementfahrer am Blockhaus

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Leistungscheck der Klassementfahrer am Blockhaus"
Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) war am Blockhaus das Maß aller Dinge. | Foto: Cor Vos

15.05.2026  |  (rsn) – Der Blockhaus war der erste echte Test dieses 109. Giro d’Italia (2.UWT). Und wie das bei Tests so ist, bestehen einige mit Bravour, während andere durchfallen. RSN wirft einen Blick auf die Klassementfahrer der ersten Grand Tour des Jahres. 

Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) hat auf der 7. Etappe genau das getan, was alle von ihm erwartet hatten: Er hat am Blockhaus alle Gegner distanziert und das Grand-Tour-Triple an Tagessiegen perfekt gemacht. Der Däne kann also sehr zufrieden auf den ersten Test zurückblicken, muss sich allerdings eingestehen, dass Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) deutlich mehr Widerstand geleistet hat als erwartet wurde. 

Der Österreicher kam dem Top-Favoriten im Finale sogar immer näher und büßte letztendlich nur 13 Sekunden ein. Gall will aufs Giro-Podium, diese Ambitionen hat er untermauert, er ist neben dem Etappensieger der zweite große Gewinner des Tages.

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Zwei weitere Fahrer, die äußerst zufrieden über ihre Leistung sein dürften, finden sich hinter den beiden Red-Bull-Fahrern Jai Hindley und Giulio Pellizzari, die ungefähr das geleistet haben, was man erwarten konnte und etwas mehr als eine Minute verloren haben.

Der zuletzt immer sehr wechselhaft auftretende Ben O’Connor (Jayco – AlUla) zeigte eine starke Leistung, blieb am Raublinger Duo dran und könnte erstmals seit 2024 in Richtung Grand-Tour-Top-Ten unterwegs sein. Als Sechster erreichte bei seiner ersten dreiwöchigen Rundfahrt Mathys Rondel (Tudor) das Ziel mit 1:29 Minuten Rückstand. Damit war der Franzose 15 Sekunden schneller als sein etatmäßiger Kapitän Michael Storer.

Felix Gall (Decathlon - CMA CGM) überzeugte als Zweiter. | Foto: Cor Vos

Zufrieden zeigte sich auch Derek Gee-West (Lidl – Trek) mit seinem achten Platz und 1:42 Minuten Rückstand. Der Kanadische Meister hatte recht früh abreißen lassen müssen. “Ich habe zum Schluss noch viele Fahrer eingeholt. Ich musste mein eigenes Tempo finden, weil zu Beginn des Finales so schnell gefahren wurde. Dafür war es wegen eigentlich nicht der beste Berg, weil er so offen für den Wind ist.“ Der Vorjahresvierte rettete sich achtbar ins Ziel und ist so noch in Lauerstellung. “Ich fühle mich jeden Tag etwas besser. Wenn sich das die nächsten zwei Wochen so fortsetzt, sieht es gut aus“, meinte Gee gegenüber Eurosport.

Arensman und Eulalio

Ganz ohne zählbares Resultat aus diesem oder dem letzten Jahr kam Jan Hirt (NSN) zum Giro. Der 35-Jährige, der die Italien-Rundfahrt 2024 noch als Achter beendete, darf auf Rang elf deswegen als Überraschung des Tages betrachtet werden. Schwieriger ist es, die Leistung von Thymen Arensman (Netcompany – Ineos) einzuordnen. Der Niederländer kam zwar 29 Sekunden vor dem Tschechen an, will aber aufs Podium. Dafür scheint der Auftritt nicht gut genug, doch der 26-Jährige hat traditionell Probleme mit der ersten Woche und vor allem der ersten Bergetappe. Ihn hat es dort schon deutlich schlimmer erwischt. Wenn man Afonso Eulalio (Bahrain Victorious) rausrechnet, liegt Arensman 42 Sekunden hinter dem Podium.

Afonso Eulalio bekam wertvolle Hilfe von seinem Teamkollegen Damiano Caruso. | Foto: Cor Vos

Der Portugiese im Rosa Trikot selbst zeigte eine durchwachsene Leistung. “Wir wussten, dass wir heute Zeit verlieren werden. Mit diesen drei Minuten ist aber alles okay. Ich hatte gehofft, dass es etwas besser werden würde“, urteilte er am Eurosport-Mikrofon. Weil er erst im zweiten Jahr Profi ist, wird der 24-Jährige noch unterschätzt. Bei RSN wurde er schon vor dem Beginn des Giro als mögliche Überraschung getippt.

Die Verlierer der Blockhaus-Etappe

Überraschend schlecht lief es bei Egan Bernal (Netcompany – Ineos), auch wenn sich das beim Kolumbianischen Meister auf der Potenza-Etappe schon angedeutet hatte. Der Ex-Giro- und Toursieger musste früh reißen lassen, berappelte sich immerhin noch einigermaßen und begrenzte den Schaden als 21. auf 2:57 Minuten. Das genügt seinen eigenen Ansprüchen aber keineswegs.

Enric Mas (Movistar) hatte keinen guten Tag. | Foto: Cor Vos

Zusammen mit Bernal ging Enric Mas über Bord. Der Movistar-Kapitän bewies erneut, dass Grand Tours für ihn nur in Spanien funktionieren. Seit 2021, als er Sechster der Tour wurde, fährt Mas in Italien und Frankreich Erfolgen hinterher. Der 31-Jährige hat 2026 noch kein nennenswertes Soloergebnis erzielt, bekam, als er reißen lassen musste aber trotzdem Javier Romo, Einer Rubio und Juan Pedro Lopez zur Seite gestellt. Dennoch verlor er 5:47 Minuten.

Johannes Kulset (Uno-X Mobility) hatte angekündigt, bei dieser Italien-Rundfahrt die Top Ten angreifen zu wollen. Platz 25 und 4:24 Minuten Rückstand sind für den 22-Jährigen ein Reality-Check. Der hatte sich allerdings schon angedeutet, als Kulset nach Potenza als Ausreißer mehr als drei Minuten auf Eulalio verlor. Auch der umworbene Lennert Van Eetvelt (Lotto – Intermarché) wollte ein gutes Klassement einfahren. Der Belgier büßte 3:47 Minuten ein, nachdem er auf der 2. Etappe bei Vingegaards ersten Angriff nach Veliko Tarnovo noch zu den stärksten Drei gehört hatte.

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