Team Strassacker - Rennbericht - 2. Platz in der Mannschaftswertung

Riderman: Am Berg mit Heinrich Haussler

Von Christian Thomas

Foto zu dem Text "Riderman: Am Berg mit Heinrich Haussler"
Christian Mai (r.) | Foto: Franco Adamo/ Team Strassacker

24.09.2019  |  Mit dem „Riderman“ stand für das Team Strassacker am vergangenen Wochenende das vorletzte Saison-Rennen an, das mit seinen drei Etappen und einem internationalen Starterfeld zu einem der härtesten Jedermann-Prüfungen des Jahres zählt.

Dabei schlugen sich die sieben Starter der Süßener Kunstgießerei sehr beachtlich. Allen voran konnte Christian Thomas mit seinem 3. Platz im Zeitfahren sowie dem 2. Platz auf der Schluss-Etappe überzeugen, ebenso Chris Mai und Benni Koch, die in der Gesamtwertung auf den 6. und 7. Platz fuhren.

Einzelzeitfahren (16 km/ 200 hm)
Das Einzelzeitfahren gehört bei den meisten Fahrern des Team Strassacker eher nicht zu den Lieblings-Disziplinen. Aber es gibt immer mehr Team-Fahrer, die auch daran Gefallen finden: So stehen mittlerweile selbst Sprinter wie Timo Dahlheimer oder Bergfahrer wie Benni Koch mit Zeitfahrrädern am Start – und das zahlte sich aus.

Mit gleich drei Fahrern in den Top 15 (Benni Koch 15. Platz, Chris Mai 5., Christian Thomas 3.) legte das Team hier den Grundstein für das gute Ergebnis in der Mannschaftswertung. Die Überraschung des Tages war dabei Chris Mai, der auf dem Rad des Team-Kollegen Lukas Klöckner mit 21:14 min eine Zeit hinlegte, die in der Vergangenheit auch schon mal für den Sieg gereicht hätte. Das Gleiche gilt für Christian Thomas, der seine Stärken auf dem Kurs gut ausspielen konnte, und in 21:00 min aufs Podium fuhr.

Zweite Etappe (121 km/ 1850 hm)
„Die 2. Etappe ist ja noch länger und härter als in den letzten Jahren“ - ein Kommentar, der am Vorabend bei der EZF-Siegerehrung öfters zu hören war. Entsprechend wurde eine hartes Ausscheidungsfahren erwartet. Und so kam es dann auch...

Über die erste Hälfte des Rennens blieb das Spitzenfeld zwar zusammen, und mit Lukas Klöckner, Christian Thomas, Chris Mai und Benni Koch waren vier Strassacker-Fahrer vorne dabei. Doch am langen Anstieg nach Münchingen zerlegte es die Gruppe in mehrere Teile und Klöckner sowie Thomas fielen in abgehängte Gruppen zurück.

Auch Mai und Koch konnten das Tempo der Spitze nicht ganz mitgehen, zeigten aber Kampfgeist und erreichten in der ersten Verfolgergruppe mit knapp drei Minuten Rückstand das Ziel, auf den Plätzen 7 und 8 in der Tageswertung.

„Wir hatten uns eigentlich etwas mehr ausgerechnet, aber die fünf Fahrer in der Spitzengruppe waren heute einfach zu stark. Am Ende können wir auch froh sein, dass Benni bei seinem Verbremser nichts passiert ist und wir in der Teamwertung den zweiten Platz gehalten haben“, sagte Chris Mai im Ziel.

Trotz der leichten Enttäuschung in der Tageswertung konnte sich Benni in der Gesamtwertung um neun Plätze verbessern und ging einen Platz hinter Chris auf dem 6. Platz in die Schluss-Etappe am Sonntag.

Dritte Etappe (99 km/ 1220 hm)
Die Taktik-Besprechung am Vorabend der letzten Etappe war kurz, aber eindeutig: „Einfach überleben - und falls Christian mit auf die Zielgerade kommt, für ihn den Sprint anziehen“, so die Ansage von Road Captain Timo Dahlheimer.
Das erwies sich als goldrichtige Taktik, denn genau so kam es...

Nachdem die ersten Kilometer zügig gefahren wurden, setzte sich der Gesamtführende Benedikt Helbig nach rund 30 km alleine ab, wodurch das Tempo erstmal raus war. Dies nutzte auch Christian Thomas etwas später zu einer Attacke, mit dem Ziel, den langen Anstieg nach Opferdingen im eigenen Tempo fahren zu können und erst an der Kuppe gestellt zu werden.

Das gelang ihm, sodass ab dann eine neunköpfige Spitzengruppe das Rennen bestimmte; mit dabei neben den Führenden in der Gesamtwertung und dem Bahrain-Merida-Profi Heinrich Haussler auch Christian Thomas, Benni Koch und Chris Mai, wodurch das Team Strassacker die Übermacht in der Gruppe stellte.

Trotz des hohen Tempos konnte sich am letzten Anstieg der spätere Gesamtsieger Tobias Eise von der Gruppe lösen, sodass das die drei Fahrer in Celeste gefordert waren. Christian Thomas im Ziel: „Da wir zu dritt waren, mussten wir nachfahren und wechselten uns gut ab. Auf der Zielgeraden zogen mir Benni und Chris dann mustergültig den Sprint an und ich konnte Eise noch stellen. Allerdings überholte mich Nils Merckx noch kurz vor dem Ziel.“

Trotzdem waren mit diesem erneuten Podiums-Platz alle sehr glücklich - vor allem weil das Team sich über die gesamte Renn-Distanz sehr gut präsentiert hatte. Auch für Chris Mai (6. Platz) und Benni Koch (7. Platz) sprangen noch gute Platzierungen in der Gesamtwertung heraus; in der Teamwertung konnte der 2. Platz gesichert werden.

So konnte Team-Chef Franco Adamo ein positives Fazit ziehen: „Was ich heute im Livestream von meinen Jungs gesehen habe, war ganz große Klasse, sowohl taktisch als auch vom Team-Spirit her. Zwar hat es dann am Ende leider nicht zum Sieg gereicht, aber alles in allem war das für uns ein sehr erfolgreiches Wochenende, bei einer wirklich mustergültig organisierten Veranstaltung.

Nicht zuletzt: Der Livestream des Riderman hebt den Jedermann-Radsport und diese Veranstaltung nochmals auf einen höheren Level, zudem eine perfekte Werbung für die Sponsoren. Wir kommen nächstes Jahr gerne wieder.“

Bevor die Planungen für 2020 starten, folgt noch das letzte Saison-Rennen am 3. Oktober in Münster, wo das Team Strassacker noch einmal hochmotiviert am Start stehen wird.

Die Ergebnisse (Gesamtwertung):
1. Tobias Eise (Triebwerk)
2. Benedikt Helbig (Magnesium Pur)
3. Christian Kreuchler (BKK)
6. Chris Mai
7. Benni Koch
20. Christian Thomas
30. Lukas Klöckner
35. Timo Dahlheimer
50. Jannik Wüster
55. Thierry Henz

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