Lechner kritisiert Fahrweise von Rembe - rad-net women

Palm gewinnt das letzte Rennen des Bundesliga-Auftaktblocks

Von Judith Krahl

Foto zu dem Text "Palm gewinnt das letzte Rennen des Bundesliga-Auftaktblocks "
Auch am vierten Renntag führte Rembe – rad-net women die Siegesserie fort. | Foto: Dominic Reichert

18.05.2026  |  (rsn) - In der Frauen-Bundesliga konnte Rembe - rad-net women erneut einen Erfolg feiern. Nach anspruchsvollen 99 Kilometern rund um Überherrn sicherte sich Katharina Palm den Sieg vor ihrer Teamkollegin Aileen Schweikart. Schweikart baute mit ihrem zweiten Platz zugleich ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus und führt nun nach dem vierten Wertungslauf vor Palm und Corinna Lechner (Wheel Divas).

Der selektive, 14 Kilometer lange Rundkurs sorgte früh für eine Aufsplitterung des Fahrerinnenfeldes. Nach etwa 40 Kilometern setzte sich eine vierköpfige Spitzengruppe ab: Palm, Schweikart, Ilsa Beig (Baden-Forchheim) und Kaya Meier (OG Cycling Crew-RV Stegen) bildeten die Spitze des Rennens.

Palm und Schweikart konnten sich aber von ihren zwei Mitstreiterinnen absetzen und fuhren so ungefährdet zum nächsten Sieg für Rembe – rad-net women. Im Spurt um Platz drei ließ Beig noch Meier hinter sich, während sich Lechner den Schlusssprint des dezimierten Hauptfeldes sichern konnte.

Beste Juniorin des Rennens war Beatrix Attelmann (RSV Göttingen-Bruckmühl), in der U19-Gesamtwertung behält Sophie Schuster (Mangertseder) die Nase vorn. Die U23-Nachwuchswertung führt Maira Jasch (RSV Irschenberg) knapp vor Leni Bauer (LKT) an, während Schweikart das Berg- und Beig das Sprinttrikot übernommen hat.

Dirk Schlosser, Sportlicher Leiter bei Rembe – rad-net women, äußerte sich gegenüber RSN zufrieden: "Wie in den Tagen zuvor waren wir die bestimmende Mannschaft, wir sind an allen Straßenrennen sehr aktiv gefahren, wir konnten immer die Spitzengruppe besetzen und das Rennen kontrollieren.“ Wie es sich bereits angedeutet hattee, hatte es Rembe - rad-net dank zahlenmäßiger Überlegenheit und Leistungsdichte nicht sonderlich schwer: "Andere Mannschaften konnten und wollten auch nicht wirklich nachsetzen, so dass wir ungefährdet die Tagessiege holen konnten.“

Rembe – rad-net women gegen Corinna Lechner (hier im Bergtrikot) von den Wheel Divas | Foto: Nico Schlichter

 

Eine hartnäckige Widersacherin war Lechner, die die Bundesliga 2024 schon mal für sich entscheiden konnte. Da ihr Team mit einem starken Kader die zeitgleiche Tour de Feminin bestritt, hatte sie in der nationalen Serie einen großen Nachteil. "Meine eigenen Mädels waren nicht in der Lage die Gruppen zurückzuholen und sonstige Teams hatten ebenfalls kein Interesse“, beschrieb sie die Situation.

Während Lechner selbst viel versuchte, um Rembe – rad-net women in Schach zu halten, übte sie gegenüber RSN deutliche Kritik am dominierenden Team: "Mit Rembe war es wirklich nicht leicht, so viele und insgesamt doch starke Fahrerinnen, die aber gleichzeitig ziemlich arrogant und teils ziemlich unsportlich gefahren sind: Hände vom Lenker nehmen, rumschubsen und so weiter", erzählte sie.

Als Beispiel einer Rennsituation brachte sie an: "Am dritten Tag waren viele schmale Straßen und Rembe hat sich mit ihren Fahrerinnen vorne positioniert. Attackiert haben sie immer zu zweit, was die ganze Nummer schwierig machte und bei den Attacken wurde ich gleichzeitig von den anderen eingebaut oder die Beine wurden extrem hochgenommen, damit ich erstmal außen rumfahren musste.“

Schlosser wies die Vorwürfe gegenüber Rembe - rad-net women zurück und äußerte sich, dass es normale Rennsituationen oder Sicherheitsmaßnahmen gewesen wären.

Zum neuen Auftaktblock der Frauen-Bundesliga fügte Lechner an: "Grundsätzlich waren die Rennen sehr gut organisiert. Der lange Transfer zum vierten Tag und jeweils frühe Start Samstag und Sonntag haben schon ganz schön viel Stress und wenig Erholung gebracht.“

Beig im Sprinttrikot, Schweikart als Gesamtführende und Schuster als beste Juniorin nach dem Auftaktblock. | Foto: privat

 

Wie die Wheel Divas bestritt auch LKT die Tour de Feminin und war dadurch mit einem kleinen und jungen Aufgebot bei der Bundesliga vertreten. "Das sportliche Ziel war von Beginn an klar definiert: die U23-Gesamtwertung. Viele Fahrerinnen befanden sich zeitgleich bei der Rundfahrt in Tschechien, so dass sich die Mannschaft auf Nachwuchsfahrerinnen konzentrierte“, beschrieb Teamchef Steffen Blochwitz das Hauptaugenmerk gegenüber RSN.

Nachdem Leni Bauer das Nachwuchstrikot durch ein gutes Zeitfahren am zweiten Tag für einen Tag übernahm, liegt sie nun nur wenige Punkte hinter der Führenden Jasch. "Aktuell liegt das Team mit Platz 2 (Bauer), Platz 3 (Nollau) und Platz 6 (Simon) weiterhin in Schlagdistanz – mit dem klaren Ziel, das Trikot zurückzuerobern“, ließ Blochwitz weiter wissen.

Das nächste Rennen zur Rad-Bundesliga findet am kommenden Sonntag, den 24. Mai, in Karbach statt.

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