Giro d´Abruzzo: Jasch mit kleinem Rückstand

Netcompany ist wieder zu spät dran: D´Aiuto mit Solosieg

Von Matthias Seng

Foto zu dem Text "Netcompany ist wieder zu spät dran: D´Aiuto mit Solosieg"
Filippo D´Aiuto (General Store) hat die 3. Etappe der Abruzzen-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

17.09.2026  |  (rsn) – Auch am Ende der 3. Etappe des 8. Giro d'Abruzzo (2.1) stand das favorisierte Team Netcompany – Ineos mit leeren Händen da. Über 159 Kilometer zwischen Oricola und San Benedetto dei Marsi gab Filippo D'Aiuto (General Store) dem stark besetzten Aufgebot des britischen WorldTour-Rennstalls das Nachsehen. Der 24-jährige Italiener feierte seinen dritten Saisonsieg aus der sechsköpfigen Gruppe des Tages heraus.

Im Finale schüttelte D’Aiuto, der im März eine Etappe der Settimana Coppi e Bartali gewonnen hatte, mit Manuel Oioli (Swatt Club) seinen letzten Begleiter ab und rettete gegenüber der von Netcompany angeführten ersten Verfolgergruppe einen Vorsprung von zwei Sekunden ins Ziel. Netcompany-Sprinter Dorian Godot blieb wie schon gestern beim Ausreißercoup von Lennart Jasch (Tudor) nur der zweite Platz, diesmal vor dem Italiener Tommasso Dati (UKYO), der auf der 2. Etappe Vierter geworden war.

“Ich bin sehr glücklich. Es ist sehr schwer, das Feld auf einer Sprintetappe des Giro d’Abruzzo zu schlagen. Es ist unglaublich, aber ich habe genau das geschafft, was ich mir heute Morgen vorgenommen hatte“, sagte D’Aiuto im Ziel. “Als ich über Funk hörte, dass ich nur 20 oder 25 Sekunden Vorsprung hatte, dachte ich, man würde mich auf den letzten zwei Kilometern noch einholen. Aber ich kam allein an – einfach fantastisch“, so der Gewinner, der sich seine Kräfte perfekt eingeteilt hatte, wogegen die Verfolger sich verspekulierten.

“Vielleicht ist der heutige Sieg sogar noch spektakulärer als mein Erfolg bei der Coppi & Bartali. Ich bin ja nur ein Fahrer aus einem Kontinental-Team. Aber auf diese Weise gegen Tour-de-France-Starter zu gewinnen – das ist auch für einen ganz normalen Burschen wie mich möglich“, fügte D’Aiuto an.

An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Auftaktsieger Alessandro Fancellu (MBH Bank) verteidigte sein Führungstrikot und konnte seinen Vorsprung gegenüber Jasch auf acht Sekunden ausbauen, da der gestrige Etappengewinner sich im Finale vier Sekunden Rückstand einhandelte zweiten. Dritter bleibt dessen Teamkollege Mathys Rondel (+0:10), der ebenfalls in der abgehängten Gruppe ins Ziel kam.

Godon konnte sich für den erneut entgangenen Sieg mit dem Trikot des punktbesten Fahrers trösten, der Italiener Emanuele Ansaloni (Technipes) behauptete die Führung in der Bergwertung. Rondel bleibt im Weißen Trikot des besten Nachwuchsfahrers. XDS - Astana verteidigte die Führung in der Teamwertung.

Auf der topgrafisch leichtesten Etappe lösten sich nach gut 20 Kilometern eine sechsköpfige Gruppe um die Italiener Filippo D'Aiuto (General Store) und Manuel Oioli (Swatt Club) aus dem Feld, das den Ausreißern einen Vorsprung von fast fünf Minuten gewährte. Erneut übernahm Netcompany – Ineos, das einzige WorldTeam am Start, die Verantwortung in der Verfolgungsarbeit und reduzierte der Rückstand planmäßig.

Das Streckenprofil der 3. Etappe des Giro d‘Abruzzo | Foto: Veranstalter

Als der auf unter zwei Minuten gesunken war, ließen D'Aiuto und Oioli 30 Kilometer vor dem Ziel ihre Begleiter stehen und nahmen noch rund eine halbe Minute Vorsprung mit auf die letzten 15 Kilometer, ehe kurz darauf D'Aiuto mit einer Tempobeschleunigung seinen Landsmann abschüttelte.

Auf den letzten fünf Kilometern beteiligten sich auch andere Teams an der Jagd, ehe Netcompany dann erst eingangs der letzten beiden Kilometern alles in die Waagschale warf. Wie gestern waren Godon &Co. aber wieder zu spät dran: D'Aiuto nahm noch zehn Sekunden Vorsprung mit auf den technischen Schlusskilometer und behauptete bis ins Ziel zwei davon, um seinen dritten Saisonsieg unter Dach und Fach zu bringen. Dagegen blieb Godon wieder nur der undankbare zweite Platz.

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