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26.08.2026 | (rsn) - Seit neun Rundfahrten ist Tadej Pogacar (UAE - Emirates - XRG) ungeschlagen. Und bei der Vuelta a España (2. UWT) dürfte sich das nicht ändern. Vielleicht konnte man nicht schon nach der 4. Etappe mit fast dreieinhalb Minuten Vorsprung auf den Gesamtzweiten rechnen. Dass der Slowene aber der Top-Favorit sein würde, stand für niemanden außer Frage. Während Pogacar die Rekorde purzeln lässt, wächst bei manchen Radsportfans die Langeweile: Immer gewinnt derselbe.
Außer bei Paris-Roubaix stand der 27-jährige Pogacar in dieser Saison bei jedem seiner Rennen ganz oben auf dem Podium. Zwar gab es auch spannende Duelle, eine gewisse Monotonie kann man seiner Siegesserie aber nicht absprechen – vor allem eben bei den Rundfahrten.
Auch die meisten seiner Konkurrenten scheinen diese Übermacht akzeptiert zu haben. Bei der Vuelta klammern die anderen Klassementfahrer den Überflieger schon nach vier Etappen aus und fahren ihr eigenes Rennen. "Ich bin nicht wirklich überrascht von Pogacars Dominanz. Wir lassen ihn einfach sein Ding machen. Dann fahren wir unser eigenes Rennen", fasste etwa Oscar Onley (Netcompany - Ineos) die Situation nach der Andorra-Etappe am Dienstag zusammen.
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Ein ungewohnter Anblick: Tadej Pogacar in UAE-Teamtrikot beim Auftaktzeitfahren. | Foto: Cor Vos
Beim Betreuerstab von Decathlon - CMA CGM wurden ähnliche Töne angeschlagen: "Der Plan war nicht, gegen Pogacar zu kämpfen, sondern Zeit auf die anderen Podiumskandidaten rauszuholen. Es war die erste Bergetappe und ein Test für alle Fahrer", erzählte der Sportliche Leiter Cyril Dessel im Interview mit Eurosport nach Pogacars nächstem Solosieg.
Tatsächlich verspricht der Kampf um die Gesamtwertung Spannung, nur halt nicht um das Rote Trikot, sondern um Platz zwei. In Andorra La Vella kamen 2:39 Minuten nach Pogacar sechs Fahrer zeitgleich ins Ziel. In der Gesamtwertung liegen zwischen Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe / + 3:21) auf Rang zwei und Jarno Widar (Lotto – Intermarché / + 4:06) auf Platz neun nur 45 Sekunden.
"Wir kämpfen um den zweiten Platz und das Podium und das entspricht ehrlich gesagt auch unseren Erwartungen", kommentierte der Etappensechste und Gesamtdritte Enric Mas (Movistar / + 3:32) in Andorra. "Das ist eben die Realität. Tadej ist der Beste und wir müssen uns auf unsere eigene Leistung konzentrieren. Es liegt noch enorm viel vor uns."
Felix Gall, Oscar Onley, Enric Mas und Primoz Roglic in der Verfolgergruppe in Andorra. | Foto: Cor Vos
Mit drin in dieser Phalanx, die hinter Pogacar um den Titel "Best of the Rest" kämpft, sind neben Roglic, Mas und Widar auch Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike / + 3:44), Onley (+ 3:45), Richard Carapaz (EF Education – EasyPost / + 3:50), Felix Gall (Decathlon – CMA CGM / + 3:57) und Mattias Skjelmose (Lidl – Trek / + 4:06). Und auch sie können in ihrem eigenen Positionskampf eben Glücksgefühle empfinden – auch ohne den Platz ganz oben auf dem Tableau.
"Es ist natürlich etwas anderes, wenn man nur um den zweiten Platz fährt", gab der Vuelta-Sieger von 2023, Kuss, zu. "Aber ich bin einfach glücklich mit meinem Gefühl heute."
Galls Sportlicher Leiter Dessel erklärte außerdem, dass Pogacar aus dem Rennen dennoch nicht ganz herauszurechnen ist. Denn seine Fahrweise kann, selbst wenn er nicht einbrechen sollte, sondern dominant zum Gesamtsieg durchmarschiert, sehr wohl auch noch Einfluss auf das Rennen der anderen haben – etwa indem seine Tempogestaltung maßgeblich für die der Anderen ist.
Abgehängt, wenn auch nur sehr knapp vor dem Ziel, wurde Pogacar von Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) auf der Schlussetappe der Tour de France. | Foto: Cor Vos
"Wir wissen, dass manche Fahrer nicht versuchen, Pogacar zu folgen, weil er so stark ist. Aber vielleicht ergibt eine Attacke die Möglichkeit sich mit einer kleinen Gruppe vom Rest zu lösen", sagte Dessel mit Blick auf den Versuch seines Kapitäns Gall, Pogacar am Dienstag in den Pyrenäen zunächst auf den Fersen zu bleiben – in etwa so wie beim Giro hinter dem dort dominanten Jonas Vingegaard. "Es war keine schlechte Situation, wir werden versuchen ihm zu folgen."
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