Top-Teamleistung der Red Bull Rookies beim Baby Giro

Finn klettert am Monte Livata ins Rosa Trikot

Von Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Finn klettert am Monte Livata ins Rosa Trikot"
Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies) im Rosa Trikot des Giro Next Gen | Foto: LaPresse

19.06.2026  |  (rsn) – Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies) hat auf der 6. Etappe des Giro Next Gen (2.2U) das Rosa Trikot erobert. Auf den 155 Kilometern von Velletri hinauf zum Monte Livata zeigte der U23-Weltmeister nicht nur gute Beine, sondern auch eine taktisch starke Leistung. Finn benutzte seine als "Relaisstationen" vorgeschickten Teamkollegen perfekt und lag im Ziel 52 Sekunden vor Mateo Ramirez (UAE – Emirates – Gen Z).

Der entschied den Zweiersprint vor Henrique Bravo (Soudal – Quick-Step) für sich. Gustave Blanc (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies) hielt sich nach getaner Arbeit für Finn ausgezeichnet und wurde vor Remi Arsac (Decathlon – CMA CGM Development) Etappenvierter. Sein Kapitän übernahm das Rosa Trikot von Matisse Van Kerckhove (Visma – Lease a Bike), der als 22. mit 3:59 Minuten Rückstand einen herben Dämpfer erhielt.

“Heute war fantastisch. Wir hatten drei Jungs in der Gruppe, so dass wir hinten nicht zu viel arbeiten mussten. Am Schlussanstieg haben erst Paul (Fietzke) und dann Gustave (Blanc) auf mich gewartet“, erzählte Finn im Ziel-Interview. Dass Sieger ihr Team überschwänglich loben ist inzwischen kaum noch mehr als eine einstudierte Floskel. In diesem Fall war es aber keine, denn die Rookies lieferten eine in jeder Hinsicht ausgezeichnete Leistung ab.

“Sie sind ein gutes Tempo gefahren. Ich bin ihnen gefolgt und habe den Rest allein gemacht. Ich hatte heute wirklich gute Beine, das hilft natürlich“, urteilte der 19-jährige Finn, der der U23-Klasse sportlich eigentlich schon entwachsen ist und auch bei den Profis ganz vorn mitklettern kann. Das tat er nicht, als Ramirez am Fuß des Schlussanstiegs kraftvoll davonzog. “Ich wusste, dass es noch 16 (sic!) Kilometer berghoch geht. Das wäre zu schwer gewesen. Ich bin erstmal mein eigenes Tempo gefahren“, erinnerte Finn sich an die Phase, als er am Hinterrad von Fietzke blieb. Letztendlich hatte der Italiener dann auch mit Ramirez wenig Mühe.

Gleich 28 Fahrer lösten sich aus dem Feld, dabei war mit Fietzke einer der drei Deutschen. Auffälligster Name vorn war aber Matteo Vanhuffel (Picnic – PostNL Development), der im Klassement mit 15 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz lag. Auch Adam Rafferty (Hagens Berman – Jayco), Kamiel Eeman (Lotto – Groupe Wanty), Ibai Villate (Movistar) und Elliot Rowe (Visma – Lease a Bike Development), Daan Dijkman (UAE – Emirates – Gen Z) und Pierre-Henry Basset (XDS – Astana Development), lagen lediglich jeweils 21 Sekunden zurück.

Bis zu 3:30 Minuten fuhr die Gruppe dem Feld davon. Blanc, Basset, Alvaro Garcia (NSN Development) und Cristian Remelli (General Store - Essegibi - F.Lli Curia) lösten sich von ihren Begleitern. Den 13,9 Kilometer langen Schlussanstieg nahmen sie 20 Sekunden vor den ersten Verfolgern und 1:45 Minuten vor dem Feld in Angriff.

Das Streckenprofil der 6. Etappe des Giro Next Gen | Foto: Veranstalter

Während William Smith (Visma – Lease a Bike Development) und Ben Wiggins (Hagens Berman – Jayco) zur Spitze aufschlossen, attackierte im Feld Ramirez. Dem Ecuadorianer schien niemand folgen zu können, doch mit 500 Metern Verzögerung setzte Finn nach. Er schüttelte zwar alle Kontrahenten ab, kam aber nicht gleich an den UAE-Fahrer heran. Blanc setzte sich vorn ab. Sein Kapitän hatte mittlerweile Fietzke erreicht und ließ sich von dem mit Bravo und Arsac am Hinterrad zwei Kilometer bergauf ziehen. Danach setzte der Weltmeister erneut an und schloss die Lücke zu Ramirez schnell.

Als er die Verhältnisse wiederhergestellt hatte, zog Finn direkt weiter und hängte seine Konkurrenten ab. Mit noch 9,9 zu fahrenden Kilometern erreichte er Blanc. Der bot dem Italiener 1,1 Kilometer Windschatten und baute dabei den Vorsprung auf Ramirez, Bravo und Vanhuffel sogar um zehn Sekunden auf derer 33 aus. Der Belgier musste seine beiden Weggefährten eingangs der letzten vier Kilometer fahren lassen, da lag Finn aber schon eine Minute vorn. Sein Teamkollege Max Bock belegte am Monte Livata als bester Deutscher den elften Platz.

Im Klassement liegt Finn nun  56 Sekunden vor Ramirez, der seinerseits zwei vor Bravo rangiert. Auf die zehnte Position rückte Bock vor. Sein Mannschaftsgefährte Davide Donati verteidigte das Punktetrikot. Bester Nachwuchsfahrer ist der Gesamtneunte Javier Cubillas (Movistar). Matthew Dodd (Ineos Grenadiers Academy) ist weiterhin der Spitzenreiter in der Bergwertung.

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