Eine Auswahl der rsn-Redaktion - Teil 1

Die zehn besten Rennrad-Filme

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Die zehn besten Rennrad-Filme "
| Foto: Roth

23.03.2020  |  Noch ist in Deutschland - anders als in etlichen anderen europäischen Ländern - Radfahren erlaubt, wenn auch nicht mehr in der Gruppe. Trotzdem bleiben viele Rennradler zuhause, und verlängern ihre Trainings-Saison auf der Rolle. Aus Respekt vor allen, die gefährdet sind, als Zeichen für andere, und auch aus Selbstschutz.

Um die Stunden auf der Rolle etwas abwechslungsreicher zu gestalten, hat die Redaktion von Radsport-News am Wochenende die besten Rennrad-Filme für Sie herausgesucht. Joachim Logisch, Matthias Seng, Wolfgang Preß, Felix Mattis, Christoph Adamietz, Peter Maurer und Eric Gutglück haben jeder zehn Filme vorgeschlagen, Spielfilme und Dokumentationen, daraus entstand eine Rangliste, die wir Ihnen in zwei Teilen vorstellen.

Hier nun die ersten sechs Filme unserer Auswahl (Platz zehn ist wegen Wertungs-Gleichstand doppelt belegt). Die meisten finden Sie auf youtube, Amazon oder Netflix. Viel Spaß!

Platz 10: Das große Rennen von Belleville
Oma Souza ist zufrieden: Die Leidenschaft fürs Rennradfahren hat ihren Adoptiv-Enkel Champion endlich aus seiner Lethargie gerissen. Er lebt für nichts anderes mehr, und startet schließlich sogar bei der Tour de France... Als Champion entführt wird, nimmt Oma Souza mit ihrem treuen Hund Bruno die Verfolgung auf. Die Suche führt sie nach Belleville, einem Stadt-Moloch, der an Fritz Langs Metropolis erinnert.

Sylvain Chomets skuriller Zeichentrick-Spaß ist eine groteske Hommage an Jaques Tati und Buster Keaton, die fast völlig ohne Dialoge auskommt. Das Film-Design ist auf bizarre Art schräg, der Oscar-nominierte Soundtrack von Benoit Charest ein weiteres Highlight: Flotter 30er-Jahre-Jazz, der ins Ohr geht. Der etwas andere Rennrad-Film...

Platz 10: Andy Schleck - My Tour
Im Jahr 2011 konnte der dänische Fernseh-Regisseur Niels Christian Jung den zweimaligen Tour-Zweiten Andy Schleck und sein neues Team Leopard Trek mit der Kamera begleiten. Die 60minütige Doku begleitet Andy und seinen Bruder Frank sowie das Team bei ihren systematischen Vorbereitungen auf die Tour, bei der er endlich siegen will. Der Film zeigt viele persönliche Gespräche und neue Einblicke in Organisation, Kultur und Professionalität der Rad-Szene. Die zentrale Frage: Wird Schleck die Unterstützung bekommen, die er braucht - in einem neuen, noch unerfahrenen Team?

Platz 9: Le Vélo de Ghislain Lambert
Ghislain Lambert ist kein Spitzenfahrer - aber er ist nicht mehr bereit, nur noch dem Star seines Rennstalls zu dienen. Er will selbst Sieger werden, wie sein grosses Vorbild Eddy Merckx, der am gleichen Tag wie er Geburtstag hat, und beginnt, verbotene Substanzen zu nehmen. Das führt zu vielen lustigen und zugleich tragischen Szenen...

Der französische Streifen spielt in den Siebziger Jahren, mit detailgetreuer Ausstattung: psychedelische Tapeten, futuristische Lampen, stilechte Rennräder und Trikots. Die tragikomischen Misserfolge von Ghislain Lambert, gespielt vom belgischen Schauspieler und Regisseur Benoît Poelvoorde ("Mann beißt Hund"), machen diesen bittersüssen Film zu einer der besten Radsport-Komödien. An Ghislains Seite spielt José Garcia, einer der talentiertesten französischen Komiker, die Rolle des Bruders und Trainers.

Platz 8: Tour du Faso
Die Tour du Faso ist in Europa wohl nur wenigen Radsport-Fans ein Begriff - dabei gehören auch europäische Teams längst zum Teilnehmerfeld. Der niederländische Dokumentarfilmer Wilm Huygen hat das seit 1987 stattfindende Rennen über 1300 staubige Kilometer in der Savanne von Burkina Faso im Jahr 2011 begleitet. Sein Film liefert faszinierende Bilder über die Begeisterung der Sportler und Zuschauer in diesem radsportverrückten Land -  aber auch über die Probleme wie Armut und die Schatten der kolonialen Vergangenheit...

Platz 7: The Flying Scotsman
Ein Spielfilm über das Leben des schottischen Radrennfahrers Graeme Obree, der in den 90er Jahren zweimal den Stundenweltrekord auf der Bahn aufstellte - mit kuriosen, selbstgebauten Rennrädern, von der UCI schließlich nicht anerkannt.

Das Kino-Debüt des renommierten schottischen Fernseh-Regisseurs Douglas Mackinnon, mit "Trainspotting"-Held Jonny Lee Miller in der Titelrolle, und mit Billy Boyd ("Herr der Ringe") sowie Brian Cox ("X-Men") bestens besetzt, bietet neben einer aufregenden Story sensationelle Hochgeschwindigkeits-Aufnahmen auf der Bahn - und gewährt darüber hinaus tiefe Einblick in den Profi-Radsport.

Platz 6: Bradley Wiggins - A Year in Yellow
Die einstündige Dokumentation „A year in yellow“ begleitet Bradley Wiggins in seinem famosen Jahr 2012, als er die Tour de France und anschließend das olympische Einzelzeitfahren gewann. John Dowers exzellenter Film zeigt einen modernen Helden: abweisend, zurückgezogen, einer, der selbst von denen, die ihm am nächsten stehen, als schwierig beschrieben wird. Sogar seine Frau sieht ihn als zwei verschiedene Menschen: "Mein Mann ist brillant - er ist richtig gut, geduldig, nett", sagte sie. "Dann ist da noch der Radfahrer. Der ist ein ziemlicher Arsch..."

Die fünf besten Rennrad-Filme finden Sie hier...

 

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