RSNplus“Nicht der beste Kurs für eine WM“

Sütterlin zufrieden mit der Leistung, aber nicht mit der Strecke

Von Peter Maurer aus Montreal und Kevin Kempf

Foto zu dem Text "Sütterlin zufrieden mit der Leistung, aber nicht mit der Strecke"
Jasha Sütterlin auf dem Weg zu Patz 14 bei der Zeitfahr-WM. | Foto: Cor Vos

20.09.2026  |  (rsn) – Am Ende der Zeitfahr-WM in Montréal stand eine 14 neben dem Namen von Jasha Sütterlin. Neun Sekunden fehlten dem 33-Jährigen zu Rang 9; eine Platzierung, die bei seiner Suche nach einem neuen Arbeitgeber für die neue Saison sicher stärkere Argumente geliefert hätte. Letztendlich war er aber der bessere der beiden deutschen Starter und hatte Max Walscheid 36 Sekunden abgenommen. Der deutsche Vize-Meister musste mit Rang 27 Vorlieb nehmen.

Zufrieden über seine Leistung war Sütterlin jedenfalls, auch wenn er sich kritisch über den WM-Parcours äußerte. “Es war echt nicht der beste Kurs für eine Weltmeisterschaft, muss ich ehrlich sagen. Aber am Ende müssen ihn alle fahren und ich denke, ich habe das ganz gut gepaced, gerade den mittleren und den Schlussteil“, resümierte er, um dann ins Detail zu gehen. “Am Anfang hatte ich echt Probleme, meinen Rhythmus zu finden. Aber sobald ich auf den langen Geraden war, habe ich eine gute Pace hinbekommen und versucht, bis zum technischen Teil einen guten 50er Schnitt zu haben.“

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Doch das dicke Ende kam auf der Strecke in Montréal zum Schluss. “Durch diese Kurven und immer so leicht steigend berghoch Richtung Ziel, verliert man an Schnitt. Letztendlich hatte ich exakt einen 50er Schnitt. Deswegen bin ich relativ zufrieden“, sagte Sütterlin, der dann doch noch einmal auf den Parcours zu sprechen kam.

Strecke zu technisch?

“Ich fand den Kurs zu technisch und zu anspruchsvoll. Der Asphalt, aber auch der Belag und die Kurven waren teilweise echt grenzwertig. Das kleine Stück Richtung Altstadt runter auf diesem Kopfsteinpflaster - wenn es hier nass gewesen wäre, da wären einige sehr, sehr unzufrieden gewesen“, erzählte Sütterlin. 

Unzufrieden war vermutlich vor allem der Schwede Jakob Söderqvist. Der nämlich stürzte auf Medaillenkurs liegend in einer Linkskurve und wurde letztlich Fünfter. Der letztjährige U23-Weltmeister blieb aber das einzige Sturzopfer.

Jasha Sütterlin in Montreal | Foto: Cor Vos

Trotz des Crashs seines Lidl-Teamkollegen zog Walscheid gegenüber RSN ein anderes Fazit zur Strecke. “Es war schwer, den richtigen Rhythmus zu wählen. In den ersten Kilometern durfte man keine Zeit verlieren und trotzdem nicht überpacen. Aus den Kurven raus war es schwierig, eine gute Balance zu finden, bevor es dann auf die langen Vollgasstücke ging. Insofern ein herausfordernder Kurs, ich denke zum Anschauen aber schön“, so 33-Jährige.

Walscheid hatte schon 2020 und 2021 an der Zeitfahr-WM teilgenommen, bei seinem zweiten Start verpasste er die Top Ten als Elfter nur knapp. Trotz seiner Erfahrung war er beeindruck vom Bild, das sich ihm am Streckenrand bot. “Ich fand es richtig krass, wie viele Zuschauer am Anfang an der Strecke waren, das habe ich so ehrlich gesagt gar nicht erwartet. Ich war bis zum Start wirklich in meinem Tunnel. Ich war wirklich in meinem eigenen Tunnel und erst als ich die Startrampe runtergeguckt habe, habe ich gesehen, dass da einige Leute standen. Das war natürlich superschön und motivierend“, so der Deutsche.

In der Mixed Staffel "müssen wir extrem aufpassen"

Diese oder zumindest eine ähnliche Stimmung wird er schon in zwei Tagen erneut genießen können. Dann steht er neben Sütterlin und Nikias Arndt in der Mixed Staffel am Start. Das Frauen-Trio wird von Ricarda Bauernfeind, Antonia Niedermaier und der Gewinnerin der Bronzemedaille im Einzelzeitfahren der Frauen, Franziska Koch, gebildet. Dann ist Edelmetall erneut ein Ziel, nachdem 2025 am Ende des Rennens nur Platz fünf zu Buche gestanden hatte.

Max Walscheid in Montreal | Foto: Cor Vos

“Die Form ist gut, auch bei den Mädels. Das hat man heute gesehen. Zwei unter den ersten Zehn. Ich habe jetzt mit Max noch nicht gesprochen. Ich denke, der ist auch ein gutes Rennen gefahren. Wir haben in beiden Mannschaften Top-Fahrer mit im Team und ich denke, dass wir da ein Wörtchen Richtung Podium mitreden können Richtung Podium”, urteilte Sütterlin, während Walscheid bereits eine Warnung aussprach.

“Ich denke, wir müssen wirklich extrem aufpassen, dass wir uns da nicht auseinanderfahren. Das Mixed ist im Verhältnis zum Einzelzeitfahren noch technischer, weil der Abschnitt über die Formel 1-Strecke fehlt. Insofern müssen wir da echt eine super Balance finden aus extrem einem schnellen Anfangstempo, aber eben auch nicht überpacen”, meinte er mit Blick auf das zweimal 20,3 Kilometer lange Rennen.

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