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16.05.2026 | (rsn) – Vier WorldTour-Mannschaften treten bei der 108. Austragung von Rund um Köln (1.1), dem “ältesten Radrennen Deutschlands“ an. Das Rennen zählt – und das wird trotz aller Bestrebungen der Organisation auch weiterhin so bleiben – zur Rennkategorie .1. Ein anvisierter Aufstieg in die ProSeries scheitert unter anderem an den Möglichkeiten zur Übertragung im Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen. Das gaben die Organisatoren Markus Frisch und Arthur Tabat in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger an.
Trotzdem ist das Rennen von der Rhein-Metropole durch das Bergische Land auch im Jahr 2026 gut besetzt. Das liegt vor allem an Red Bull – Bora – hansgrohe. Das deutsche WorldTour-Team schickt beim Heimrennen ein Aufgebot mit gleich mehreren potenziellen Siegkandidaten nach Köln, darunter auch Danny van Poppel, Sieger der Austragung 2023.
Mit Jordi Meeus hat das Team noch einen weiteren starken Sprinter in den Reihen, der in einem Massensprint am Rhein gute Aussichten auf den Sieg hätte. Mit Laurence Pithie könnte Red Bull auch eine Karte für einen aktiveren Rennverlauf spielen. Der Neuseeländer zeigte in diesem Jahr, dass in einem Sprint aus einer kleineren Gruppe mit ihm zu rechnen ist.
Sam Bennett (Pinarello – Q36.5, Sieger 2014 und 2018) und Fabio Jakobsen (Picnic – PostNL) hoffen ebenfalls darauf, dass eine größere Gruppe mit ihnen am Ende der 191 Kilometer langen Strecke ankommt. Andere müssen an den kurzen, aber steilen Anstiegen im Bergischen Land ihre Chance suchen. Dazu zählt der Sieger von 2022, Nils Politt. Der UAE-Profi tritt bei seinem Heimspiel in diesem Jahr für ein deutsches Nationalteam an, das neben ihm auch aus Talenten wie Benedikt Benz und Louis Leidert sowie dem Gravel-Profi Paul Voß besteht.
Fred Wright dürfte die andere Karte sein, die das Pinarello-Team spielen kann. Gespannt darf man sein, was Arvid de Kleijn (Tudor) bei seinem Comeback nach mehr als sieben Monaten Rennpause zu leisten vermag. Alpecin – Premier Tech setzt wohl auf Gerben Thijssen. Die deutschen KT-Teams dürften sich vornehmlich in Fluchtgruppen in Szene setzen und werden darüber hinaus auf eine Überraschung hoffen.
Die Sieger der vergangenen beiden Austragungen sind nicht am Start: Vorjahressieger Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) fährt bei der Flèche du Sud (2.1), die niederländische Equipe schickt in diesem Jahr ihr Development-Team nach Köln. Der Gewinner von 2024, Casper van Uden (Picnic – PostNL), ist beim Giro d’Italia im Einsatz.
Die Startliste weist vier WorldTour-Teams auf, neben Red Bull sind das Alpecin – Premier Tech, Lotto – Intermarché und Picnic – PostNL, fünf ProTeams und 13 vornehmlich deutsche Kontinental-Teams zusätzlich zur Nationalauswahl. Die 157 Starter entscheiden darüber, ob es im Schatten der Kranhäuser zu einem Massensprint kommt oder nicht.
In den bisherigen vier Austragungen seit der Corona-Pandemie gab es zwei Sprintentscheidungen eines großen Feldes, den Solo-Sieg von Politt und den Sprint einer kleineren Gruppe, den van Poppel gewann. Die Streckenführung 2026 spricht tendenziell für einen Sprint.
Die 191 Kilometer führen größtenteils über altbekannte Wege des Klassikers, werden allerdings traditionell verändert miteinander kombiniert. Nach der Ausfahrt aus Köln geht es ins Bergische Land und schon früh auf einen kleinen Rundkurs mit dem Agathaberg. Zweimal wird dieser sehr steile Stich auf einer schmalen Flurstraße bewältigt – allerdings früher als häufig in den vergangenen Jahren. Die zweite Überfahrung der höchsten Stelle des Rennens wird gut 90 Kilometer vor dem Ziel erreicht sein.
Das Streckenprofil von Rund um Köln 2026 | Grafik: Veranstalter
Anschließend geht es auf einen weiteren Rundkurs, der das Feld über den Anstieg von Sand und den berühmten Kopfsteinpflaster-Anstieg zum Schloss Bensberg führt. Diese Runde endet 24 Kilometer vor dem Ziel, von dort aus geht es bergab zurück in die Millionenstadt und zur Zielgerade am Rheinauhafen. Auch nach der Kletterpartie im Bergischen bietet sich den Sprinter-Teams die Möglichkeit, entstandene Lücken wieder zu schließen.
Vieles wird davon abhängen, wie Red Bull das Rennen gestalten möchte. Auf dem Papier ist die deutsche Equipe klar am stärksten besetzt und dürfte die Kontrolle über das Renngeschehen übernehmen. Die Sportliche Leitung dürfte einen Plan in der Schublade haben, ob Meeus, van Poppel oder Pithie die erste Option im Team sein sollen. Konkurrenzlos ist die Mannschaft beim rheinischen Klassiker allerdings nicht.
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