--> -->

07.08.2019 | (rsn) - Willkommen zum Eintrag über die 4. Etappe der Tour der Guadeloupe. Schon beim Aufstehen war die Stimmung in unserem "Zimmer der Schwergewichte" etwas betrübt, so wussten wir alle um die vier Bergwertungen innerhalb der ersten 27Km. Nach einem ausgiebigen Frühstück und der Taktikbesprechung ging es auf das Zimmer zum Packen für den Transport.
Die Taktik für unser Zimmer: fahren, möglichst spät abgehängt werden und im Zeitlimit ins Ziel kommen. Klingt einfach, aber das täuscht. Gestern hat beispielsweise das Matrix Team zwei Sportfreunde an das Zeitlimit verloren. Bei der Taktik für das andere Zimmer habe ich nicht ganz zugehört, habe aber irgendwelche verwirrenden Gesprächsfetzen wie "Attacke, Spitzengruppe, zurückhalten,..." aufgeschnappt.
Ich ließ mich davon aber nicht beirren und stellte mich wild entschlossen, zumindest über die erste Bergwertung im Feld zu kommen, an den Start. Gerade als der Sprecher den Countdown anzählen will, marschiert der Wingman (Simon Wingen) zielstrebig an allen vorbei zum neutralen Materialwagen. Seine Schaltung hat versagt und er startete das Rennen dann auf der Leihgabe der Veranstalter. Als auch diese Schwierigkeiten behoben waren, ging es direkt los.
Ich setzte mich direkt an die Spitze des Feldes, um ein Tempo anzuschlagen, das zwar schnell war, aber mich nicht direkt abplatzen lassen würde. Dies klappte auch sehr gut, bis die Kollegen mit Ambitionen für die Bergwertung (ich habe das Trikot mittlerweile abgeschrieben) lossprinteten. Ich verlor Position um Position, konnte mich zwar noch im Feld über die 2. Bergwertung retten, dann war aber schon Feierabend.
Gerade als ich überlegte, ob ich in der Abfahrt viel Risiko gehen soll um nochmals zurückzukommen, sah ich einen Matrix-Fahrer wieder aufstehen. Somit war klar: Matrix war nur noch zu zweit im Rennen und ich gehe kein Risiko.
Im Grupetto führten einige Fahrer am Berg sehr intensive Gespräche mit ihren Betreuern an den Türklinken... Äußerst langwierige Diskussionen!
Zur selben Zeit, allerdings ein paar Kilometer weiter vorne hielten sich Basti und Freddy in
der ersten Gruppe und Marcel feierte nach kurzer Abstinenz, da er dem Tempo über die
Berge nicht ganz folgen konnte, sein Comeback im Feld. Für ihn ging es direkt weiter in die
Führung und irgendwie verirrte er sich schon wieder in die Spitzengruppe.
Vorne war also das Rennen in vollem Gange, während es hinten kurze Zeit total
nebensächlich wurde.
Als wir zur Abwechslung mal wieder an einen Hügel kamen, stand dort mein amerikanischer Grupettofreund der letzten beiden Tage tief über seinen Lenker gebeugt und atmete sehr schwer. Gerade als wir auf seiner Höhe waren, kippte er vom Rad. Ein Zuschauer fing ihn auf, ich hielt an und gemeinsam packten wir ihn in den Schatten unter einen Baum. Wir nahmen ihm den Helm ab und bespritzen sein Gesicht und Kopf mit Wasser und er kam wieder zu sich. Wenige Sekunden später war Andrea schon aus ihrem Auto gesprungen und schickte mich wieder weiter. Sie sorgte dafür, dass ein Krankenwagen kam und dass sich um ihn gekümmert werden würde. Ihm geht's wieder gut, denn er sitzt vor mir im Bus, kann sich aber nicht an die Situation erinnern. Es muss wohl ein Hitzschlag und völlige Dehydration gewesen sein.
