Roglic verteidigt in einem turbulenten Finale Gelb

Lapeira gewinnt Frankreich-Abstecher der Baskenland-Rundfahrt

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Paul Lapeira (Decathlon – AG2R La Mondiale) hat die 2. Etappe der 63. Baskenland-Rundfahrt gewonnen. | Foto: Cor Vos

02.04.2024  |  (rsn) – Im finalen Bergaufsprint der 2. Etappe der Baskenland-Rundfahrt hatte Paul Lapeira (Decathlon – AG2R La Mondiale) die besten Beine. Der Franzose, der nach zwei Eintagesrennen in seiner Heimat nun seinen dritten Saisonsieg – und damit auch den dritten seiner Karriere – feiern konnte, fuhr zugleich seinen bisher größten Erfolg ein.

Der 23-Jährige profitierte nach 160 Kilometern zwischen Irun und Kanbo, die fast ausschließlich im französischen Baskenland absolviert wurden – ein Novum in der Geschichte der zum 63. Mal ausgetragenen Rundfahrt - von einem hektischen Finale, in dem es auf regennassen Straßen rund um die Drei-Kilometer-Marke zu mehreren Stürzen kam.

Das Hauptfeld schrumpfte auf rund 40 Fahrer zusammen, in dem zwar alle Klassementfavoriten steckten, doch einige potenzielle Tagessieger wie etwa Ethan Hayter (Ineos Grenadiers) fehlten. So fuhren Samuele Battistella (Astana Qazaqstan) und Louis Vervaeke (Soudal – Quick-Step) hinter dem souveränen Lapeira auf die Plätze.

Roglic verteidigt Gelb, nur Vine fällt zurück

“Ich habe vor drei Wochen schon zweimal gewonnen“, leitete der Sieger auf Eurosport das Interview ein. “In der WorldTour ist das Niveau natürlich noch etwas höher, aber ich konnte trotzdem gewinnen“, so der junge Bretone, für den es der erste Sieg auf höchstem Level war. “Bei 1500 Meter hatte ich schon mal versucht, anzugreifen. Bei 700 Meter bin ich dann aber wieder in den Windschatten (von Teamkollege Bruno Armirail) gegangen, daraus habe ich den Sprint lanciert. Es war genau der richtige Moment“, sagte Lapeira mit einem Grinsen im Gesicht.

Primoz Roglic (Bora – hansgrohe) zählte genauso wie Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) und Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) zur Kopfgruppe, der Slowene verteidigte damit seine Führung in allen Wertungen. Bester Jungprofi ist nach wie vor Juan Ayuso (UAE Team Emirates). Neuer Gesamtzweiter ist mit zehn Sekunden Rückstand der bisherige Dritte Mattias Skjelmose (Lidl-Trek), da der Auftaktzweite Jay Vine (UAE Team Emirates) nicht mit der Spitze das Ziel erreichte.

Dritter ist Evenepoel, der sich durch eine Bonussekunde nun zeitgleich mit Skjelmose hinter Roglic wiederfindet. Auf Platz vier vor schob sich Ayuso (+0:14), ebenfalls durch den Gewinn von Bonussekunden. Der Spanier verdrängte Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike / +0:15) auf Rang fünf. Bester Deutscher in der Gesamtwertung ist weiter Roglics Teamkollege Maximilian Schachmann (+0:16, der um eine Position auf Rang sieben vorrückte.

So lief die 2. Etappe der Baskenland-Rundfahrt:

Nach dem Start im baskischen Irun ging es direkt nach Frankreich – und das für den Rest des Tages. Kurz hinter der Grenze löste sich dann auch schon ein Quintett. Alexis Vuillermoz (TotalEnergies), Ivan Cobo (Equipo Kern Pharma), Jetse Bol (Burgos – BH) sowie die Brüder Xabier Mikel Azparren (Q36.5 Pro Cycling) und Enekoitz Azparren (Euskaltel – Euskadi) fuhren sich bei bewölkten 18 Grad maximal etwa dreieinhalb Minuten Vorsprung heraus.

Der Niederländer Bol sicherte sich nach bereits 16 Kilometern die erste und einzige Bergwertung des Tages und damit drei Punkte. Der erste Zwischensprint des Tages ging an Vuillermoz, der sich dafür zehn Punkte und drei Bonussekunden gutschreiben konnte. Abgenommen wurde er bei der ersten Zieldurchfahrt in Kanbo nach 50 Kilometern.

Um die Nachführarbeit im Feld bemühte sich in erster Linie Bora – hansgrohe. Doch nachdem der Rückstand zwischenzeitlich zu schnell schrumpfte, nahm die Mannschaft von Roglic den Fuß vom Gas, so dass 50 Kilometer vor dem Ende wieder drei Minuten auf der Uhr standen, nachdem es kurz vorher schon mal 30 Sekunden weniger waren. Unterdessen hatte es auch angefangen zu regnen.

Das Streckenprofil der 2. Etappe der Baskenland-Rundfahrt | Foto: Veranstalter

In der Folge blieb die Rennsituation weiter konstant, 28 Kilometer vor dem Ziel war der Vorsprung der Spitze dann aber auf eine Minute geschrumpft. Gestellt waren die Ausreißer schließlich 13 Kilometer vor dem Ende. Die Sprintvorbereitungen begannen, Ineos Grenadiers übernahm die Führung.

Zuvor wartete acht Kilometer vor dem Ende aber noch der zweite Zwischensprint, in den sich Evenepoel und Skjelmose zwar einmischten, aber wenig Zählbares einsammelten. Für den Belgier sprang immerhin noch eine Sekunde heraus, davor platzierte sich das UAE-Duo Isaac del Toro und Ayuso. Danach wurde es nochmal hektisch. Zunächst stürzten mehrere Fahrer, darunter Tao Geoghegan Hart (Lidl-Trek) und Esteban Chaves (EF Education – EasyPost) knapp vor der Drei-Kilometer-Marke.

Kurz vor dem Finale werden die Karten neu gemischt

Kurz darauf riss das Feld auseinander, eine Gruppe von knapp 40 Fahrern bildete nunmehr die Spitze. Bis auf Vine waren alle Favoriten auf den Gesamtsieg mit dabei. Ein paar hundert Meter später rutschte mit Romain Gregoire (Groupama-FDJ) einer der potenziellen Tagessieger aus der Kurve, und da auch Ethan Hayter (Ineos Grenadiers) den Sprung an die Spitze verpasst hatte, wurden die Karten neu gemischt.

So führte Decathlon die Gruppe 800 Meter vor dem Ziel in den finalen Anstieg. Auch Movistar und Astana waren mit mehreren Fahrern vertreten, konnten ihre Mehrzahl aber nicht in einen Erfolg ummünzen, denn die besten Beine bergauf hatte letztlich Lapeira, der deutlich vor Battistella und Vervaeke über den Strich jagte.

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