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08.09.2026 | (rsn) - Mit dem Abschlusswochenende beim Riderman in Bad Dürrheim ist die Frauen-Bundesliga 2026 nach elf Läufen zu Ende gegangen. Die Einzelwertung entschied Katharina Palm (Rembe – rad-net women) für sich, damit feierte sie nach 2022 und 2023 bereits ihren dritten Gesamtsieg in der nationalen Rennserie.
Hinter Palm folgten ihre Teamkolleginnen Karoline Goldschmidt, Aileen Schweikart und Franziska Brauße. In der Teamwertung setzten sich allerdings die Wheel Divas in einem bis zum Finale offenen Duell gegen LKT durch.
1366 Punkte standen für Palm nach dem letzten Rennen zu Buche. Damit verwies sie ihre Teamkolleginnen mit jeweils über 100 Punkten Vorsprung auf die weiteren Plätze. Mit drei Tagessiegen hatte die 30-Jährige selbst einen großen Anteil an der starken Bilanz ihres Teams, das acht der insgesamt elf Bundesliga-Läufe für sich entschied. Wie viel ihr der dritte Gesamtsieg ihrer Karriere bedeutete, äußerte Palm gegenüber RSN: "Ich bin mega dankbar, dass ich die Bundesliga nochmal gewinnen durfte und uns als Team bedeutet es sehr viel dort so geschlossen aufgetreten zu sein."
Dass Rembe – rad-net women die Serie derart prägen konnte, war auch das Ergebnis einer frühzeitigen Ausrichtung auf die Gesamtwertung. "Zu Beginn der Saison war klar, dass wir alles dran setzen wollen, die Bundesliga zu gewinnen. Es sind einfach super wichtige Rennen für den Frauenradsport in Deutschland. Wir haben auch früh gesagt, wer die Gesamtwertung in den Blick nehmen kann und als Team entsprechend zusammengearbeitet", erklärte Palm.
Dieses Konzept ging von Beginn an auf. Neben den zahlreichen Erfolgen sah die Gesamtsiegerin vor allem den Zusammenhalt innerhalb des Teams als wichtigen Faktor: "Vom ersten Rennen an hat es wunderbar funktioniert und wir konnten recht früh die Bundesliga dominieren. Es hat total viel Spaß gemacht und gerade in der Bundesliga sind wir als Team total zusammengewachsen. Ich glaube es spricht für sich, dass wir Platz eins bis vier in der Gesamtwertung klar machen konnten."
Schlüsselfiguren der diesjährigen Bundesliga: Wheel Divas, Rembe – rad-net women sowie Ilsa Beig im Sprinttrikot an der Spitze. | Foto: Mareike Engelbrecht
Wie hart die erarbeitete Vormachtstellung verteidigt werden musste, zeigte sich noch einmal beim Finale in Bad Dürrheim. Auf den selektiven Strecken forderten vor allem Ronja Eibl (Origine) und Lea Fuchs (Spar – CTO) die Rembe-Fahrerinnen heraus. "Gerade am letzten Wochenende haben wir gemerkt, dass es alles andere als leicht ist, die Bundesliga zu dominieren. Da war mit Ronja Eibl und Lea Fuchs super starke Konkurrenz am Start. Die haben uns auf den anspruchsvollen Kursen das Leben echt schwer gemacht, aber dank gutem Zusammenhalt konnten wir trotzdem recht weit vorne sein", sagte Palm.
Trotz der acht Tagessiege und der ersten vier Plätze in der Einzelwertung blieb Rembe – rad-net women der Erfolg in der Mannschaftswertung verwehrt. Ausschlaggebend waren insbesondere die beiden Kriterien in Offenbach und Gießen, bei denen das Team nicht mit ausreichend Fahrerinnen vertreten war.
Die Mannschaftswertung ging stattdessen an die Wheel Divas. Erst beim Abschlusswochenende fiel die Entscheidung im engen Duell mit LKT, das vor dem Finale noch punktgleich mit den späteren Gesamtsiegerinnen gewesen war. "Wir sind natürlich froh über den ersten Platz und haben ihn hart erkämpft. Durch die Punktgleichheit mit LKT war es bis zum Schluss offen und umso schöner ist es für uns, dass wir mit dem Sieg nach Hause fahren können", sagte Teamchefin Sina Päske gegenüber RSN.
Doch der Mannschaftserfolg blieb nicht der einzige Gesamtsieg für die Wheel Divas. Die Australierin Madeleine Wasserbeach entschied die U23-Wertung für sich, während Corinna Lechner das Bergtrikot gewann. Lechner hatte das Team im Saisonverlauf verlassen und fehlte bei den letzten Rennen aufgrund ihres Wechsels als Begleiterin ins Paracycling. Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Neuzugang Gabriela Guerra, die beim vorletzten Lauf in Bad Dürrheim mit einem Solosieg triumphierte.
