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13.06.2026 | (rsn) - Juan Ayuso (Lidl – Trek) galt als der potenzielle Nachfolger von Tadej Pogacar bei UAE – Emirates – XRG. Doch während die Entwicklung des Spaniers nach einigen gesundheitlichen Problemen ins Stocken geriet, wurde er teamintern von Isaac Del Toro eingeholt – und mit Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) kam außerdem ein noch jüngerer Herausforderer auf. Ayuso drohte etwas in Vergessenheit zu geraten, vor allem da er nach einem starken Einstand bei Lidl – Trek mit dem Sieg bei der Algarve-Rundfahrt (2.Pro) vor Seixas Mitte März bei Paris-Nizza (2.UWT) in Führung liegend nach einem Sturz aufgeben musste.
Knapp einen Monat später stieg er bei der Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT). Nach einem unter den Favoriten eher mittelprächtigen fünften Platz bei der ersten Bergankunft am Freitag, meldete er sich am Samstag eindrucksvoll zurück – und verblieb im Ziel doch mit leeren Händen und Selbstkritik.
“Ich bin enttäuscht. Ich habe zu früh angegriffen. Meine Teamkollegen hätten den Sieg heute verdient gehabt“, urteilte er am Mikro des Veranstalters, den er zuvor für die zwischenzeitliche Neutralisation gelobt hatte. Seine Mannschaftsgefährten hatten viel Zeit im Wind verbracht – auch und vielleicht gerade nachdem Seixas früh auf der Etappe gestürzt war und zwischenzeitlich drei Minuten zurücklag. Selbst erklärte er die Arbeit aber anders. “UAE und wir haben kontrolliert, denn wir wollten nicht, dass die Gruppe zu weit wegfährt.“
Diese Gruppe des Tages spielte letztendlich im extrem steilen Schlussanstieg keinerlei Rolle. Dafür fasste sich Ayuso ein Herz. 6,7 Kilometer vor dem Ziel griff er am Grand Colombier an, als die Favoritengruppe ungefähr zehn Fahrer umfasste und Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike) mit Ben Tulett einen Helfer im Wind hatte. “Das Tempo war nicht so hoch und wir kamen zur schwierigsten Stelle. Ich dachte, dass ich am Hinterrad nicht viel Kraft sparen würde. Das wäre aber wohl doch so gewesen. Ich glaube, ich habe heute einen Sieg weggeschmissen“, ärgerte sich 23-Jährige. “Ich war dumm“, lachte er.
Ayuso setzte sich zwar 20 Sekunden von Jorgenson, Cian Uijtdebroeks (Movistar), Tobias Johannessen (Uno-X Mobility) und Del Toro ab, musste aber auch noch das circa einen Kilometer lange Flachstück rund drei Kilometer vor dem Ziel überstehen. Kurz davor griff der Mexikanische Meister an. Er fuhr sofort zehn Sekunden zu, hielt den Abstand im Flachstück gleich und schloss danach schnell die Lücke. Danach war er für den Lidl-Kapitän nicht zu halten.
“Ich hatte heute die Beine für den Sieg, das macht es so ärgerlich. Und das Team ist super gefahren. Sie haben den ganzen Tag kontrolliert und mich da abgesetzt, wo ich sein musste. Ich fühle mich wie ein Idiot“, lautete Ayusos Urteil. In der Gesamtwertung ist der Katalane vier Positionen vorgerückt und liegt mit 1:06 Minuten Rückstand auf Luke Tuckwell (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf Platz vier. Del Toro ist allerdings an ihm vorbeigezogen.
Nicht unwichtig für den in Barcelona geborenen Rundfahrer ist mit Blick auf die eben dort startende Tour de France aber, dass er seinen Teamkollegen Mattias Skjelmose am Grand Colombier und im Klassement deutlich distanzierte. Ein eindeutiges Ergebnis bei der Auvergne-Rhone-Alpes könnte hinsichtlich der mannschaftsinternen Hierarchie vor der Frankreich-Rundfahrt Aufschluss geben. Denn da wurden, als Ayusos Wechsel an die Seite des Dänen bekannt wurde, Signale gemeldet, dass der gern selbst Kapitän bleiben würde.