RSNplusPinarello feiert ersten Grand-Tour-Etappensieg

Nach Krankheiten und Verletzungen glänzen Dunbar und Gloag

Von Kevin Kempf

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Eddie Dunbar (Pinarello - Q36.5) in der Gruppe des Tages | Foto: Cor Vos

11.09.2026  |  (rsn) – Schon mehrfach hatte Pinarello – Q36.5 aus allen Rohren gefeuert, um nach dem Podiumsplatz von Tom Pidcock bei der Vuelta a Espana 2024 endlich auch den ersten Tagessieg bei einer Grand Tour einzufahren. 

Mikel Azparren etwa war nach der 10. Etappe der diesjährigen Spanien-Rundfahrt am Boden zerstört, als er kurz vor dem Ziel noch eingeholt wurde. Nach dem 19. Tagesabschnitt war die Gemütslage bei den Schweizern eine ganz andere. Eddie Dunbar hatte im Schlussanstieg zu den Penas Blancas gegen Santiago Buitrago (Bahrain Victorious) endlich für den ersehnten Triumph gesorgt

Die Pinarello-Taktik war dabei wie schon öfter bei dieser Spanien-Rundfahrt einfach zusammenzufassen: volle Attacke! Mit Dunbar, Thomas Gloag und Marcel Camprubi war das Team gleich zu dritt bei den 16 Ausreißern vertreten. Quasi eine Übererfüllung der Vorgabe, wie der Spanische Meister bei Eurosport verriet: “Die Strategie war, dass zwei von uns in die Fluchtgruppe gehen.“ 

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Als die sich im Schlussanstieg teilte, zeigten sich gleich zwei Pinarello-Trikots im Führungsquartett. Dunbar und Gloag nahmen es mit Buitrago und Urko Berrade (Kern Pharma) auf. Als der Kolumbianer früh antrat, hatte er einen der zwei Teamkollegen am Hinterrad – und der machte erst mal nichts.

Eddie Dunbar (Pinarello - Q36.5) im Schlussanstieg der 19. Vuelta-Etappe | Foto: Cor Vos

“Ich bin heute für Eddie gefahren. Als Buitrago das erste Mal weggefahren ist, habe ich diese Attacke neutralisiert“, erklärte Gloag. “Ich hatte nicht unbedingt das Selbstvertrauen, dass ich am Ende noch Gas geben kann“, fügte er im Gespräch mit Eurosport an. Dunbar sprach dann im Ziel-Interview über dieselbeSituation. “Als sie im steilen Stück 12 Kilometer vor dem Ziel angriffen, bin ich mein eigenes Tempo gefahren. Ich kam zurück und weil Tom dabei war, hatten wir eine Extra-Lebensversicherung.“

Gloag, eine Extra- Lebensversicherung

Der Ire traute seinem Mannschaftsgefährten allerdings deutlich mehr zu, als dersich selbst. “Ich habe ihm gesagt, dass er heute gewinnen wird. Er sah enorm stark aus“, berichtete er. So kam es dann allerdings nicht. Gloag probierte zwar, Buitrago bei dessen finaler Attacke zu folgen, scheiterte dabei aber. Wenig später stieg Dunbar dem Kolumbianer nach – und den verließen im Schlusskilometer die Kräfte, wodurch der Pinarello-Neuzugang seinen dritten Vuelta-Etappensieg einfuhr, nachdem er 2024 bereits zweimal erfolgreich gewesen war.

Thomas Gloag (Pinarello - Q36.5) kommt als Dritter ins Ziel. | Foto: Cor Vos

”Es ist unglaublich. Ich habe das heute wirklich nicht erwartet“, erzählte der Sieger. Damit meinte Dunbar einerseits die schlechten Beine, die er zu Beginn der Etappe hatte, andererseits aber seine Krankengeschichte. “Dieses Jahr konnte ich nach einem schweren Unfall drei Monate lang gar nicht Rad fahren“, blickte er auf Anfang März zurück. 

Da stürzte er bei Paris-Nizza (2.UWT). Er gab das Rennen zwar auf, von einer längeren Pause, musste zunächst aber nicht ausgegangen werden. Dann allerdings wurde der 30-Jährige im Training von einem Motoroller angefahren. Erst Anfang Juli konnte Dunbar bei der Sibiu Tour (2.1) ins Renngeschehen zurückkehren.

Über die Clasica San Sebastian (1.UWT) und die Burgos-Rundfahrt kam er zur Vuelta – und das ohne große Erwartungen. “Ich dachte wirklich nicht, dass ich hier dabei sein würde und um Etappensiege mitkämpfen könnte. Ich kann es nicht glauben.“ Zwei Plätze hinter ihm und zwei Positionen vor dem dritten Pinarello-Profi im Bunde kam Gloag ins Ziel. Auch der hat bereits unerwünschte Erfahrungen mit Krankheiten und Verletzungen gesammelt.

Marcel Camprubi (Pinarello - Q36.5) wurde Fünfter. | Foto: Cor Vos

Im August 2023 zog er sich bei einem Trainingssturz eine Knieverletzung zu, die seine Saison beendete und ihn bis Ende Juni 2024 zu einer Pause zwang. Zwei Monate später zog er sich bei einem weiteren Trainingsunfall einen Ellenbogenbruch zu. Der Vertrag bei Visma – Lease a Bike wurde nach 2025 nicht mehr verlängert und Gloag fand bei Pinarello ein neues sportliches Zuhause.

Auch dort lief es zunächst jedoch nicht nach Wunsch. Eine Virusinfektion mit anschließender postviraler Erschöpfung sorgte im Frühjahr für zehn Wochen Rennpause. Dementsprechend hlernte der 24-Jährige schon früh, dass es auch ein Leben neben dem Sport gibt, wie in seinem Interview deutlich wurde. “Bevor ich anfange, über Eddies fantastischen Sieg zu sprechen, möchte ich sagen, welches Privileg ich habe, gesund hier zu sein, und wie viel Glück ich in meinem Leben habe, von so vielen tollen Menschen umgeben zu sein", betonte Gloag.

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