Behrens Achter auf 2. Luxemburg-Etappe

Van den Berg sprintet van der Poel aus dem Führungstrikot

Von Paul Grosch

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Marijn van den Berg (EF Education – EasyPost) hat die 2. Etappe der Tour de Luxembourg gewonnen. | Foto: Cor Vos

17.09.2026  |  (rsn) – Nach seinem dritten Platz zum Auftakt holte sich Marijn van den Berg (EF Education – EasyPost) auf der 2. Etappe der Tour de Luxembourg (2.Pro) seinen ersten Saisonsieg. Der 27-jährige Niederländer setzte sich nach 167 Kilometern von Differdange nach Junglinster im Sprint eines deutlich reduzierten Feldes vor Timo Kielich (Visma – Lease a Bike) und Pierre Gautherat (Decathlon – CMA CGM) durch und übernahm auch die Gesamtführung von seinem Landsmann Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech).

Der Etappensieger vom Vortag musste sich hinter Jasper Stuyven (Soudal – Quick-Step) mit dem fünften Rang im Tagesklassement begnügen. Der Weltmeister von 2024 und sein Team wurden auf den zwei Schlussrunden rund um Junglinster immer wieder gefordert. Nach zahlreichen Attacken wurden die letzten Ausreißer erst einen Kilometer vor dem Ziel gestellt. Auch die Mannschaft des späteren Etappengewinners ging immer wieder in die Offensive.

"Bin etwas zu früh losgefahren. Das war ein bisschen dumm“

“Ehrlicherweise war es sehr hektisch mit den Attacken auf dem Rundkurs“, sagte van den Berg im Siegerinterview. “Mikkel (Honoré) ist unser Kapitän und er hat sich ganz gut gefühlt. Deswegen hat er mit einigen Fahrern auch attackiert. Aber das Ziel war es immer, im Sprint auf mich zu setzen. Ich denke, das Team war superstark und hat mich in einer guten Position gehalten. Wir haben nie wirklich die Kontrolle verloren.“ Dann aber musste van den Berg auf der ansteigenden Zielgeraden einen langen Sprint fahren.

“Lukas (Nerurkar) ist einen super Leadout gefahren – genauso wie wir es heute Morgen im Bus geplant hatten. Ich bin etwas zu früh losgefahren. Das war ein bisschen dumm“, erklärte der Etappensieger selbstkritisch. “Glücklicherweise hatte ich die Beine für einen langen Sprint.“ Ambitionen, das blau-gelbe Führungstrikot mit nach Hause zu nehmen, hat er aber nicht. “Der Plan ist immer noch, auf Mikkel zu setzen. Ich wollte einfach diesen Sieg und jetzt geben wir alles für ihn.“

Bester Deutscher war Eike Behrens (Lotto – Kern-Haus – Outlet Montabaur) als Achter, der damit wie bereits am Mittwoch auf sich aufmerksam machen konnte. Doch auch andere deutsche Fahrer gestalteten das Rennen erneut aktiv mit. U23-Meister Mauro Brenner (Rembe – rad-net) war Teil der Gruppe des Tages. Der 23-Jährige musste erst auf dem Rundkurs abreißen lassen. In der Gesamtwertung ist sein Teamkollege Johannes Adamietz auf dem 25. Platz mit 20 Sekunden Rückstand der beste Deutsche.

Der neue Spitzenreiter van den Berg liegt je vier Sekunden vor Gautherat und van der Poel. Der Franzose ist aufgrund seiner niedrigeren Summe der Etappenplatzierungen vor dem niederländischen Superstar Zweiter. Auch in der Punktewertung liegt van den Berg mit 33 Punkten nun vorne. Der zweitplatzierte van der Poel wird das blaue Wertungstrikot morgen also in Vertretung tragen.

Conrad Haugsted (Colo-Quick) übernahm trotz Punktegleichheit die Führung in der Bergwertung von seinem Teamkollegen Male Hellerup. Gautherat verteidigte sein Trikot des Nachwuchsbesten, während Visma – Lease a Bike weiterhin die Teamklassifikation anführt.

