19. - 25. Juni - Renn-Tagebuch Team Strassacker - Tag 2

Tour Transalp: Weiter träumen - weiter in Gelb

Von Jael Heinrich und Moritz Palm

Foto zu dem Text "Tour Transalp: Weiter träumen - weiter in Gelb"
Benjamin Witt und Philip Peitzmeier am Stilfser Joch | Foto: Uwe Geissler

21.06.2022  |  Am Sonntag startete das Team Strassacker mit einem Doppelsieg in die Tour Transalp 2022. Gestern standen Ofen-Pass und Stilfser Joch am Programm - und die Süßener konnten Gelb verteidigen.
Das
Team Strassacker ist mit drei Mannschaften am Start:
Team Strassacker - radsport-news 1: Nils Kessler, Moritz Palm
Team Strassacker - radsport-news 2: Benjamin Witt, Philip Peitzmeier
Heuer neu ist das Team Strassacker Mixed mit Jael Heinrich und Jonas Kahler.

Wie in den vergangenen Jahren ist radsport-news.com als Medien-Partner dabei, und veröffentlicht ein Tour-Tagebuch, in dem die Teams abwechselnd von den Ereignissen berichten - heute zunächst Moritz:

Das Team Strassacker erwartete auf der heutigen zweiten Etappe
über 102 Kilometer mit 2758 Höhenmetern gleich zwei richtige Alpen-Klassiker. Zunächst waren der Ofen-Pass und dann das Stilfser Joch zu erklimmen - soweit die Theorie...

Wegen zahlreicher Baustellen und roter Ampeln wurde der Anstieg zum Ofen-Pass dann bis wenige Kilometer vor dem Gipfel neutralisiert gefahren. Das änderte die Charakteristik des Rennens allerdings entscheidend: Mit frischen Beinen nahmen wir in einem großen Fahrerfeld die Abfahrt nach Prad am Fuß des Stilfser Jochs in Angriff.

Unser „Hai von Kuppenhain“ Ben (Witt) konnte
die Konkurrenz mit Phil und mir an seinem Hinterrad in gewohnter Manier ordentlich unter Druck setzen, sodass bereits nach wenigen Kilometern in der Abfahrt eine Lücke aufging. In dem Moment wussten wir zwar nicht so wirklich, was wir nun machen sollen – mein Partner Nils war leider in der zweiten Gruppe ausgebremst worden und hatte mein Hinterrad verloren. Wir entschieden uns dann aber dafür, einfach mal weiterzufahren und zu schauen, was passiert.

Am Fuß des Stilfser Jochs staunte ich daher nicht schlecht, als das Begleitmotorrad uns einen Vorsprung von rund vier Minuten durchgab. Schnell fanden wir ein gutes Tempo für den 21-km-Anstieg, das wir ja immerhin 90 Minuten durchhalten mussten. Wenige Kilometer vor dem Gipfel ließ ich mich dann zurückfallen, um Nils zu supporten.

Unterdessen fuhren Ben und Philip ungefährdet
ihrem zweiten Sieg in Folge entgegen. Wir kamen dann kurze Zeit später auf Platz drei ins Ziel und konnten den Zeitverlust auf Platz zwei in Grenzen halten. Aus Sicht der Herren-Teams kann man also festhalten: Ein rundum gelungener Tag, Gelb verteidigt, im Gesamt-Klassement auf Rang eins und drei sowie den Tagessieg errungen – was will man mehr?

Aber auch unser Mixed-Team Jael und Jonas konnte heute eine überzeugende Performance abliefern - und sich neben dem zweiten Platz im Tagesergebnis auch auf Rang drei im Gesamt-Klassement vorarbeiten. Hier Jaels Bericht:

Trotz der unruhigen, neutralisierten
Anfangsphase über den Ofen-Pass gelang es Jonas und mir, das Hinterrad der vor uns klassierten Mixed-Teams zu halten. In der Abfahrt konnten wir einen guten Vorsprung herausfahren, den die beiden Konkurrenten erstmal schließen mussten. Gemeinsam fuhren wir dann in Prad in den Anstieg zum Stilfser Joch.

Leider wurden wir im unteren Drittel abermals durch eine rote Baustellen-Ampel aufgehalten - das kostete uns wertvolle Zeit auf die anderen Mixed-Teams. Dann ging es richtig los, unsere Konkurrenten vom Ofen-Pass fuhren bis auf 250 m weg. Doch wir hielten trotz der Hitze den Kopf kühl, sowie Tempo und Rhythmus konstant.

Gegen Hälfte des Anstieges hatten wir
die beiden dann wieder direkt vorm Rad - überholten sie schließlich und konnten mit 40 Sekunden Vorsprung die Etappe beenden. Eine große Rolle spielte dabei in der stehenden Hitze auf dem Pass die Super-Verpflegung, die unsere Team-Kollegen organisiert hatten.

Morgen geht’s über kurze 46 Kilometer und 1800 Höhenmeter nach Livigno. Auf dem Papier eine recht entspannte Etappe – aber wer weiß? Vielleicht lässt morgen mal wieder jemand in der Abfahrt eine Lücke aufgehen?

Viele Grüße aus Bormio,
Jael & Moritz

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