Ich erreichte wieder das Grupetto und das Rennen ging weiter. Plötzlich wunderte ich mich, weshalb wir mit knapp 50km/h auf leicht ansteigender Straße unterwegs waren und meine Beine so schmerzten. Der Grund war schnell gefunden... einem Motorradfahrer, der eigentlich zur Sicherung der Strecke bei uns bleiben sollte, ging es wohl nicht schnell genug und er setzte sich an die Spitze unserer Gruppe und es ging auf einmal zu wie bei einem Bahnrennen hinter dem Derny. Wir holten nach wenigen Minuten das vor uns fahrende Gruppeto um Duffi ein. Als auch dann das Motorpacing nicht aufhörte, erklärte Simon dem Motorradfahrer, dass das bei Fahrradrennen (zumindest in Europa) nicht ganz so üblich ist. Wir machten uns mit dieser Aktion nicht viele Freunde.
Generell macht das Fahren im Grupetto hier keinen Spaß, da am Berg immer wieder wilde Attacken geritten werden, auf der Ebene streitet sich dann aber niemand um die Führungsarbeit.
Marcel war nicht wirklich begeistert von seiner Anwesenheit in der Spitzengruppe, da es von vornherein eigentlich gar nicht sein Plan gewesen war, an die Front zu gehen. Die letzten Tage und vor allem die bereits geleistete Führungsarbeit für den Capitano hatten ihn einfach schon zu viel Energie gekostet, weswegen er auch den Rest der Gruppe am letzten Anstieg ziehen lassen musste. Die Zuschauer am Berg wurden aber für die fehlende Action entschädigt, denn ein Sportfreund vom Dauner Team büxte nur ca. 20min später aus und zauberte ein Solo aus dem Hut. Leider reichte es für ihr nicht ganz zum Ziel und so holte ihn das Gruppetto wenige Kilometer vor dem Ziel wieder ein.
Im Ziel angekommen wurden wir direkt vom unserem sagenhaften Staff abgeholt, zum Auto gebracht und mit Proteinshakes versorgt. Sie haben sich dann noch darum gekümmert, dass die Räder in den Transporter kommen. Nach dem Essen geht's dann mit dem Bus (in welchem ich diese Zeilen gerade noch schreibe) zurück ins Hotel. Während wir Fahrer uns einfach nur noch auf das Abendessen freuen, arbeiten die Betreuer noch bis spät am Abend, um für uns das Ganze hier möglich zu machen. Dafür auf jeden Fall Mal ein großes Dankeschön (in der Hoffnung ihr habt bis hier unten gelesen) vom Team.
Ich gehe jetzt erstmal an den Strand und wünsche eine gute Nacht, bis morgen!
Hermann
12.08.2019Selten so einen Mannschaftsgedanken erlebt(rsn) - Ein letztes Mal sage ich Hallo aus Guadeloupe, heute stand die letzte Etappe an. Die Strecke war anfangs hügelig mit zwei kleinen Bergwertungen und führte dann auf einen welligen Rundkurs.
11.08.2019Als Zombie aufgewacht, aber gut gelaunt eingeschlafen(rsn) - Hallo und guten Morgen zum nächsten Eintrag. Auf dem heutigen Plan stand zuerst ein Straßenrennen über 86 Kilometer und danach ein Einzelzeitfahren über 24 Kilometer. Als ich aufwachte, da
10.08.2019Wieso sind hier alle so gemein zu mir?(rsn) - Liebes Tagebuch, wieso sind hier alle so gemein zu mir? Der Tag begann eigentlich sehr gut, denn auf dem Plan stand eine eher entspannte Etappe. Nur ein Berg zu Beginn, den wir aber schon kan
09.08.2019Während Freddy den Berg hochflog, flogen hinten die Fäuste(rsn) - Hallo Freunde, es ist vollbracht! Wir haben die härteste Etappe hinter uns gebracht und sind noch mit allen sechs Fahrern im Rennen. Einfach war das jedoch nicht! Auf uns warteten, auf 126 Ki
08.08.2019Ob die Gelbwesten Guadeloupe infiltriert haben?!(rsn) - Heute stand für uns die 5. Etappe an. Das Profil sollte flach sein mit einem Berg gegen Ende. Das "flach“ ersetzen wir sicherheitshalber mal mit "hügelig“. Um fast Punkt 8 Uhr charterte
