RSNplusSaisonabschluss mit Hüftschnitzel

Schrempf: Nach der EM “wie ganz normale Menschen gemütlich heimradeln“

Von Christoph Matt

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Das “Hüftschnitzel“ der WM war bei Carina Schrempf (Österreich) in Ljubljana noch nicht ganz verheilt. | Foto: Cor Vos

03.10.2026  |  (rsn) - Mit einem "Hüft-Schnitzel" ging Carina Schrempf (Österreich) in das letzte Rennen der Saison. So bezeichnete die Steirerin ihre Verletzung, die sie sich beim Sturz im WM-Rennen zugezogen hatte, gegenüber der Kleinen Zeitung liebevoll. “Ich habe versucht, den Frust von Kanada mit nach Slowenien zu nehmen und in Leistung umzuwandeln, ob es funktioniert hat, weiß ich nicht”, sagte die 31-Jährige nach dem EM-Straßenrennen RSN.

Immerhin fand sich die SD-Worx-Protime-Fahrerin schon acht Kilometer nach dem Start im ersten Spitzenduo des Tages wieder. Ganz freiwillig war dies allerdings nicht. “Ich sollte eher auf die Fahrerinnen der zweiten Reihe aufpassen, dann hat doch ein bisschen überraschend Margot Vanpachtenbeke attackiert. Das war eine, auf die ich schauen sollte, bei der ich gewusst habe, die können wir jetzt nicht fahren lassen. Dann habe ich doch die Initiative ergriffen. Wir haben relativ schnell eine Lücke gehabt und haben die Arbeit super aufgeteilt”, erklärte sie.

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Im Anstieg der ersten Schlussrunde wurde das Spitzenduo zwar gestellt, doch damit war der Arbeitstag für Schrempf noch nicht beendet. Nach einer kurzen Verschnaufpause versuchte sie, ihrer Kapitänin Katharina Sadnik (Österreich) am Berg zu helfen. Viel ausrichten konnte das österreichische Team jedoch nicht.

Carina Schrempf und Margot Vanpachtenbeke verbrachten in Slowenien viel Zeit zusammen. | Foto: Cor Vos

Mit nur vier Fahrerinnen im Aufgebot war die Mannschaft zahlenmäßig im Nachteil, während andere Nationen mit vollständigen Acht-Frau-Teams an den Start gegangen waren. Als beste Österreicherin überquerte schließlich die amtierende Staatsmeisterin Katharina Sadnik die Ziellinie, während Schrempf das Rennen auf dem 39. Platz beendete.

Voll des Lobes zeigte sich die Steirerin über die Atmosphäre vor Ort: “Die Stimmung war wieder ein Wahnsinn. In jedem Dorf sind die Leute draußen gestanden und haben angefeuert. So nah an der österreichischen Grenze ist das schon ein ganz besonderes Gefühl.”

“Ich fahre ganz gerne mit dem Rad nach Hause”

Dass die Europameisterschaften 2026 unweit der Heimat stattfinden, bot zudem einen ganz praktischen Vorteil. Die im vergangenen Jahr beim Tre Valli Varesine begründete Tradition, nach dem letzten Saisonrennen mit dem Rad nach Hause zu fahren, kann die ehemalige Leichtathletin problemlos fortführen.

Schrempf und Vanpachtenbeke | Foto: Cor Vos

”Wenn es geografisch möglich ist, fahre ich ganz gerne mit dem Rad nach Hause. Jetzt werden wir uns dann auch auf den Weg machen. Aber ich muss heute nicht mehr ganz nach Hause fahren. Ich habe jetzt ein paar Tage Zeit. Das ist ganz gut, um die Saison noch einmal Revue passieren zu lassen und trotzdem Zeit auf dem Rad zu verbringen – ohne auf die Watt zu schauen, ohne Herzfrequenzsensor, ohne irgendwas. Einfach wie ganz normale Menschen gemütlich heimradeln”, erzählte sie im Ziel bei Ljubljana

Machbare 300 Kilometer, wenn auch mit mehreren Pässen, liegen vor Schrempf und ihrem Freund auf dem Weg nach Mitterberg-Sankt Martin. Ob die EM im kommenden Jahr erneut den Schlusspunkt hinter ihre Saison setzen wird und sie wieder von dort nach hause radeln kann, dürfte indes noch offen sein: Den Austragungsort für 2027 hat die UEC bislang nicht bekannt gegeben.

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