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16.06.2026 | (rsn) – Die Freudenschreie und Umarmungen waren noch mehr als eine Minute zu hören, nachdem Jasper Schoofs (Soudal – Quick-Step Devo) die 3. Etappe des Giro Next Gen (2.2U) für sich entschieden und das Rosa Trikot übernommen hatte.
Der überglückliche Belgier war nach 166 Kilometern zwischen Sibari und Villa d'Agri di Marsicovetere schneller als seine beiden Fluchtgefährten Simone Zanini (XDS – Astana Development) undr Matteo Vanhuffel (Picnic – PostNL Development). Daan Dijkman (UAE – Emirates – Gen Z) sprintete knapp dahinter aus dem Feld heraus auf Rang vier.
Wie schon zum Auftakt der Italien-Rundfahrt hielten die Ausreißer gerade so durch. Mit Schoofs setzte sich der Dritte der Junioren-Weltrangliste 2024 durch. Damals gewann er im Zeitfahren sowohl WM- als auch EM-Silber. In seiner ersten U23-Saison hatte er sich schwergetan, in der Saison 2026 ließ er immer mal wieder mit Ergebnissen aufhorchen. So wurde der 20-Jährige als Devo-Fahrer Dritter einer Etappe der Andalusien-Rundfahrt (2.Pro), Sechster bei Paris-Roubaix Espoirs (1.2U) und Zweiter der Belgischen U23-Meisterschaft im Zeitfahren.
“Sowas wie eben gerad, habe ich noch nie gefühlt“, meinte Schoofs im Ziel-Interview, wobei er noch immer über beide Ohren strahlte. Die Zeit, den Helm abzunehmen, hatte er noch nicht gefunden. “Heute Morgen hatte ich schon gesagt, dass wir heute eine große Chance haben, denn wir sind alle super in Form“, verriet der Flame.
In der Ausreißergruppe verhielt er sich schon wie ein Großer. “Ich habe den Jungs gesagt, dass wir nicht zu schnell fahren sollten, weil wir sonst in der Hitze verbrennen. Wir wussten, dass Red Bull kontrolliert und das Feld kam immer näher, dann habe ich gesagt, dass wir jetzt Gas geben müssen, so dass die hinten auch leiden“, blickte zurück. “Im letzten Anstieg fühlte ich mich noch immer stark, ich habe eigentlich fast gar nicht gelitten. Ich weiß auch nicht, was da los war“, erklärte er weiter.
Attackieren wollte Schoofs dennoch nicht. “Wir haben einen Deal gemacht, dass wir zusammen bleiben, denn im Flachen brauchte ich sie noch“, sagte er mit Blick auf die Schlusskilometer nach der Abfahrt über seine Fluchtgefährten. Die letzte Kurve 350 Meter vor dem Ziel hatte er sich am Morgen gut angesehen. “Ich wusste, dass die zweite Position perfekt ist – und dann ging es nur noch um die Beine“, lautete der Schluss seiner Analyse.
Schoofs hatte mit Vanhuffel, Zanini und Diego Casagrande (Tudor U23) nach 20 Kilometern die Gruppe des Tages gebildet, der rund 3:30 Minuten Vorsprung gegönnt wurde. Den Viggiano-Anstieg eingangs der letzten 20 Kilometer nahmen sie 1:30 Minuten vor dem Peloton in Angriff, wobei es für Casagrande zu schnell ging.
Das Streckenprofil der 3. Etappe des Giro Next Gen | Foto: Veranstalter
Schoofs und die Söhne der ehemaligen Profis Stefano Zanini und Wim Van Huffel retteten 33 Sekunden über die Kuppe auf die letzten 30 Kilometer. Das von Decathlon angeführte Feld umfasste noch rund 40 Fahrer – und da Lorenzo Finn (Red Bull – Bora – hansgrohe Rookies) und Aubin Sparfel (Decathlon – CMA CGM Development) um vermeintliche Bonussekunden sprinteten, schien es, als ob sie nicht wussten, dass im Rennen ohne Funk vor ihnen noch ein Trio unterwegs war.
Andrea Bessega (Lidl – Trek Future) setzte sich in der Abfahrt aus dem Feld ab. Allein konnte er die Lücke aber nicht schließen. Eingangs der letzten zwei Kilometer wurde er wieder eingeholt, da lag das Trio noch elf Sekunden vorn. Kurz vor dem Teufelslappen übernahm Visma erstmals das Kommando und die Niederländer kamen den Ausreißern noch gefährlich nah. Die aber sprinteten um den Sieg und Schoofs war der schnellste der drei "sterbenden Schwäne".
Max Bock überstand die Etappe als einziger Deutscher in der 40-köpfigen Favoritengruppe und musste sich nicht für seinen Kapitän Finn aufreiben. Er beendete das Rennen auf Position 35 drei Plätze hinter seinem Kapitän. Die anderen Fahrer der Mannschaft, unter anderem der Mann in Rosa, Davide Donati, kamen später an.
Im Klassement liegt Schoofs nun sechs Sekunden vor Zanini. Das Nachwuchstrikot übernahm der Russe Matvey Boldyrev (UAE – Emirates – Gen Z). Donati verteidigte die Führung in der Punktewertung.
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