Das Podium der Teamwertung mit Wheel Divas auf Platz eins sowie LKT und Rembe – rad-net women auf den Rängen zwei und drei. | Foto: Julius Päske
Positiv bewertete Päske auch die Entwicklung der Rennserie. Besonders der viertägige Auftaktblock habe sich aus ihrer Sicht bewährt, wenngleich die zeitliche Überschneidung mit internationalen Rennen die Teams vor Herausforderungen gestellt habe. Mit Karbach als Traditionsrennen, den beiden Kriterien und dem anspruchsvollen Finale in Bad Dürrheim habe die Bundesliga anschließend unterschiedliche Rennformate geboten.
"Die Kriterien wurden in den letzten Jahren heiß diskutiert, aber ich finde, dass da mit den Vorläufen ein guter Kompromiss gefunden wurde. Der Riderman in Bad Dürrheim ist als Abschlusswochenende super, auch sehr gut organisiert und mit gut ausgesuchten und selektiven Strecken. Das gibt der ganzen Liga ein gutes Potenzial. Ich denke, ein oder zwei Rennen könnte man auch noch gut verkraften", merkte Päske an.
Dass am Ende 20 Mannschaften in der Teamwertung vertreten waren, wertete die Wheel Divas-Teamchefin ebenfalls als positives Signal: "Ich finde es auch super, dass so viele Teams an den Start gegangen sind. Am Ende haben zwanzig Teams um Punkte gekämpft und seit unserem Start vor acht Jahren waren es noch nie so viele." Für die kommende Saison sieht sie dennoch Raum für zumindest eine kleine Veränderung: "Man kann für nächstes Jahr noch darüber nachdenken, ob man in der Gesamtsiegerehrung der U23-Wertung wie in den anderen Wertungen die ersten drei ehrt und den Fahrerinnen Beifall gönnt." Bislang durfte sich nur die Siegerin der Nachwuchsklasse über eine Ehrung freuen.
Für eine der bemerkenswertesten Leistungen der Saison sorgte Ilsa Beig (Baden - Forchheim). Als beste Amateurfahrerin schob sie sich unmittelbar hinter das Rembe-Quartett und beendete die Bundesliga auf Gesamtrang fünf. Gleichzeitig sicherte sie sich die Sprintwertung. Die Führung hatte Beig bereits während des viertägigen Auftaktblocks übernommen und anschließend bis zum Saisonende nicht mehr abgegeben.
Bis zum Schluss um den Sieg in der Mannschaftswertung kämpfte auch LKT. Am Ende blieb Rang zwei, den Teamchef Steffen Blochwitz angesichts der jungen Besetzung dennoch als Erfolg einordnete. Gleich acht U23-Fahrerinnen standen im Kader, vier davon absolvierten ihr erstes Jahr in dieser Altersklasse.
Aileen Schweikart (Rembe – rad-net women) war die erste Gesamtführende, ehe sie das Trikot an Teamkollegin Palm übergeben musste. | Foto: Mareike Engelbrecht
Dass sich die Nachwuchsarbeit nicht immer unmittelbar in der Einzelwertung widerspiegelte, änderte nichts an einigen starken Resultaten. Mira Winkelhag verpasste bei den Kriterien in Offenbach und Gießen als jeweils Vierte nur knapp das Podium. Jette Simon schloss die Saison auf Rang vier der U23-Gesamtwertung ab, während Leni Bauer zwischenzeitlich das Nachwuchstrikot trug.
Gerade für Fahrerinnen in dieser Entwicklungsphase sieht Blochwitz die Bundesliga als elementaren Bestandteil des Rennkalenders: "Für uns ist die Bundesliga schon wichtig, weil sich besonders die jungen Fahrerinnen weiterentwickeln und mit der Elite messen können. Es ist ein guter Gradmesser für den deutschen Nachwuchs."
Dennoch betonte Blochwitz, dass der Fokus international ausgerichtet bleiben müsse. "Als KT-Team müssen wir einfach die UCI-Rennen höher bewerten. Auch weil der internationale Kalender eher da ist als von der Bundesliga und wir dort die Einladungen wahrnehmen müssen, um auch zukünftig welche zu erhalten. Deswegen ist das ein oder andere Bundesligarennen auch nicht so von uns besetzt worden, wie wir es uns gern gewünscht hätten."
Am Stellenwert der Bundesliga für die Nachwuchsarbeit soll das jedoch nichts ändern. "Nichtsdetsotrotz freuen wir uns schon auf die Bundesliga 2027 und hoffen dort im Nachwuchs und als Team eine Rolle spielen zu können", sagte er abschließend.
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