Wallonie-Sprinter um Meeus und De Lie geschlagen

Oliver bringt Modern Adventure auf die Siegerliste

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Oliver bringt Modern Adventure auf die Siegerliste"
Ben Oliver fährt in Wallonien Modern Adventures größten Sieg ein. | Foto: Cor Vos

02.06.2026  |  (rsn) – Ben Oliver hat Modern Adventure den ersten Sieg auf europäischem Boden beschert. Hatte das Hincapie-Team bis dato einen 2.2-Sieg in Amerika und die Zeitfahrmeisterschaften von Neuseeland auf der Habenseite, hat der Neuseeländer bei der Tour de Wallonie (2.Pro) nun für den mit Abstand größten Erfolg der US-Mannschaft gesorgt. Oliver siegte vor Yorben Lauryssen vom Konti-Team Tarteletto – Isorex und Riley Sheehan (NSN). Der favorisierte Jordi Meeus (Red Bull – Bora – hansgrohe) ging als Fünfter leer aus und musste zudem die Gesamtführung an Oliver abtreten.

“Es fühlt sich unwirklich an, mit den Jungs den ersten Sieg in Europa zu holen“, sagte der 29-Jährige, für den es selbst der erste Profisieg war. “Wir haben uns das ganze Jahr über immer besser eingespielt, und es ist einfach toll, Teil dieses Teams zu sein.“

Das Finale in Libramont-Chevigny nach 192 Kilometern, das von Dauerregen geprägt war, erwies sich dabei offenbar als schwieriger als erwartet. Den WorldTeams um Lotto – Intermarché, NSN und Red Bull – Bora – hansgrohe gingen mehr oder weniger die Helfer aus. Davon profitierten die kleineren Teams, die sich zuvor zurückgehalten hatten. “Es war ein langer Kampf bis zur Ziellinie, leicht bergauf, und durch die Brille konnte man vor lauter Nässe fast nichts sehen. Aber wir haben einfach versucht, zusammenzubleiben, und Riley (Pickrell) und Paul (Wrigth) haben mich einen Kilometer vor dem Ziel gerettet, als ich bei einer kleinen Kollision aus dem Pedal rutschte – sie haben mich wieder ins Geschehen gebracht, und ich musste es für sie zu Ende bringen.“

Kim Heiduk (Netcompany – Ineos), der am Vortag als Dritter auf dem Podium stand, musste sich dieses Mal mit Rang neun zufriedengeben. Auch bei Ineos hatte im Finale nicht allzu viel zusmamengepasst

So lief die 2. Etappe der Tour de Wallonie

Sechs Ausreißer - aus Kontinental-Teams um Anton Lennemann (Bike Aid) – und Asbjörn Hellemose (Jayco – AlUla) - bestimmten den ersten Teil des Tages und konnten sich zunächst bis zu drei Minuten Vorsprung herausarbeiten.

An der Côte du Forneau Saint-Michel (1. Kategorie), der einzigen Bergwertung des Tages, brach die Gruppe dann auseinander, auch Lennemann gehörte fortan nicht mehr zur Spitze. Der Vorsprung der Spitze war auf weniger als zwei Minuten geschrumpft.

Das Profil der 2. Etappe der Tour de Wallonie | Foto: Veranstalter

Während das Feld auf einen drei Mal zu absolvierenden Rundkurs einschwenkte, behauptete sich Kévin Avoine (Van Rysel Roubaix) als letzter verbliebener Ausreißer – auch über einen Wolkenbruch hinaus, der um die 30-Kilometer-Marke über das Feld herzog. Als es 24 Kilometer vor dem Ende auf die letzte Runde ging, wurde dann auch der Franzose gestellt.

Der starke Regen hielt unterdessen an, mehrere Stürze waren die Folge. Am Massensprint, auf den alles hinauslief, sollte aber auch das nichts ändern. Auf den finalen Kilometern war vor allem Lotto – Intermarché für Arnaud De Lie in der Tempoarbeit, doch die Belgier verkalkulierten sich und hatten ihr Personal zu früh aufgebraucht. Cleverer hatte es Red Bull für Meeus angestellt, doch der konnte in eigentlich guter Position auf der Zielgeraden am Hinterrad von Danny van Poppel den Turbo dieses Mal nicht zünden. Sheehan war im Finale zu früh im Wind, und so war der Weg frei für Oliver.

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