--> -->

13.06.2026 | (rsn) - Isaac Del Toro (UAE - Emirates - XRG) hat die 7. Etappe der 78. Tour Auvergne-Rhone-Alpes gewonnen. Bei der schweren Bergankunft am Grand Colombier setzte er sich nach 134 turbulenten Kilometern 24 Sekunden vor seinem Ex-Teamkollegen Juan Ayuso (Lidl - Trek) durch. 38 Sekunden hinter ihm erreichten die zeitgleichen Tobias Halland Johanessen (Uno-X Mobility) aus Norwegen und Cian Uijtebroeks (Movistar) aus Belgien das Ziel. Fünfter wurde der US-Amerikaner Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike).
Der Tagessieger zeigte sich nicht einmal vollständig zufrieden: "Nachdem ich mich gestern schon gut gefühlt hatte, wollten wir es heute probieren. Für mich sind solche langen Ansteige eher schwer, aber ich gewöhne mich daran und werde mit jedem Rennen besser", sagte Del Toro. Der Mexikaner machte keinen Hehl daraus, stets auch das Gesamtklassement im Auge gehabt zu haben – was für Morgen wohl einen weiteren Schlagabtausch um das Gelbe Trikot bedeutet.
Der Gesamtführende Luke Tuckwell (Red Bull – Bora – hansgrohe), büßte als Tageselfter zwar viel von seinem Vorsprung ein, konnte aber die Gesamtführung verteidigen. Und er hat den Gedanken an den Gesamtsieg noch nicht vollständig verdrängt: "Morgen wird es wieder ein verrückter Tag. Ich werde versuchen, mich so gut wie möglich zu erholen und dann zu kämpfen."
Jorgenson liegt vor der Schlussetappe mit einer weiteren Bergankunft der Ehrenkategorie jetzt 42 Sekunden hinter dem 21-jährigen Australier. Del Toro lauert mit 49 Sekunden Abstand an dritter Stelle. Auf den weiteren Plätzen folgen Ayuso (+1:06) und Halland Johanessen (+1:33). Die abschließende 8. Etappe führt über vier Pässe und endet am steilen Plateau de Solaison.
Die Etappe wurde bestimmt von einem frühen Sturz des Franzosen Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM), der lange distanziert war und erst kurz vor dem vorletzten Anstieg von seinen Teamkollegen zurück in die Hauptgruppe gebracht wurde. Im Anstieg zum Grand Colombier verlor der 19-Jährige 1:21 Minuten auf Del Toro. In der Gesamtwertung liegt Seixas jetzt mit 1:54 Minuten Rückstand auf Platz sechs.
Uijtebroeks verbesserte sich durch seinen starken Auftritt auf Platz acht der Gesamtwertung (+2:17 Minuten). Zwischen ihm und Seixas rangiert der Däne Mattias Skjelmose (Lidl – Trek, +1:59). Die Top 10 komplettieren die Spanier Cristian Rodriguez (XDS – Astana, +2:33) und José Felix Parra Cuerda (Caja Rural – Segurals RGA, +3:02).
Als 13. der schweren Bergetappe war Lennart Jasch (Tudor, +3:07) bester Deutscher. Damit verbesserte sich der 25-Jährige auf den 17. Gesamtrang. Georg Steinhauser erreichte das Ziel mit 6:25 Minuten Rückstand als 20.
Das Bergtrikot verteidigte Clément Braz Afonso (Groupama – FDJ), dem nun Del Toro mit 19 Punkten Rückstand im Nacken sitzt. An der Spitze der Punktwertung gab es keine Veränderungen, Nadav Raisberg (NSN) blieb vor Raul Garcia Pierna (Movistar). Die ersten drei Plätze der Nachwuchswertung sind identisch mit dem Gesamt-Podium. Als bestes Team löste Lidl – Trek Groupama – FDJ ab.
13 Fahrer waren aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zur Etappe angetreten, darunter Oscar Onley (Netcompany - Ineos), Joao Almeida (UAE - Emirates - XRG), Jorgen Nordhagen (Visma - Lease a Bike), Ben Healy (EF Education – EasyPost) und Emanuel Buchmann (Cofidis).
