Giro-Zweiter erneut auf Podiumskurs

Wird Gall auch bei der Vuelta “Best of the Rest“?

Von Matthias Seng

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Felix Gall (Decathlon - CMA CGM) auf der 4. Vuelta-Etappe | Foto: Cor Vos

26.08.2026  |  (rsn) – Gegen Überflieger Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) war auch Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) auf der 4. Etappe der Vuelta a Espana machtlos. Dennoch blickte der Decathlon-Kapitän ausgesprochen zufrieden auf die schwere Kletterprüfung in Andorra zurück – vor allem deshalb, weil seine Equipe das Geschehen maßgeblich mitbestimmt hatte.

“Es war beeindruckend, wie stark die Kollegen waren, vor allem Gregor (Mühlberger) war extrem stark“, lobte der Österreicher speziell seinen Landsmann, der in den Anstiegen das Tempo mehrmals verschärft hatte, um so das Feld auszudünnen und Gall jeweils Attacken vorzubereiten. “Ich habe einiges probiert, kann mir nichts vorwerfen. Ich habe viel investiert und habe auch gelitten“, so der Giro-Zweite dieses Jahres in einer Pressemitteilung von Decathlon.

Zwar gelang es Gall nicht, seine Gegner in der am Ende nur noch sechsköpfigen Verfolgergruppe abzuschütteln. Zudem musste er sich auch im Kampf um Platz zwei dem Belgier Jarno Widar (Lotto – Intermarché) geschlagen geben – sein insgesamt positives Fazit wurde dadurch aber nicht beeinträchtigt:

"Ich bin zufrieden mit dem ersten Tag in den Bergen, dieser Tag gibt uns viel Selbstvertrauen für die restliche Vuelta", sagte der 28-Jährige, der am Bonus- und beim Zielsprint zusammengerechnet auch noch sechs Sekunden gutmachen und im Gesamtklassement als neuer Siebter nicht weniger als 56 Positionen gutmachen konnte.

“Es ist immer schön, bei einer Etappe aufs Podium zu fahren und ein paar Bonussekunden zu sammeln“, kommentierte der Gewinner der Burgos-Rundfahrt den Etappenausgang, der auch seinen Sportlichen Leiter zufrieden stellte. “Der Plan war, Felix im zweiten Anstieg in eine gute Position zu bringen. Dort wollten wir dann mit ihm etwas versuchen. Es hat dieses Mal nicht geklappt, aber am Ende haben wir einen schönen dritten Platz. Wir versuchen es, die Jungs fahren gut, zeigen Initiative, wir können stolz auf sie sein“, sagte Cyril Dessel im Ziel gegenüber Eurosport.

Wie bereits beim Giro d’Italia, den Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) dominierte, so könnte sich Gall auch bei der letzten Grand Tour des Jahres als “Best of the Rest“ herauskristallisieren, zumal er als einziger Fahrer versucht hatte, Pogacar bei dessen Attacke bereits 50 Kilometer vor dem Ziel zu folgen. Das Unternehmen musste er schnell abblasen, unterstützt vom starken Mühlberger bestimmte Gall dann aber maßgeblich das Geschehen in der Verfolgergruppe.

Decathlon will weiter versuchen, Pogacar zu folgen

Auf der Zielgeraden eröffnete der Osttiroler schließlich sogar den Sprint, in dem er allerdings dem Grand-Tour-Debütanten Widar den Vortritt lassen musste. Im Gesamtklassement liegt Gall nun zwar 3:57 Minuten hinter dem schon weit enteilten Pogacar, zu dessen Landsmann Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) als neuem Gesamtzweiten fehlen ihm jedoch lediglich 36 Sekunden.

Und für den Vuelta-Verlauf kündigte Dessel bereits an, dass man an der offensiven Strategie festhalten wolle. “Wir wissen, dass manche Fahrer nicht versuchen, Pogacar zu folgen, weil er so stark ist. Aber vielleicht ergibt sich aus einer Attacke die Möglichkeit, sich mit einer kleinen Gruppe vom Rest zu lösen“, sagte der Franzose in Andorra mit Blick auf weitere zu erwartende Pogacar-Aktionen und fügte an: “Wir werden versuchen, ihm zu folgen."

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