Nur Vingegaard am Blockhaus stärker

Gall machte den ersten Schritt in Richtung Giro-Podium

Von Matthias Seng

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Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) | Foto: Cor Vos

15.05.2026  |  (rsn) – Vor dem Start der 7. Giro-Etappe in Formia war Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) guter Dinge. “Ich freue mich, dass es endlich losgeht“, sagte der Österreicher gegenüber Eurosport und meinte damit die erste Bergankunft der diesjährigen Italien-Rundfahrt, an der die Favoriten im Kampf ums Rosa Trikot gefragt waren. Genau genommen gibt es nach allgemeiner Meinung zwar nur einen – nämlich Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) -, doch hinter dem Dänen spekuliert eine ganze Gruppe Kandidaten auf das Podium. 

Dazu zählte sich Gall bereits vor dem Giro-Start selber. “Die Top Ten sind inzwischen sicher nicht mehr mein Anspruch. Das wäre mir nach dem letzten Jahr zu wenig. Ich habe wieder einen Schritt nach vorne gemacht, daher ist meine Schlussfolgerung: Das Podium bei einer Grand Tour muss mein Ziel sein“, sagte der Tour-de-France-Fünfte des vergangenen Jahres im Interview mit dem “Kurier“ selbstbewusst.

Nachdem er gut durch die ersten sechs Etappen seines zweiten Giro d’Italia gekommen war, präsentierte sich der 28-jährige Osttiroler am knapp 14 Kilometer langen Schlussanstieg nicht nur in starker Verfassung, sondern wusste auch, seine Kräfte realistisch einzuschätzen. Als Vingegaard nämlich nach Vorbereitung seiner Helfer etwa zur Mitte des Berges attackierte, probierte Gall gar nicht erst, dem Tempo des zweimaligen Tour-Siegers zu folgen.

Damit lag er goldrichtig. Im Gegensatz etwa zum 22-jährigen Giulio Pellizzari (Red Bull – Bora – hansgrohe), der genau das versuchte, sich dabei aber übernahm und wieder zurückfiel, konnte Gall in seinem eigenen Rhythmus den Rückstand gegenüber Vingegaard begrenzen und machte auf den letzten Metern sogar noch ein wenig Boden gut.

“Ich habe mich gut gefühlt. Ich habe mich geärgert, dass ich nicht am Hinterrad habe dranbleiben können. Aber Pellizzari ist dann auch geplatzt und schlussendlich war es die bessere Wahl, dass ich mein eigenes Tempo gegangen bin“, sagte der Tageszweite am Blockhaus zu Eurosport, wo er auch deshalb glücklich war, weil das Wetter dann doch gehalten hatte.

“Ich bin sehr, sehr zufrieden. Es war in Bezug auf das Wetter ein entspannter Tag. Am Start hat es nicht so gut ausgeschaut, es wäre wohl ziemlich hässlich geworden, wenn wir sechs Stunden im Regen gefahren wären. So war alles okay, bis zum Finale“, sagte der Decathlon-Kapitän mit einem Lächeln, das beim Blick auf das Gesamtklassement noch breiter geworden sein dürfte.

Schließlich belegt er nach der ersten großen Kletterprüfung hinter Afonso Eulalio (Bahrain Victorious), der das Rosa Trikot verteidigte, und Vingegaard den dritten Platz, wobei sein Rückstand auf den Dänen nur 17 Sekunden beträgt. Zu Eulalio fehlen ihm 3:34 Minuten, wobei der Portugiese am Blockhaus gegenüber Gall 2:42 Minuten einbüßte. 

“Es ist der der Anfang vom Giro. Ich bin sehr glücklich und zufrieden über die erste schwere Etappe. Das gibt mir viel Selbstvertrauen“, erklärte Gall, der sich vor allem darüber freuen konnte, dass er als einziger der Klassementfahrer von Vingegaard nicht deutlich distanziert worden war.

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