Regen und Matsch prägen Gravel-WM in Australien

Sturz-Pech kostet Klöser WM-Titel - Vos holt Regenbogentrikot

Von Jens Claussen

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Marianne Vos (Niederlande) wird zum zweiten Mal Gravel-Weltmeisterin | Foto: Cor Vos

10.10.2026  |  (rsn) – In einem von widrigen Bedingungen gekennzeichneten Rennen konnte sich Marianne Vos (Niederlande) nach einem packenden Kampf mit der Deutschen Rosa Klöser im australischen Nannup als neue Gravel-Weltmeisterin feiern lassen. Durch einen unglücklichen Sturz wenige Kilometer vor der Ziellinie verpasste Klöser die Chance auf ihren ersten Weltmeistertitel. Das Duo machte den Titel bis zum Pech der Deutschen unter sich aus, sie überquerte schließlich 27 Sekunden hinter Vos die Ziellinie und musste sich mit Silber zufrieden geben. Für Vos ist es auch 2024 das zweite Regenbogentrikot in dieser Disziplin und ihr 15. insgesamt.

Bronze ging an Vos‘ Landsfrau Larissa Hartog (+2:15 Minuten), die im Sprint die Deutsche Nele Laing niederrang. Beide hatten über lange Zeit den Rennverlauf in einer Ausreißergruppe mitbestimmt. Als Fünfte kam die Italienerin Erica Magnaldi (+4:17) vor der Argentinierin Sofia Gomez (+5:15), die als Mitfavoritin ins Rennen gegangen war, in Ziel. Als weitere deutsche Starterinnen fuhren Carolin Schiff (+9:02) auf Rang 11 und Jade Treffeisen als Zwanzigste (+23:46) in die Top 20

Vos war nach dem harten Duell mit Klöser überwältigt: "Es bedeutet mir viel", wiederholte sie immer wieder im Sieger-Interview. "Es war matschiger als ich es erwartet hatte und wir mussten auf einigen rutschigen Passagen sehr vorsichtig sein." Für ihre Kontrahentin fand die Niederländerin anschließend nur lobende Worte. "Rosa war sehr, sehr stark und bergauf musste ich sehr tiefgehen, um ihr folgen zu können."Klöser selbst meinte noch zu Cyclingnews: “Ich will nicht lügen, es war ein wirklich großes Ziel von mir. Unglücklicherweise rutschte ich dann, ich glaube, es waren noch vier Kilometer zu fahren, in der letzten technischen Kurve weg. Ich habe meinen Reifen wahrscheinlich auch ein bisschen überpumpt, als er platt wurde.“

So lief die Gravel-Weltmeisterschaft der Frauen

In einem 50 Starterinnen umfassenden Feld sorgte bereits nach 25 von 125 Rennkilometern der erste von drei längeren Anstiegen für eine Vorselektion. An der Kuppe des Brockman Climb hatten sich nach 1,7 Kilometern bei einer durchschnittlichen Steigung von zwölf Prozent 19 Fahrerinnen absetzen können. Unter ihnen fünf Niederländerinnen und mit Carolin Schiff, Nele Laing und Top-Favoritin Rosa Klöser auch drei deutsche Vertreterinnen.

Karte und Streckenprofil der Gravel-WM der Frauen-Elite in Nannup. | Foto: Veranstalter

Letztere konnte sich nach einem Platten erst wieder am Ende des Anstiegs in die Gruppe zurückkämpfen und musste damit schon zu Rennbeginn mehr investieren als ihr recht war. Als Lokalmatadorin Tiffany Cromwell weniger später in die Offensive ging, konnten die einheimischen Zuschauer kurzzeitig zu träumen beginnen. Cromwell fuhr schnell eine Lücke auf die Verfolgerinnen raus und hatte bei Rennhälfte bereits einen Vorsprung von einer Minute.

Am Aufstieg zum Ellis Creek Climb schien der Australierin jedoch die Puste auszugehen. Binnen zwei Kilometern büßte sie die herausgefahrene Zeit ein und wurde von einer Fünfergruppe um Vos, Hartog, Magnaldi sowie den Deutschen Klöser und Laing gestellt. Weniger Kilometer später gesellten sich Elisa Serné (Niederlande), Nicole Frain (Australien) und Irina Luetzlschab (Schweiz) zu diesem Quintett.

Klöser und Vos auf der Zielrunde am stärksten

Was sich in den Minuten zuvor schon angedeutet hatte, bewahrheitete sich dann auf der 24 Kilometer langen Zielrunde. Bei einer Attacke von Frain am Folly Climb, dem letzten Aufstieg des Tages, erkannte Klöser schnell die Gefahr, setzte nach und hatte nur noch Vos an ihrem Hinterrad. Schnell fuhr das Duo einen Vorsprung von 40 Sekunden heraus - und sorgte damit für eine Vorentscheidung im Kampf um Gold und Silber. Dahinter kämpften Laing und Hartog um die Bronzemedaille.

Nachdem es schon in der Nacht und über weite Strecken des Rennens geregnet hatte, kam pünktlich zum Finale die Sonne raus. Sah es bis vier Kilometer vor dem Ziel noch nach einer Sprintentscheidung aus, brachte ein Sturz Klösers, der in einer Rechtskurve das Vorderrad wegrutschte, den entscheidenden Vorteil für die neue Weltmeisterin. Letztendlich ungefährdet konnte die 39-Jährige schon vor der Ziellinie ihren ersten Gravelsieg in diesem Jahr bejubeln.

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