Schwede in Ungarn mit Solosieg ins Gelbe Trikot

Etappe verkürzt: Söderqvist nutzt die unverhoffte Chance

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Etappe verkürzt: Söderqvist nutzt die unverhoffte Chance"
Jakob Söderqvist (Lidl – Trek) hat die 4. Etappe der Ungarn-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

16.05.2026  |  (rsn) – Nachdem er sich bereits an den ersten Tagen der 47. Ungarn-Rundfahrt (2.Pro) aktiv zeigte, hat Jakob Söderqvist (Lidl – Trek) auf der für die Gesamtwertung vorentscheidenden 4. Etappe zugeschlagen. Der U23-Zeitfahrweltmeister aus Schweden setzte sich über verregnete 147 Kilometer von Mohács nach Pécs an der dortigen Mini-Bergankunft als Solist durch und übernahm mit seinem ersten Saisonsieg vor der morgigen Schlussetappe auch die Führung im Gesamtklassement.

Mit 32 Sekunden Rückstand auf Söderqvist belegte der Spanier Adrian Benito (Polti – VisitMalta) den zweiten Rang. Mit weiteren neun Sekunden Rückstand folgten auf den weiteren Plätzen der Australier Luke Plapp (Jayco – AlUla), der Belgier Junior Lecerf (Soudal – Quick-Step) und der Franzose Benoit Cosnefroy (UAE – Emirates – XRG), der das Gelbe Trikot des Gesamtführenden an den Etappensieger abgeben musste.

Nach seinem ersten Sieg als Profi hat der 22-jährige Söderqvist im Klassement nun deutliche 40 Sekunden Vorsprung auf Cosnefroy. Plapp folgt auf Rang drei mit 52 Sekunden Rückstand, Lecerf ist weitere vier Sekunden dahinter Vierter.

Zwar führt die morgige 5. Etappe der Tour de Hongrie nochmals über hügeliges Terrain, doch angesichts des vergleichsweise komfortablen Vorsprungs hat der Lidl-Trek-Neoprofi nun beste Chancen auf den Gesamtsieg.

Im ersten, flacheren Streckenteil formierte sich die Ausreißergruppe des Tages. Gemeinsam mi Söderqvist und Benito setzten sich Sprinter Max Kanter (XDS - Astana), und Samuele Zoccarato (MBH Bank - CSB) ab und erarbeiteten sich einen Vorsprung von etwa zwei Minuten. Als es auf den viermal zu befahrenden Rundkurs von Pecs ging, musste Kanter am ersten Anstieg des Tages reißen lassen.

Das verbliebene Trio behauptete dagegen bis 27 Kilometer vor dem Ziel seinen Vorsprung, ehe auf dem nassen Asphalt der Abfahrt Kelland O’Brien (Jayco - AlUla) und kurz darauf Yves Lampaert (Soudal - Quick-Step) wegrutschten und unter der Leitplanke hinweg die Böschung hinabstürtzen.

Das Streckenprofil der 4. Etappe der Ungarn-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Beide Fahrer kamen ohne schlimmere Blessuren davon und rappelten sich wieder auf. Doch die Organisatoren stuften die Situation als zu gefährlich ein und verkürzten das Rennen um eine Runde.

Somit betrug die Distanz für die Spitzengruppe plötzlich nur noch fünf Kilometer – und das nutzte Söderqvist, um seine Begleiter auf dem 2,2 Kilometer langen und fast neun Prozent steilen Schlussanstieg abzuschütteln und einen ungefährdeten und vielleicht auch unverhofften Sieg einzufahren, mit dem er sich zudem das Gelbe Trikot holte.

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