Vor 90 Jahren starb der schottische Radfahrer, Arzt und Schriftsteller

Arthur Conan Doyle: “Ich finde nur lobende Worte für das Rad“

Von Wolfgang Preß

Foto zu dem Text "Arthur Conan Doyle: “Ich finde nur lobende Worte für das Rad“"
Arthur Conan Doyle und sein Fahrrad | Foto: pinterest

29.03.2020  |  «Wenn Du niedergeschlagen bist, wenn dir die Tage immer dunkler vorkommen, wenn dir die Arbeit nur noch monoton erscheint, wenn dir es fast sinnlos vorkommt, überhaupt noch zu hoffen, dann setz dich einfach aufs Fahrrad, um die Straße herunterzujagen, ohne Gedanken an irgendetwas außer deinen wilden Ritt.»

Dieses Zitat macht im Netz derzeit wieder verstärkt seine Runden -
und selten passte es so gut wie in diesen Zeiten von Corona und Angst. Sein Urheber,  der schottische Arzt und Schriftsteller Arthur Conan Doyle, war sein ganzes Leben lang, aber vor allem als niedergelassener Arzt in den 1880er Jahren in Porthsmouth, viel mit dem Fahrrad unterwegs. Aus dieser Zeit stammt seine Sentenz, die schon damals schnell populär wurde.

Der am 22. Mai 1859 in Edinburgh geborene Doyle veröffentlichte im Jahr 1887, mit 28 Jahren, im Londoner "Strand Magazine" seine erste Geschichte mit dem Detektiv Sherlock Holmes und dessen Freund Dr Watson: "A Study in Scarlet" (dt. Eine Studie in Scharlachrot). Er starb am 7. Juli 1930 in Sussex.   

Conan Doyle kommentierte seine Fahrrad-Empfehlung
im Jahr 1896, als er als Schriftsteller bereits berühmt war, und von einer Londoner Zeitung nach den Vorteilen des Radfahrens gefragt wurde:

"Am meisten bin ich Fahrrad gefahren während meiner Tätigkeit als Arzt, und wenn ich geschrieben habe. Am Morgen oder am Nachmittag, vor oder nach der Arbeit, wenn mich die Lust dazu gepackt hat, bin ich aufs Rad gestiegen, und war weg für eine Runde ein paar Meilen die Landstraße rauf oder runter.

Ich kann nur lobende Worte für das Fahrrad finden,
denn ich glaube, dass seine Nutzung allgemein vorteilhaft, und nicht im geringsten abträglich für die Gesundheit ist, ausgenommen bei Anfängern, die es übertreiben."

Übrigens spielen Fahrräder auch in einer “Sherlock-Holmes“-Geschichte eine zentrale Rolle: "The Solitary Cyclist" (dt. Die einsame Radfahrerin), 1904 im "Strand Magazine" veröffentlicht.

Miss Violet Smith ist gerne mit ihrem Fahrrad
in der einsamen Charlington-Heide unterwegs. Doch dann lauert ihr immer an der gleichen Stelle ein schwarzgekleideter Mann auf, ebenfalls mit einem Fahrrad. Schließlich bittet die verängstigte Violet Sherlock Holmes um Beistand. Der hält den Mann zunächst für einen schüchternen Verehrer. Eine fatale Fehleinschätzung, wie der Detektiv bald erkennen muss...

Die Episode wurde mehrfach verfilmt, das erste Mal bereits 1921, und in den 70er und 80er Jahren für verschiedene Fernsehsender. Die letzte Publikation war 2013, in der sechsteiligen Comic-Serie "The Graphic Novel Adventures of Sherlock Holmes" von Vincent Goodwin und Ben Dunn (Illustrationen).

JEDERMANN-RENNEN DIESE WOCHE
  • Keine Termine