Bahn-WM: Einzeltitel-Premiere für die Magdeburgerin

Grabosch holt in Shanghai erste Goldmedaille für Deutschland

Von Peter Maurer aus Shanghai

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Pauline Grabosch ist in Shanghai Weltmeisterin im 1.000-Meter-Zeitfahren geworden. | Foto: Cor Vos

17.10.2026  |  (rsn) - Der vierte und vorletzte Tag der Bahn-Weltmeisterschaften in Shanghai brachte die erste Goldmedaille für das deutsche Team. Im 1.000-Meter-Zeitfahren wurde Pauline Grabosch Weltmeisterin und folgte damit ihren Teamkolleginnen Miriam Welte (2014, 2018), Lea Sophie Friedrich (2020, 2021) und Emma Hinze (2023) in dieser Disziplin nach. Für die 28-jährige Magdburgerin war es der erste Einzeltitel ihrer Karriere, mit fünf Titeln im Teamsprint ist sie dort die Rekordhalterin.

"Ich habe meine persönliche Bestleistung um fast zwei Sekunden verbessert, von dem her war ich nie die Favoritin heute", schilderte Grabosch gegenüber RSN die Ausgangslage vor ihrem letzten Einsatz bei diesen Titelkämpfen. Schon in der Qualifikation überzeugte sie als Schnellste. Allerdings bringt diese Vorleistung keinen Vorteil für das Finale, da die Zeiten der Top acht wieder auf Null gestellt werden und dort das Rennen von Neuem begann.

"Ich bin das erste Mal als Allerletzte am Start gestanden. Für mich war es wichtig, die Ohrstöpseln so tief in die Ohren zu stecken, damit ich keine Zeiten höre. Ich wollte mich nicht aus der Ruhe bringen lassen", erzählte Grabosch, die ihre Nerven in Zaum hielt und vor den beiden Niederländerinnen Hetty van der Wouw und Sofie van Rooijen triumphierte. Ihre Teamkollegin Clara Schneider landete auf Rang 13.

Im Madison der Frauen sicherten sich die beiden Britinnen Anna Morris und Erin Boothmann Gold vor den Französinnen Marion Borras und Clara Copponi. Erst im letzten Sprint zogen die beiden Japanerinnen Maho Kakita und Tsuyaka Uchino noch an Neuseeland vorbei und eroberten Bronze. Belgien mit Lotte Kopecky und Shari Bossuyt landete auf Rang sieben, die beiden Schweizerinnen Michelle Andres und Aline Seitz wurden Neunte. Das deutsche Duo Lea Lin Teutenberg und Messane Bräutigam beendete den Wettkampf auf Rang 17.

Klein und Teutenberg sichern sich jeweils Bronze

In der 4.000 Meter Einerverfolgung erreichte Lisa Klein als Vierte in der Qualifikation das Kleine Finale um Bronze. In diesem traf sie auf die Italienerin Martina Alzini und setzte sich durch. "Ich wusste, dass ich vor allem auch mental stark in diese Weltmeisterschaften gegangen bin. Die Qualifikation lief so gar nicht, weswegen dann das Finale auch ein Rennen gegen mich war. Ich war einfach mal mutig und bin das Rennen meiner Karriere gefahren und endlich auch gewonnen", sagte die 30-Jährige, die nach Bronze 2019 in Pruszkow erneut auf dem Podium in der Einerverfolgung stand. Die Goldmedaille holte die 22-jährige Britin Millie Couzens, die ihre Teamkollegin Josie Knight bezwingen konnte.

Im Sprint der Männer kämpfte sich Henric Hackmann bis in das Viertelfinale vor, wo er dem Vizeweltmeister von Glasgow, dem aus Trinidad und Tobago stammenden Nicholas Paul unterlag. Im Achtelfinale hatte er den starken Niederländer Jeffrey Hoogland bezwungen, der eine Runde zuvor die Endstation für Luca Spiegel gewesen war.

Zum Abschluss des vorletzten Tages sorgte Tim Torn Teutenberg noch für eine Bronzemedaille im Omnium. Den Sieg sicherte sich der Portugiese Iuri Leitao vor dem Belgier Fabio van den Bossche. Dahinter konnte der Deutsche einen kleinen Vorsprung von zwei Zählern auf den erfahrenen Spanier Sebastian Mora Vedri retten. Der Österreicher Tim Wafler belegte Rang 13, der Schweizer Alex Vogel schloss den Vierkampf der Ausdauerfahrer auf Rang 19 ab.

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