Auf den ersten 30 Kilometer gab es zwar viele Attacken, aber keine feste Spitzengruppe. Braz Afonso gewann die ersten beiden Wertungen des Tages und sammelte sechs Bergpunkte ein und zementierte somit seine Gesamtführung in diesem Sonderklassement. Aus einer Sechs-Mann-Gruppe, die knapp vor dem Feld unterwegs war, sicherte sich dessen Teamkollege Clement Berthet die Bergwertung an der Côte de Saint-Maurice-de-Rotherens (2. Kat.). In der folgenden Abfahrt wurde das Rennen aus Sicherheitsgründen neutralisiert.
Bei Rennkilometer 30 erfolgte der Neustart. Kurz darauf, stürzte Seixas, setzte das Rennen aber auf einem neuen Rad und mit mehreren Teamkollegen an der Seite fort. Sein Rückstand zum Feld wuchs schnell auf über drei Minuten an. Trotz erneuter Attacken bildete sich weiterhin lange keine Kopfgruppe, die Bestand hatte.
In der Anfahrt zu den Lacets du Gran Colombier (1. Kat.) konnten Stefan Bissegger und Daan Hoole Seixas’ Abstand auf knapp 2:30 Minuten reduzieren. Bergauf gelang es dann Aurelien Paret-Peintre und Nicolas Prodhomme, eine weitere halbe Minute aufzuholen. Clement Berthet (Groupama - FDJ), Quinn Simmons (Lidl Trek), Valentin Paret-Peintre (Soudal - Quick Step), George Bennett (NSN), Laurens De Plus und Carlos Rodriguez (Netcompany – Ineos) erreichten die Kuppe mit 30 Sekunden Vorsprung zur Gruppe mit dem Gelben Trikot. Berthet gewann den den Bergpreis. Seixas hatte dort oben 1:50 Minuten Rückstand.
Das Streckenprofil der 7. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes | Foto: Veranstalter
UAE - Emirates, Visma -Lease a Bike und Lidl - Trek übernahmen in der Anfahrt zum nächsten Anstieg die Tempoarbeit. Simmons musste sich deshalb zurückfallen lassen und mithelfen. Seixas war zu dem Zeitpunkt bereits auf 40 Sekunden an die Favoritengruppe herangekommen. Prodhomme und Aurelien Paret-Peintre legten sich weiterhin voll ins Zeig für ihren jungen Kapitän. Sekunde um Sekunde brachten sie Seixas näher an die direkten Konkurrenten. Kurz nach dem Zwischensprint schaffte er den Anschluss an das Hauptfeld.
Weil das Tempo in der Hauptgruppe danach kurzzeitig etwas abfiel – die Teams UAE – Emirates – XRG und Lidl – Trek machten dort die Pace – gingen die fünf verbliebenen Ausreißer mit knapp einer Minute in den Col de Richmond (2. Kat.). Rodriguez musste kurz vor dem Bergpreis abreißen lassen. Dort sicherte sich Berthet noch einmal fünf Punkte – die Gruppe hatte jedoch nur noch 25 Sekunden Vorsprung.
Zwölf Kilometer vor dem Ziel wurde das Quartett gestellt. Der bärenstarke Simmons führte das noch immer etwa 50 Mann umfassende Peloton in den 8,4 Kilometer langen Schlussanstieg. Bereits nach gut 1000 Metern Steigung mussten sowohl Tuckwell als auch Seixas die anderen Favoriten ziehen lassen. Ben Tulett (Visma – Lease a Bike) machte in dieser Phase das Tempo.
6,7 Kilometer vor dem Ziel griff Ayuso an. Jorgenson besann sich darauf, sein eigenes Tempo zu fahren. Bei ihm befanden sich außer Tulett auch Uijtdebroeks, Del Toro und Halland Johanessen. 4500 Meter vor dem Ende musste Jorgenson dann selbst das Tempo machen und wurde kurz darauf von Del Toro distanziert.
Der Mexikaner erreichte Ayuso 1500 Meter vor dem Ziel und ließ ihn direkt stehen. Seixas hatte zu dem Zeitpunkt bereits eine gute Minute Rückstand. Del Toro gewann die Etappe schließlich mit 24 Sekunden Vorsprung auf Ayuso. Aufopferungsvoll kämpfend kam Seixas mit 1:22 Minuten Rückstand rein. Ebenso auf der letzten Rille erreichte der Mann in Geld das Ziel – und behielt so die Gesamtführung.
Results powered by FirstCycling.com