So lief die 2. Etappe der Luxembourg-Rundfahrt

Nach etwa 25 Kilometern konnten sich Mauro Brenner (Rembe – rad-net), Steyn van der Veen (Metec – Solarwatt p/b Mantel), Maël Guégan (CIC Pro Cycling Academy), Mats Berns (Nationalmannschaft Luxemburg) und Conrad Haugsted (ColoQuick) aus dem Feld absetzen. Der Däne Haugsted war dabei mit nur 16 Sekunden Rückstand auf van der Poel die größte Gefahr für den Spitzenreiter aus den Niederlanden. Den Zwischensprint nach etwa 30 Kilometern sicherte sich Berns.

Der Deutsche Jonas Reibsch (Lotto – Kern Haus – PSD Bank) verfolgte die Gruppe mit zeitweise nur 15 Sekunden Rückstand, konnte den Anschluss nach vorne jedoch nicht herstellen. Schnell bekam die Gruppe des Tages vom Peloton einen Vorsprung von etwa zwei Minuten zugestanden. Dahinter erhielt Alpecin – Premier Tech Unterstützung von Decathlon – CMA CGM und EF Education – EasyPost, die das Rennen für Gautherat und van den Berg kontrollieren wollten.

Am Montée de Bergdorf, etwa 50 Kilometer vor dem Ziel, attackierte das ColoQuick-Duo Joshua Gudnitz und Sebastian Nielsen. Auch andere Fahrer wie Nils Politt (UAE – Emirates – XRG) nutzten den längsten Anstieg des Tages für Angriffe, die jedoch von den drei kontrollierenden Teams problemlos neutralisiert wurden. Der Rückstand auf die Ausreißer war zu diesem Zeitpunkt auf knapp über eine Minute geschrumpft.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Luxemburg-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

Haugsted führte in der Spitzengruppe nicht mehr mit. So schafften seine beiden Teamkollegen etwa neun Kilometer später den Anschluss an die Spitzengruppe. Die nun drei Fahrer von ColoQuick witterten ihre Chance und sorgten für das Tempo, wodurch der Vorsprung bei der ersten Zieldurchfahrt wieder auf 1:26 Minuten anwuchs. Am nicht-kategorisierten Anstieg zum Bonussprint in Gonderange verlor dann zunächst Brenner den Anschluss, Haugsted sicherte sich die drei Bonussekunden. Die Teams der Favoriten erhöhten auf dem Rundkurs nun deutlich das Tempo.

In der technisch anspruchsvollen Abfahrt mit einigen gepflasterten Kurven attackierte Soudal – Quick-Step in fast voller Teamstärke und überraschte einige andere Mannschaften wie Lidl – Trek sowie den Gesamtführenden van der Poel. Sein Team brachte den Niederländer wieder heran, der Weltmeister von 2024 musste jedoch auch kurz selbst in den Wind. Alpecin – Premier Tech neutralisierte vor der zweiten Zieldurchfahrt alle weiteren Attacken. An der Spitze blieben währenddessen nur noch die drei Fahrer von ColoQuick übrig, die mit einem Vorsprung von knapp 30 Sekunden auf die Schlussrunde gingen.

Spätes Ausreißerduo unter dem Teufelslappen gestellt

Da zeigte sich Lidl – Trek dann sehr offensiv. Mehrere Attacken der deutschen Mannschaft sorgten auch dafür, dass die letzten Ausreißer gestellt wurden. Sören Kragh Andersen (Lidl – Trek) und Mattéo Vercher (TotalEnergies) setzten sich am Anstieg nach Gonderange ab und erarbeiteten sich schnell einen Vorsprung von 15 Sekunden. Doch auf den größtenteils flachen letzten zehn Kilometern schaffte es das Hauptfeld mit vereinten Kräften, das Ausreißerduo unter dem Teufelslappen zu stellen.

Auf der ansteigenden Zielgeraden zog Soudal - Quick-Step dann den Sprint früh an. Doch Lukas Nerurkar (EF Education – EasyPost) brachte seinen Kapitän van den Berg in eine gute Position. Der Niederländer musste 250 Meter vor dem Ziel dennoch früh lossprinten, konnte seine Gegner inklusive van der Poel jedoch trotzdem in Schach halten.

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