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24.06.2022 | (rsn) - Am 14. Juni um 13:05 Uhr startete der Wirtschafts-Professor Kurt Matzler aus Innsbruck in sein erstes Race Across America als Solo-Fahrer. Sein "Team Rotary RAAMs Polio" verbindet das Rennen mit einem Spenden-Projekt; das Ziel des 52-jährigen: In weniger als zwölf Tagen finishen, und eine Million Dollar an Spenden sammeln.
radsport-news.com veröffentlicht alle zwei Tage Notizen aus Kurts Tagebuch en. Hier die Einträge der Tage fünf und sechs, aufgezeichnet von Martin Ebster.
21. Juni
Sorry, dass gestern keine Nachricht mehr von mir gekommen ist. Die späte Ankunftszeit und nicht vorhandene WLAN-Verbindungen haben das leider verhindert...
22. Juni, 22 Uhr
(MEZ) ·
Kurt ist gestern um 3:10 Uhr (Ortszeit) gestartet und hat nach der unfassbar anstrengenden Etappe des Vortags einen sehr ausgeruhten und fröhlichen Eindruck gemacht. Es scheint, als hätte er die Hitze-Ermüdung aus der Wüste wirklich überwunden. Er sagt zwar immer, dass er während der ersten Stunden immer fast einschläft, andererseits ist seine Leistung zu dieser Zeit absolut beeindruckend. Die Strategie mit den längeren Pausen scheint langsam aufzugehen.
Gestern hatte er, auch wenn das im Video villeicht nicht immer so aussieht, keine gröberen Knieprobleme. Dass sein Lieblingsrad wieder repariert werden konnte, gibt ihm zusätzliche Motivation. Bei der Überquerung des Mississippi der Kommentar von Kurt: „Wer es bis hierher schafft, schafft es ins Ziel – heißt es immer!“
Das Girls-Team hat ab 9:45 Uhr übernommen und führte Kurt durch Illinois, wo er zeitweise wirklich geflogen ist. Da die Etappe jedoch bis weit in die Nacht dauern würde, ist das Einteilen der Kräfte umso wichtiger. Das American-Team übernimmt ab 17:30 Uhr und führt Kurt in die Nacht, wo es die Verantwortung an den Crew-Chief Zoli und sein Team abgibt, der Kurt um 3:30 Uhr in Bloomington Indiana im Hotel zur Schlafpause führt.
Ein brasilianisches Team hat Kurt in der Nacht überholt - und ihn, wie beim „Carneval in Rio“ gefeiert, was ihm unheimlichen Auftrieb gibt.
23. Juni, 13 Uhr
Nach – laut Ärztin Alexandra – gutem Schlaf während der frühen Morgenstunden startet Kurt um acht Uhr in die Etappe nach Athens in Ohio. Gerade zu Beginn wirkt er heute jedoch ein bisschen angeschlagen und müde. Bis in den Nachmittag hinein hat er Konzentrationsprobleme und der Tag ist für ihn und auch sein Begleit-Team anfangs eine echte Herausforderung. In dieser Phase kann er auch nicht, wie in vergangen Tagen Plätze gutmachen und bleibt vorerst auf Rang neun.
Zwei kurze Powernaps und eine etwas längere Schlafpause an der Timestation Oxford in Ohio bringen Kurt wieder zurück ins Spiel. Vor allem die kühleren Temperaturen am Spätnachmittag und in der Nacht lassen ihn zu alter Stärke auflaufen und er liegt zu Mitternacht wieder auf Platz acht. Das amerikanische Begleit-Team schreibt um 23:30 Uhr: „He doesn’t want to stop earlier, he’s so motivated!“
Eine Information am Rand: Das Team hat oft das Gefühl, dass das RAAM im eigenen Land kaum bekannt und in einigen Staaten nicht sehr willkommen ist. Nicht so in Ohio! Dort werden die Athlet/innen begeistert empfangen, Fans stehen an der Straße und applaudieren, Transparente stehen in den Gärten und es ist vor allem die ganze Strecke durch Ohio perfekt ausgeschildert.
Kurts Ankunft im Hotel ist zwischen sechs und acht Uhr geplant. Heute ab 7:20 Uhr geht’s schon wieder weiter - mit der Königs-Etappe in den Appalachen mit 5000 Höhenmetern. Morgen mehr!
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