06.08.2019Dombrowski rutscht in Guadeloupe vom 3. auf den 5. Rang(rsn) - In der Rubrik Ergebnisse liefern wir in kompakter Form und unmittelbar nach Zieleinlauf einen kurzen Überblick über die Ergebnisse der wichtigsten UCI-Rennen unterhalb der WorldTour. Tour de
06.08.2019Unser Capitano Freddy zündete ein Feuerwerk(rsn) - Ein tropisches Hallo zur 3. Etappe, auf dem Programm standen heute vier Bergwertungen, wovon eine direkt nach dem Start auf uns wartete. Die Marschroute war daher klar: den ersten Berg überle
05.08.2019Nach 18 Jahren als Lizenzfahrer erstmals im Bergtrikot(rsn) - Ein herzliches Hallo aus dem französischen Überseedepartement Guadeloupe. Wir sind hier zur Tour de Guadeloupe angereist und haben auch schon die ersten Rennen hinter uns, daher werde ich ku
26.09.2026Radsport live im Stream, TV und Ticker: Die Rennen des Tages (rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker?In unserer Tagesvorschau informieren wir über die wicht
25.09.2026Deutschlands Jüngste glänzen in Montreal: 16-Jährige Bieberle WM-6. (rsn) – Die deutschen Juniorinnen haben im Straßenrennen bei den Weltmeisterschaften von Montreal in Kanada zwar keine Medaille gewonnen, mit ihrem Abschneiden aber trotzdem überzeugt. Die Plät
25.09.2026Deutsche U23 selbstkritisch: “Weit unter unseren Möglichkeiten“ (rsn) – Die Enttäuschung war den drei bestplatzierten deutschen Fahrern im U23-Straßenrennen der Männer bei den Weltmeisterschaften von Montreal anzumerken. Moritz Mauss, Paul Fietzke und Max Boc
25.09.2026Neira besorgt Spanien den nächsten U19-Titel, Grossmann holt Bronze (rsn) – Alejandra Neira hat die spanische Siegesserie bei U19-Weltmeisterschaften fortgesetzt. Ein Jahr nach dem Triumph von Paula Ostiz bei den Juniorinnen in Kigali sowie einen Tag nach dem Sieg v
25.09.2026Barry fährt am Geburtstag in der Gruppe des Tages zum Titel (rsn) – Noch bevor bei der Podiumszeremonie “The Star-Spangled Banner“ erklang, stimmte das Publikum “Happy Birthday to you“ an. Denn an seinem 19. Geburtstag hat sich Ashlin Barry den Tit
25.09.2026WM-Raser kommt nicht ungestraft davon (rsn) – Der spanische Teammanager, der beim WM-Juniorenrennen der Männer mit dem Teamauto über die Strecke gerast ist, kommt nicht ungestraft davon. Eleuterio Anguita wird vom Rest der Straßen-We
25.09.2026Martinez profitiert beim CRO Race von De Gendts Pech (rsn) – Nach zweieinhalb Jahren ohne Sieg hat Daniel Felipe Martínez (Red Bull – Bora – hansgrohe) die 4. Etappe des CRO Race (2.Pro) für sich entschieden. Der Kolumbianer war der Schnellste i
25.09.2026Walscheid beendet seine Karriere (rsn) - Nach elf Jahren als Berufsradfahrer wird Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) seine Karriere am Ende der Saison beenden und in eine neue Rolle in Lidls Leistungszentrum in Bad Wimpfen an der S
25.09.2026Cobo schafft den Sprung in die WorldTour (rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr
25.09.2026Wer kann Vallieres den Titel beim Heimspiel entreißen? (rsn) – Am Samstag möchte Magdeleine Vallieres in Montreal, 130 Kilometer von ihrer Geburtsstadt Sherbrook entfernt, ihren in Kigali errungenen Sensationstitel verteidigen. Einfach wird das Heimspi
25.09.2026Winter wollte schlau fahren, hatte aber “fast keine Ahnung, wie´s geht“ (rsn) - Obwohl sie im Straßenrennen nur knapp eine Medaille verpasste, stellte sich Mara Winter nach dem harten Rennen der U23-Fahrerinnen, das sie über zehn Runden auf dem schweren Straßenkurs in
25.09.2026WM-Fünfter Hettegger: “Musste was machen mit meinen Haxn“ (rsn) – Zum zweiten Mal seit dem Gewinn des Weltmeistertitels durch Felix Gall 2015 in Richmond in den USA hat es am Donnerstag ein Österreicher in die Top 5 der Junioren-WM geschafft: Nach Platz f