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08.10.2026 | (rsn) - Zu ihren zwei Weltmeistertiteln im Einzelzeitfahren gesellte sich in Slowenien nun der fünfte Europameistertitel. Marlen Reusser ist und bleibt die Königin des Einzelzeitfahrens und eroberte nach Bronze im Straßenrennen ihre zweite Medaille bei den kontinentalen Titelkämpfen in Slowenien. Um deutliche 23 Sekunden hielt sie ihre Dauerkontrahentin Demi Vollering auf Distanz, die Französin Juliette Berthet lag auf dem Bronzerang schon 1:10 Minuten zurück.
“Es ist schön, wenn du mehrfach in Folge gewinnen kannst, denn ich habe bei den Europameisterschaften jetzt eine richtige Serie, die nur unterbrochen davon war, dass ich 2024 krankheitsbedingt nicht dabei war. Stand ich am Start, habe ich seit 2021 immer gewinnen können, du, das ist sehr cool“, verriet die 35-Jährige bei der Pressekonferenz nach ihrem erneuten Titelgewinn. ___STEADY_PAYWALL___
Die Radsport-Späteinsteigerin, die lange parallel noch als Ärztin arbeitete, darf sich zu den besten Fahrerinnen der Welt zählen – nicht nur in ihrer Spezialdisziplin wird . Reussers Erfolgsliste immer länger. “Alles im Leben, was man zum ersten Mal macht, ist eine ganz spezielle Sache“, sagte sie, angesprochen auf ihre fünf Siege und ob sie dabei einen besonderen ausmachen würde: “Wenn man etwas zum ersten Mal gewinnt, ist es immer besonders, weil ein Ziel erreicht wird, von dem man gar nicht genau weiß, ob man es schaffen kann. Aber jeder Sieg hat etwas Schönes.“
Marlen Reusser im EM-Zeitfahren von Ljubljana. | Foto: Cor Vos
Auch aufgrund ihrer Verletzungen, wie den Stürzen bei der UAE Tour oder der Flandern-Rundfahrt, ist es für die Schweizerin eine lange Saison, die aus vielen Auf und Abs bestand. So erlitt sie Krämpfe auf der letzten Giro-Etappe und fiel aus den Top fünf raus, bei der Tour war es ein Sturz auf der Schlussetappe, der sie das Podium kostete. Doch immer wieder fand die 35-Jährige zurück in die Erfolgsspur.
“Irgendwie war der Druck schon weg vor dem Rennen. Ich wollte einfach ein schönes letztes Saisonrennen fahren, hatte einen wirklich tollen Tag und bin sehr zufrieden“, strahlte Reusser nach dem Zeitfahren, das mit dem 2,5 Kilometer langen Mozjanca-Anstieg eher Dauerrivalin Demi Vollering entgegenkam als der Jegenstorferin. Doch bei der ersten Zwischenzeit, auf der Kuppe des Anstieges, lag die Titelverteidigerin in Front.
“Ich wollte nicht allzu viel Zeit verlieren bis dorthin. Als ich dann aus dem Funk hörte, dass wir in Führung sind, wollte ich kein unnötiges Risiko mehr eingehen und bin einfach ein schönes Zeitfahren bis zur Ziellinie gefahren“, erklärte sie.
Bis zum Ende des 22 Kilometer langen Parcours konnte sie noch ein paar Sekunden auf Vollering herausfahren, den Mozjanca-Anstieg bezeichnete aber auch sie als die Schlüsselstelle des Zeitfahrens: “Der Berg war ausschlaggebend für den Sieg, denn jeder wusste, dass man hier den Unterschied machen kann. Ich bin sehr glücklich, dass es so funktioniert hat.“
Das Podium des EM-Zeitfahrens, v.l.: Demi Vollering, Marlen Reusser, Julie Berthet | Foto: Cor Vos
Auch wenn ihre Erfolgsliste immer länger wird, einen so großen Antrieb wie Vollering oder Tadej Pogacar, die jedes Rennen gewinnen wollen, verspürt Reusser nicht. “Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht alles gewinnen kann, bevor ich aufhöre. Ich bin über jeden Sieg sehr glücklich, der noch dazukommt“, meinte sie dazu.
Ein Traum ist es natürlich, noch die Tour de France Femmes zu gewinnen, das ließ Reusser schon vor einigen Monaten wissen. “Du kannst dir Pläne machen, aber es ist nicht immer alles in deiner eigenen Hand. Ich bin zuversichtlich, dass ich noch mehr gewinnen kann, noch Sachen verbessern kann und habe gezeigt, dass mein Trend nach oben geht“, zeigte sie sich zuversichtlich.
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