22. bis 25. August - Wittstock/ Brandenburg - DIY-Bike-Camp

Fre!lauf: “Raum für Vernetzung, Vielfältigkeit und Kreativität“

Foto zu dem Text "Fre!lauf: “Raum für Vernetzung, Vielfältigkeit und Kreativität“"
| Foto: mitradgelegenheit.org

05.08.2019  |  (rsn, cc) - „Fahrradfahrende sind nicht per se bessere Menschen, aber wer es aus Überzeugung tut, setzt sich für das Wohl und die Gesundheit aller ein“, sagt Yvonne Hagenbach von "Changing Cities": "Mit dem Festival Fre!lauf schaffen wir einen partizipativen Freiraum für Fahrrad-Aktivist/innen, um gemeinsame Visionen und Konzepte für die Mobilitäts-Wende zu entwickeln."

Vom 22. bis 25. August findet zum zweiten Mal das Fahrrad-Festival
"Fre!lauf" statt, nun unter dem Dach von "Changing Cities". Auf einem Gelände in der Nähe von Wittstock in Brandenburg wird es wie schon im letzten Jahr ein umfangreiches Programm geben, bei dem es im weitesten Sinne ums Fahrrad geht, wo aber auch politische und soziale Aspekte der Mobilität thematisiert werden.

Neben vielen praktischen Workshops wird es verkehrspolitische Vorträge geben, u.a. von Morten Kabell (CEO von "Copenhagenize") über Kopenhagen als fahrradfreundliche Stadt. „We’re not cyclists, we’re just people who happen to get around by bike“, so beschreibt sich das Copenhagenize-Team. Ein Ansatz, der genauso für das Festival gelten könnte: Fahrradfahren als eine Stellschraube für menschengerechte und klimafreundliche Städte eint die Teilnehmenden des Festivals.

Genauso werden Alltags-Radfahrende motiviert,
sich auf politischer Ebene für eine fahrradfreundliche und nachhaltige Infrastruktur einzusetzen. Um jedem die Teilnahme zu ermöglichen, wird es von einem ehrenamtlichen Team organisiert und der solidarische Festival-Beitrag ist selbst zu bestimmen. Im Gegenzug hilft jeder Teilnehmende mit, einen Ort für alle zu schaffen und zu erhalten.

„Bei uns ist jeder willkommen, Platz für Rassismus, Sexismus oder Diskriminierung wird es nicht geben“, so Lea Conzelmann vom "Fre!lauf"-Team. Eine Küfa (Küche für alle) wird die rund 200 Teilnehmenden voll versorgen. Dem DIY-Gedanken folgend wird zusammen Gemüse geschnippelt, abgewaschen, aufgeräumt und selbst der Strom für den Beamer für das abendliche Filmangebot vom "Klak"-Fahrradkino wird durch die Pedalkraft der Teilnehmenden selbst erzeugt.

Dass so etwas funktionieren kann,
bestätigen die Erfahrungen aus dem Vorjahr. „Als alle abgereist waren, wollte ich den letzten Müll auf dem Gelände aufsammeln - aber da war einfach keiner“, sagt Florian Keiper, Initiator von "Fre!lauf": „Es war ein utopischer Ort, dessen Visionen vielfach Realität geworden sind. In der heutigen Zeit müssen wir einfach Stellung beziehen für ein soziales Miteinander und klimagerechte Politik.“

Das Projekt entstand aus einem Arbeitskreis der Bund-Jugend Berlin, der "mitRADgelegenheit". Diese wird wieder eine Gruppenanreise mit dem Fahrrad organisieren. Geplant ist weiterhin, für eine Fahrrad-Demo nach Wittstock/ Dosse zu mobilisieren, um die Menschen vor Ort zu unterstützen. Sie demonstrieren gegen eine geplante Bundesstraße, die durch das benachbartes Öko-Dorf Zempow führen soll, aber nach Einschätzung der dortigen Bürgerinitiative nicht benötigt wird.

Changing Cities e.V.
fördert zivilgesellschaftliches Engagement für lebenswertere Städte. Das bislang größte Projekt von Changing Cities e.V. ist der "Volksentscheid Fahrrad" in Berlin, mit dem es 2016 gelang, die Berliner Verkehrspolitik zu drehen und das bundesweit erste Mobilitätsgesetz anzustoßen.
Changing Cities e.V. unterstützt landes- und bundesweit Bürger-Initiativen, die sich für eine nachhaltige Verkehrswende und lebenswerte Städte einsetzen, mit Kampagnen-Wissen oder stößt solche Initiativen an.

Die Initiative "Volksentscheid Fahrrad"
Hinter dem Volksentscheid stehen Engagierte, Mobilitäts-Expert/innen, Demokratie-Retter/innen und Fahrrad-Enthusiast/innen. Ein Zehn-Punkte-Plan des geplanten Gesetzes benannte konkrete Maßnahmen, jährliche Zielsetzungen und eine Umsetzungsverpflichtung innerhalb von acht Jahren.
Der Volksentscheid Fahrrad wurde Berlins schnellster Volksentscheid: Der Antrag auf Einleitung eines Volksbegehrens wurde innerhalb von nur dreieinhalb Wochen von 105 425 Berlinern unterschrieben – sieben Prozent der Wählerstimmen. Die neue Koalition sagte darauf zu, alle Ziele und Forderungen zu übernehmen. Am 28. Juni 2018 verabschiedete der Berliner Senat Deutschlands erste Mobilitätsgesetz. Jährlich werden nun mehr als 50 Mio. Euro in die Radwege investiert.
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