Mit Fakten vors Gericht

Aldag will Emotionen aus Uijtdebroeks-Debatte heraushalten

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Aldag will Emotionen aus Uijtdebroeks-Debatte heraushalten"
Rolf Aldag (Bora - hansgrohe) | Foto: Cor Vos

15.12.2023  |  (rsn) – In der Debatte um den vermeintlich vorzeitigen Abgang von Cian Uijtdebroeks zu Visma | Lease a Bike zur Saison 2024 hat nun auch Rolf Aldag Stellung bezogen. Der Sportdirektor von Bora – hansgrohe bat im The Cycling Podcast vor allem darum, die ganze Angelegenheit nicht durch Emotionen zu verkomplizieren. Diese würden die Herangehensweise an den Fall mittlerweile bestimmen. Doch nur eine objektive Herangehensweise werde letztlich eine Lösung bringen, so Aldag.

Und die wird mutmaßlich durch ein Gericht durchgesetzt werden. “Lassen Sie uns die Fakten in einem Gerichtssaal darlegen. Cian seine und wir unsere und dann werden wir sehen, was dabei herauskommt“, sagte Aldag und schob nach, dass sich daraus ein Präzedenzfall entwickeln könnte. “Das Ergebnis wird für den Radsport entscheidend sein. Wer auch immer sich darum kümmert, sollte sich dessen bewusst sein“, mahnte der 55-Jährige.

Ohne Hilfe der Justiz wird der Fall aber nicht zu lösen sein. Denn um einen Fahrer aus einem laufenden Vertrag herauszulösen, benötigt es Unterschriften von UCI sowie des abgebenden und des aufnehmen Teams. Aldag erweckte im Gespräch aber nicht den Eindruck, dass sein Teamchef Ralph Denk dazu bereit wäre. Und bevor Bora nicht unterschrieben hat, wird sich auch der Weltverband hüten, auf diesem Wege einzugreifen.

Aldag: “Cian holt die Leute aus ihrer Komfortzone heraus“

Aldag verdeutlichte im Podcast nochmal, dass Bora davon ausgeht, weiterhin ein gültiges Vertragsverhältnis mit Uijtdebroeks zu haben. “Ich will nicht über den Vertrag selbst sprechen, dafür habe ich mich damit nicht im Detail beschäftigt. Aber von der operativen Seite her kann ich sagen, dass alles dafür vorbereitet war, das Cian im nächsten Jahr bei uns fährt. Räder, Ausrüstung, Rennkalender – alles war da. Das ist mein Job.“

Mit den Mobbing-Vorwürfen konfrontiert, antwortete Aldag etwas ausweichend. Die Arbeit mit Uijtdebroeks sei “sehr, sehr intensiv. Er nimmt sich viel Zeit, aber auf eine positive Art und Weise. Er stellt sehr spezifische Fragen, fordert uns als Team heraus und holt die Leute aus ihrer Komfortzone heraus. Manche Leute mögen das, andere mögen es vielleicht nicht so sehr“, schilderte Aldag. “Cian legt die Messlatte hoch, auch für andere Fahrer im Team.“

Aldag: “Für die Außenwelt eine willkommene Unterhaltung mit Popcorn und Cola“

Aldag bezeichnete Uijtdebroeks als einen Repräsentanten des modernen Radsports. “Man muss sich vorstellen, dass man 30 oder 32 Jahre alt ist und die Teamleitung ständig auf einen 20-Jährigen als Referenz verweist. Und dann sagen sie: ‘Wenn du so gelebt hättest wie er, hättest du vielleicht bessere Leistungen gebracht.‘“ Eine Situation, mit der vielleicht nicht jeder gleich gut umgehen könne, die für die Entwicklung des Sports aber sehr positiv sei. “Die Erfahrenen halten die Jungen nicht mehr unter ihrer Fuchtel.“

Besorgt gab sich Boras Sportlicher Leiter jedoch darüber, dass der Streit, der möglicherweise die Reformation des gesamten Transfer-Systems im Radsport nach sich ziehen könnte, auf dem Rücken Uijtebroeks‘ ausgetragen werde. “Es geht hier mehr um seine Zukunft als um unsere“, sagte Aldag.

Das dürfte dabei mit reinspielen, dass Aldag mit dem medialen Umgang nicht wirklich zufrieden ist. "Für die Außenwelt scheint der Fall in der Nebensaison eine willkommene Unterhaltung zu sein. Etwas, das man online mit Popcorn und einer großen Flasche Cola verfolgen kann. Aber es ist nicht schön, als Team mittendrin zu sein."

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