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03.07.2026 | (rsn) – Er ist Doppel-Olympiasieger und hat 2022 schon im Alter von 22 Jahren die Vuelta a Espana gewonnen. Trotzdem steht Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) auf der Favoritenliste der diesjährigen Tour de France nicht ganz weit oben. Immer wieder hatte der Belgier zuletzt Probleme im Hochgebirge – und seine Vorbereitung ohne Renneinsatz wirft durchaus auch Fragen auf.
Evenepoel selbst aber zeigte sich sehr zufrieden darüber, wie die letzten Wochen verlaufen seien, nicht zuletzt deshalb, weil er vier Kilo abgenommen habe. “Nach den Frühjahrsklassikern habe ich meinen Trainingsschwerpunkt deutlich verlagert und viele Anstiege in mein Training integriert“, spielte Evenepoel auf seine Schwächen besonders an langen Anstiegen an. “Ich konnte mich optimal auf die Tour vorbereiten. Im Training habe ich den angestrebten Fortschritt gemacht. Ich musste nichts überstürzen, und alles lief reibungslos“, betonte der Red-Bull-Profi gegenüber Sporza.
Kurz zuvor hatte der 26-Jährge noch die allgemeinen Fragerunde absolviert, bei der es vor allem um die Red-Bull-Doppelspitze ging. Für Evenepoel, der immer alleiniger Anführer seiner Mannschaft war, ist das im Gegensatz zu Florian Lipowitz eine neue Situation. “Aber wir wissen schon sehr lange, dass wir hier zusammen am Start stehen“, beschwichtigte er und verwies auf die Katalonien-Rundfahrt (2.UWT), wo die Zusammenarbeit hervorragend geklappt hatte.
“Florian belegte den zweiten Platz, und ich wurde Fünfter. An einem Tag mussten wir füreinander arbeiten, was Opfer erforderte. Das haben wir gut gemeistert. Abgesehen davon gibt es nichts Besonderes zu berichten“, versicherte er. In Katalonien war er es, der zwischen zwei Anstiegen für Lipowitz im Wind ackerte, um den in der Abfahrt zurückgefallenen Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) auf Abstand zu halten.
Als ein niederländischer Journalisten nachhakte, wehrte Evenepoel ab: “Typisch für einen Niederländer, so etwas zu fragen“, lachte er. “Ich möchte eine Etappe gewinnen – das Zeitfahren –, und als Team wollen wir uns gleich am ersten Tag das Gelbe Trikot holen. Aber ich weiß, was ihr hören wollt“, sagte der dreimalige Zeitfahrweltmeister. “Dass ich das Podium anstrebe und dass Florian dann einstimmt“, so Evenepoel, der bei der Presserunde neben seinem deutschen Teamkollegen saß.
“Natürlich wollen wir aufs Podium. Doch ob nun ich oder er ist dabei egal – wenn wir gute Leistungen zeigen und negative Energie vermeiden, kommt das dem Team nur zugute“, fügte er an.
Am Samstag können Evenepoel, Lipowitz & Co. im Mannschaftszeitfahren von Barcelona gleich das erste Ziel erreichen: den Tagessieg und das Gelbe Trikot. Da im Ziel die individuelle Zeiten genommen werden, kann man davon ausgehen, dass Evenepoel oder Lipowitz keine Helfer mit zur Linie nehmen werden. Sollten die Raublinger die Etappe gewinnen, könnte sich also einer der beiden Kapitäne gleich das Gelbe Trikot schnappen.