Giro Next Gen: Bock jetzt Gesamtachter

Sparfel triumphiert an zweiter Bergankunft, Finn baut Führung aus

Von Matthias Seng

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Aubin Sparfel (Decathlon - CMA CGM Development) hat die 7. Etappe des GiroNext Gen gewonnen. | Foto: LaPresse

20.06.2026  |  (rsn) – Lorenzo Finn (Red Bull - Bora - hansgrohe Rookies) hat mit einem weiteren souveränen Auftritt beim 49. Giro d’Italia Next Gen (2.2U) das Rosa Trikot nicht nur verteidigt, sondern vor dem abschließenden Einzelzeitfahren seinen Vorsprung im Gesamtklassement gegenüber dem Ecuadorianer Mateo Ramírez (UAE - Emirates Gen Z) weiter ausgebaut.

Die 7. Etappe über 135 Kilometer von Sulmona nach Piana delle Mele (Guardiagrele) entschied der Franzose Aubin Sparfel (Decathlon - CMA CGM Development) im Bergaufsprint mit drei Sekunden Vorsprung auf den Briten Elliot Rowe (Visma - Lease a Bike Development) für sich. Top-Favorit Finn hatte auf dem Schlusskilometer aus der Verfolgergruppe heraus attackiert und kam noch bis auf fünf Sekunden an die beiden Spitzenreiter heran, um sich Rang drei und damit vier Bonussekunden zu sichern.

“Was das für ein Giro für uns ist. Von mir war ich allerdings ein bisschen enttäuscht. Ich landete mehrere Male in den Top Ten, war aber über Kasper Hauglands Sieg (zum Auftakt, d. Red.) und das Rosa Trikot am dritten Tag happy. Und heute nun mein Sieg – was für ein Tag. Ich bin sehr glücklich“, kommentierte der 20-jährige Sparfel im Ziel-Interview seinen ersten Saisonsieg, den er sich als Ausreißer sicherte.

“Ich habe am letzten Anstieg versucht, Elliott abzuschütteln, aber er war super stark. Ich war dann noch ein bisschen weit weg vom Ziel, als ich antrat, hab‘s aber geschafft und bin sehr, sehr glücklich“, so der Franzose, der Rowe und den noch stark aufkommenden Finn auf Distanz halten konnte. “Ich wusste nicht, wie nah er an uns dran war, deshalb habe ich schon eingangs der letzten drei Kilometer attackiert. Am Ende habe ich ihn dann hinter uns gesehen, aber ich hatte einen guten Sprint und hab’s geschafft – ich habe keine Worte dafür“, sagte Sparfel lachend.

Nicht nur Rookies-Kapitän Finn, der auf den letzten Metern gegenüber dem Gesamtzweiten Ramirez 16 Sekunden gutmachte, sondern auch sein deutscher Edelhelfer Max Bock zeigte eine starke Leistung und belegte mit 33 Sekunden Rückstand den achten Platz, womit sich der 21-Jährige auf auch Rang acht der Gesamtwertung vorarbeitete.

Die führt Finn mit nunmehr 1:16 Minuten Vorsprung auf Ramirez an, Dritter bleibt der Brasilianer Henrique Bravo (Soudal – Quick-Step Devo / 1:18), Sparfel (+2:30) rückte auf den fünften Platz vor.

Finns italienischer Teamkollege Davide Donati verteidigte seine Führung in der Punktewertung, der Brite Matthew Dodd (Ineos Grenadiers Racing Academy) bleibt im Bergtrikot.

Das Streckenprofil der 7. Etappe des Giro Next Gen | Foto: Veranstalter

Hinter dem Ausreißer Rémi Daumas (Groupama - FDJ United CT) formierte sich 16 Kilometer vor dem Ziel eine fünfköpfige Verfolgergruppe um den Gesamtsechsten Sparfel und den –siebten Rowe und schloss kurz darauf zum Franzosen auf.

Doch das Rosa Trikot behielt die Ruhe, zumal Finn mit Bock noch einen starken Helfer an seiner Seite hatte, der den Rückstand auf unter einer halben Minute hielt. Sparfel entschied zehn Kilometer vor dem Ziel den Zwischensprint für sich und ließ sich dafür drei Sekunden gutschreiben.

Danach löste er sich mit Rowe und Matteo Scalco (XDS -Astana Development) aus der Spitzengruppe, um den vier Kilometer langen und im Schnitt sieben Prozent steilen Schlussanstieg mit unverändert rund 30 Sekunden Vorsprung in Angriff zu nehmen. Knapp drei Kilometer vor dem Ziel attackierte Sparfel, der zunächst aber nur Scalco abschütteln konnte. Rowe hatte allerdings Mühe, seinem Konkurrenten zu folgen.

Dahinter beschränkte sich Finn darauf, seine immer kleiner werdende Gruppe, in der auch noch Bock mitfuhr, zu kontrollieren, um dann aber eine Attacke von Ramirez auf dem Schlusskilometer mit Leichtigkeit zu kontern und die Jagd auf das Spitzenduo zu eröffnen. Die Lücke konnte der U23-Weltmeister dann zwar nicht mehr schließen, weil Sparfel auf den letzten 100 Metern den Bergaufsprint eröffnete und sich souverän den Tagessieg vor Rowe sicherte. Doch als Tagesdritter konnte Finn seinen Vorsprung gegenüber Ramirez weiter ausbauen und hat nun beste Chancen, den Giro-Next Gen für sich zu entscheiden.

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