Hendrikx beim Weltcup wieder in den Top 10

Van der Poel macht es in Gavere gegen Nys spannend

Von Kevin Kempf

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Weltmeister Mathieu van der Poel gewinnt den Cross-Weltcup in Gavere. | Foto: Cor Vos

26.12.2025  |  (rsn) – Beim Weltcup in Gavere hat Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) seine weiße Weste bewahrt. In der 7. von neun Runden fuhr er seinem letzten Begleiter Thibau Nys (Baloise – Glowi Lions) davon. Der Belgische Meister wurde mit 21 Sekunden Rückstand Zweiter vor Tibor Del Grosso (Alpecin – Deceuninck), der schnellster eines Quartetts war. Aus dem heraus belegte Toon Aerts (Deschacht – Hens) den vierten Platz vor Emiel Verstrynge (Crelan – Corendon) und Michael Vanthourenhout (Pauwels Sauzen – Altez).

Nach 2016, 2018, und 2024 war es der vierte Erfolg von van der Poel in Gavere. Rekordsieger Sven Nys, der Vater von Thibaut, hat deren neun auf dem Konto, während der Filius am Freitag seinen dritten Platz vom Vorjahr um eine Position verbesserte. Gegen van der Poel war er aber erneut chancenlos. Dabei hatte Nys es offensiv versucht. “Ich habe einige Male den Hammer kreisen lassen, aber ich habe gleich gemerkt, dass Mathieu nicht gezuckt hat und dass er noch Überschuss hatte“, erklärte Nys im Ziel-Interview.

Anfang des längsten Anstieges des Crosswinters unterlief dem Baloise-Profi dann ein Fehler, der das Rennen vorentschied. “Als Mathieu voll gefahren ist, bin ich zwei Mal ausgeklickt. Das hat mich Momentum und einige Sekunden gekostet, aber ich hätte ihm vermutlich sowieso nicht folgen können“, urteilte Nys, der anschließend auch nie Zeit auf den Spitzenreiter zurückgewinnen konnte.

Van der Poel war sich trotzdem nicht sicher, wie der Wettkampf ohne den Fehler ausgegangen wäre: “Ich glaube nicht, dass ich ihn hätte loswerden können. Aber ich sah, dass er einen Fehler gemacht hat und habe dann alles gegeben“, blickte er auf die entscheidende Szene zurück. Gerade anfangs schien van der Poel Probleme mit seinem Widersacher zu haben. “Ich habe noch die richtigen Linien gesucht. Gegen Ende des Rennens habe ich sie aber gefunden. Davor habe ich vor allem an den Hinterrädern gesessen und Thibau war heute wirklich stark“, urteilte der Niederländer.

Wie die Frauen verzichteten auch die deutschen Männer auf eine Teilnahme in Gavere. Dafür fuhr der Niederländer in deutschen Diensten, Mees Hendrikx (Heizomat – Cube), ein weiteres Mal ausgezeichnet. Bis zur 5. Runde hielt er sich in der Spitzengruppe, aus der er nach einem Angriff von Nys Abschied nehmen musste. Den Kontakt konnte er zwar nicht mehr herstellen, dafür hielt er sich dahinter mit einer starken Solovorstellung auf dem achten Platz. Damit erzielte er das beste seiner vier Weltcup-Ergebnisse dieses Winters.

Laurens Sweeck (Crelan – Corendon) verteidigte als Elfter gerade so das Trikot des Weltcup-Führenden. Van der Poel weist allerdings nur noch einen Zähler Rückstand auf. Den will er beim achten von zwölf Weltcup-Rennen wettmachen. Das findet am 28. Dezember in Dendermonde statt.

So lief der Weltcup in Gavere:

Der Start aus der 1. Reihe half van der Poel nicht, da er beim Antritt aus dem Pedal rutschte. Besser lief es bei Nys, der das Feld anführte. Bergauf zog er es weit auseinander und wenig später riss es hinter dem inzwischen an fünfter Position fahrenden van der Poel. Das Quintett erreichte die erste Zielpassage fünf Sekunden vor Mees Hendrikx (Heizomat – Cube) und Toon Vandebosch (Crelan – Corendon).

