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25.06.2024 | (rsn) – Eine sich schließende Bahnschranke rund 15 Kilometer vor dem Ziel der 1. Etappe der Lotto Thüringen Ladies Tour (2.Pro) sorgte für Aufregung. Denn die zwei Ausreißerinnen des Tages, die Belgierin Margot Vanpachtenbeke (VolkerWessels Team) und die US-Amerikanerin Ruth Edwards (Human Powered Health), lagen zu diesem Zeitpunkt rund vier Minuten vor den ersten Verfolgerinnen und hatten den Bahnübergang schon passiert, wogegen dahinter alle Fahrerinnen anhalten musste und das an der letzten Bergwertung des Tages zuvor auseinandergeflogene Hauptfeld wieder zusammenbrachte.
Dieses erreichte dann 5:34 Minuten nach der Tagessiegerin Vanpachtenbeke das Ziel, bekam aber drei Minuten von der Jury für den Vorfall als Gutschrift zugesprochen, womit nach dem Reglement eigentlich die falschen Fahrerinnen "bestraft" wurden. Denn die betreffende UCI-Regel besagt klar: Schaffen es Fahrerinnen noch vor der roten Ampel über den Bahnübergang, so sind keine Maßnahmen zu ergreifen (2.3.035.3). Das Geschehen wäre als Rennvorfall - “race incident“ - zu werten gewesen.
"Wir hatten keine Ahnung, was hinter uns passiert ist", sagte Vanpachtenbeke im Ziel und auch Edwards wusste nicht zu sagen, warum der Abstand im Finale noch weiter angewachsen war. Von der geschlossenen Schranke aufgehalten wurde zunächst die an der Bergwertung von Kasia Niewiadoma (Canyon SRAM) initiierte Verfolgerinnengruppe, zu der auch Europameisterin Mischa Bredewold (SD Worx – ProTime) gehörte.
Die Niederländerin protestierte noch an der Bahnschranke, wollte, dass der von ihr und ihren Begleiterinnen herausgefahrene Vorsprung nach einem Neustart wieder hergestellt wird, doch das Rennen lief weiter, genau nach Reglement. Bredewold berief sich auf 2.3.035.2, wonach bei einem Abstand von mehr als 30 Sekunden, den die Gruppe der Europameisterin auf das Hauptfeld sicher hatte, das Rennen neutralisiert werden hätte sollen. Jedoch lagen kleinere Gruppen dazwischen, womit das Regelwerk sagt, dass keine Maßnahmen ergriffen werden.
"Ich bin mit der Situation natürlich nicht glücklich, auch wenn es zum Rennsport gehört. Aber ich dachte auch, dass wir unseren Vorsprung wieder zurückbekommen", sagte Bredewold im Ziel zu radsport-news.com, womit sie regeltechnisch aber danebenlag. Allerdings ist eine völlig zweifelsfreie Interpretation schwierig ist, da sich das Reglement auf den Vorsprung der Spitzenreiterinnen zur nächsten Gruppe bezieht und nicht auf dahinter folgende Fahrerinnen.
Auch die Niederländerin unterstrich, dass die führenden Fahrerinnen einfach Glück mit der Situation hatten und in den Juryentscheid nicht miteinbezogen werden sollten: "Für die Spitzenfahrerinnen ändert sich an der Rennsituation nicht viel, aber wir waren nach dem Anstieg zu fünft weg von den anderen." Bredewold hoffte noch auf Änderungen, die dann auch erfolgten, denn das Hauptfeld erhielt drei Minuten gutgeschrieben, womit die Jury dann die Regel 2.3.035.2 aktivierte, wohl auch, um die Spannung in der Gesamtwertung noch hochzuhalten.
Durch die Bahnschranke stieg der Vorsprung der beiden Ausreißerinnen auf sieben Minuten an, was wohlschon eine Vorentscheidung in der Gesamtwertung bedeutet hätte. Dennoch sind die zweieinhalb Minuten, die sich Vanpachtenbeke und Edwards sichern konnten, schon ein ordentliches Polster für die folgenden fünf Etappen. Schließlich waren im Vorjahr die Top 20 am Ende der Rundfahrt nur durch von 2:16 Minuten getrennt.
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