RSNplus“Sind auf dem richtigen Weg“

Kämnas Sieg ist Bestätigung für Boras Giro-Team

Von Matthias Seng

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Lennard Kämna (Bora - hansgrohe) hat die Königsetappe der Tour of the Alps gewonnen. | Foto: Cor Vos

20.04.2023  |  (rsn) – Schon im vergangenen Jahr holte sich Lennard Kämna (Bora – hansgrohe) den Sieg auf der 3. Etappe der Tour of the Alps (2.Pro). In Villabassa feierte er seinen zweiten Erfolg der damaligen Saison aus einer Ausreißergruppe heraus, als er den Ecuadorianer Richard Carapaz (Ineos Grenadiers) hinter sich ließ.

Fast genau ein Jahr später hängte der Deutsche Zeitfahrmeister dessen Landsmann Jefferson Alexander Cepeda (EF Education – EasyPost) kurz vor dem Ziel der 3. Etappe ab, nachdem die beiden sich auf den letzten sechs Kilometern des Schlussanstiegs nach Brentonico San Valentino aus der Favoritengruppe gelöst hatten.

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Auf der Königsetappe der Tour of the Alps bereitete Bora – hansgrohe (hier mit Patrick Konrad) seinen Kapitänen Aleksandr Vlasov und Lennard Kämna das Finale perfekt vor. | Grafik: Cor Vos

Vier Sekunden hinter dem Deutschen Zeitfahrmeister sorgte Teamkollege Aleksandr Vlasov dann sogar noch für einen Bora-Doppelsieg, womit der Russe eine starke Mannschaftsleistung abrundete. “Wir haben das als Team sehr gut gemacht und wir können mit Platz 1 und 2 super zufrieden sein“, sagte Kämna im Ziel zu radsport-news.com.

Nach dem Höhentrainingslager spielten die Beine wieder mit

Nach den beiden ersten Tagen, an denen Ineos Grenadiers die Szenerie dominiert hatte, präsentierte sich Bora – hansgrohe auf der Königsetappe von seiner besten Seite. Das Raublinger Team stahl dem souveränen Gesamtführenden Tao Geoghegan Hart und dessen Mannschaft mit einer perfekten Vorstellung im Schlussanstieg die Show. “Nach dem Höhentrainingslager hat es schon ein bisschen gebraucht, um wieder reinzukommen. Ich glaube auch, dass ich noch immer nicht bei 100 Prozent bin, aber ich bin erstmal super zufrieden, dass die Beine heute deutlich besser waren als gestern“, erklärte der 26-Jährige und spielte auf die 2. Etappe an, in deren Finale er ebenso wie Vlasov nicht mit den Besten mithalten konnte und vom achten auf den elften Gesamtrang zurückfiel.

Nur einen Tag später jedoch schlug Bora – hansgrohe eindrucksvoll zurück – was bei Kämna & Co. auch mit Blick auf die am 6. Mai beginnende 106. Italien-Rundfahrt (2.UWT) für Erleichterung sorgte. “Ich bin sehr glücklich. Für mich ist das ein großer Sieg und für unser Giro-Team ist das eine großartige Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, betonte der Fischerhuder und fügte gegenüber radsport-news.com an: “Dieser Sieg gibt mir und dem Team Mega-Selbstvertrauen.“

Lennard Kämna (Bora – hansgrohe) auf dem Weg zum Sieg auf der Königsetappe der Tour of the Alps. | Foto: Jaroslav Svoboda

Nach dem beeindruckenden Saisonbeginn 2022, als vor allem Vlasov als damaliger Neuzugang auf Anhieb einschlug, dauerte es diesmal etwas länger, ehe die Raublinger Grund zum Jubeln hatten. Seit Sam Bennetts frühem ersten Saisonsieg bei der Vuelta a San Juan (2.Pro) Ende Januar vergingen fast zweieinhalb Monate, ehe Ide Schelling und Sergio Higuita Anfang April bei der Baskenland-Rundfahrt (2.UWT) für die nächsten Erfolgserlebnisse sorgten.

Kämna: “Ich bin glücklich mit meiner bisherigen Saison“

Mit dem vierten Saisonsieg durch Kämna zeigt die Kurve weiter nach oben – vor allem mit Blick auf den Giro wird das auch die Sportliche Leitung zufrieden zur Kenntnis nehmen. Bei der ersten Grand Tour des Jahres soll Vlasov um den Gesamtsieg mitkämpfen, den sich 2022 Jai Hindley geholt hatte. Der Australier wird diesmal Bora – hansgrohe bei der Tour de France anführen. “Heute war das eine großartige Bestätigung dafür, wie wir das angehen können“, sagte Kämna hinsichtlich der Italien-Rundfahrt.

Bei der Bergankunft in Brentonico San Valentino holte sich der Deutsche Zeitfahrmeister seinen ersten Saisonsieg. | Foto: Jaroslav Svoboda

Erst zum Giro will sich das Team in Topform befinden und der letztjährige Etappengewinner vom Ätna wie Vlasov auch auf Gesamtwertung fahren – allerdings mit anderer Zielsetzung. “Vlasov wird unser Leader Nummer 1 sein. Mein Ziel sind nicht die Top 3 oder die Top 5, aber ich will vorne dabei sein und mich zeigen“, kündigte Kämna an und sah sich dabei voll im Plan: “Natürlich können wir uns noch verbessern, aber jetzt bin ich erst mal glücklich mit meiner Saison bisher. Ich bin von Beginn an in guter Form und habe das Gefühl, dass die Form von Monat zu Monat besser wird“, fügte der Gesamtvierte des Tirreno-Adriatico an.

Bei der Tour of the Alps wird Bora " sicher noch was probieren"

Das kann Kämna auch noch an den beiden letzten Tagen der Tour of the Alps beweisen. “Ich weiß noch nicht, wie der Plan für die nächsten Tage aussieht. Ich muss mal die Profile checken, aber wir werden sicher noch was probieren, wir sind nicht hier um abzuwarten“, sagte der Bora-Kapitän, der im Gesamtklassement gleich fünf Positionen gutmachte und auf Rang sechs (+0:45) sogar eine Position vor Vlasov (+0:49) liegt.

Vielleicht langt es sogar zu einem weiteren Etappensieg, zumal das Terrain der Giro-Generalprobe bergig bleibt. Es wäre der neunte in Kämnas Profikarriere, nachdem zwischen dem vorletzten im Sommer 2022 bei den Deutschen Zeitfahrmeisterschaften und dem jüngsten immerhin zehn Monate lagen. “Das ist gar nicht so ewig lang her, finde ich“, beantwortete Kämna eine entsprechende Frage von radsport-news.com und fügte an: “Als Bergfahrer ist es eh nicht normal, häufig Radrennen zu gewinnen, wenn man nicht gerade Pogacar heißt.“

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