Das Duo kam in der Abfahrt an Nys, van der Poel, Vanthourenhout, Verstrynge und Del Grosso heran. Bergauf rauschten auch Aerts und Cameron Mason (Seven) vor. Als der noch immer das Tempo bestimmende Nys aber die Schlagzahl erneut erhöhte, fielen Aerts, Mason und Vandebosch wieder zurück. Das Spitzensextett nahm die 3. Runde sieben Sekunden vor dem Trio in Angriff.

Del Grosso nahm bergab erstmals Nys die Führung aus den Händen. Er ließ es aber eher ruhig angehen, sodass Mason und Aerts wieder Anschluss fanden. Am Ende des langen Anstiegs war Hendrikx erst der dritte Fahrer, der an die Spitze ging. Richtig schnell ging es aber nicht, auf der Zielgerade näherte sich den Spitzenreitern ein Crelan-Trio mit Sweeck, Joran Wyseure und Vandebosch.

Der Anschluss gelang aber nicht, da sich bergauf die WorldTour-Profis Nys, van der Poel und Verstrynge lösten. Im flachen Zielbereich hielten die Drei die Beine aber still, sodass Vanthourenhout, Del Grosso und Aerts nur acht Sekunden zurücklagen. Vier weitere Sekunden dahinter folgte Hendrikx in den fünften von neun Umläufen.

Die Abstände untereinander wurden bergab kleiner, doch am Anstieg griff Nys wieder an. Verstrynge parkte und wurde van Vanthourenhout eingeholt, während van der Poel scheinbar spielerisch folgte. In den flacheren Passagen kamen die beiden Verfolger zurück, als van der Poel erstmals im Rennen an die erste Position ging. Del Grosso und Aerts wiesen bei der nächsten Zielpassage sieben Sekunden Rückstand auf, Hendrikx und Wyseure überquerten den Strich acht Sekunden danach.

Im sechsten Umlauf schlossen die beiden ersten Verfolger bergab die Lücke. Nys setzte bergauf wieder an und wieder reagierte van der Poel als einziger. Da hielt sich der Weltmeister aber weiter zurück. Erst auf der Start-Ziel-Geraden ging er in den Wind und behauptete so mit Nys acht Sekunden auf Del Grosso, Verstrynge, Aerts und Vanthourenhout.

In der Abfahrt machte van der Poel nun Druck, dem Nys aber standhielt. Bergauf rutschte Nys dann nach einem Sweeper aus dem Pedal – und van der Poel war weg. Bei der nächsten Zeitmessung trennten die beiden schon zwölf Sekunden. Nys resignierte und ging mit 19 Sekunden Rückstand auf die 8. Runde. Weitere 15 Sekunden dahinter fuhr weiter das Quartett um Verstrynge.

Nys fing sich nun wieder und hielt den Abstand einigermaßen in Grenzen. Wyseure kämpfte sich an das seit Runden vor ihm fahrende Quartett heran. Das verleitete Aerts zu einer Tempoverschärfung auf den letzten ansteigenden Metern, der der Crelan-Belgier und kurzzeitig auch Del Grosso zum Opfer fielen.

Van der Poel und Nys trennten beim Erklingen der Glocke 25 Sekunden. Das Quartett benötigte 20 Sekunden länger und Wyseure machte auch schon wieder Anstalten, zu ihm vorzufahren. Das gelang aber nicht, da Del Grosso die Schlagzahl erhöhte. Bergab konnte er niemanden über Bord werfen, doch im Anstieg konnte sich nur Aerts an seinem Hinterrad festbeißen. Einen Angriff auf den zweiten oder gar ersten Platz gab es aber nicht mehr. Stattdessen kamen Vanthourenhout und Verstrynge in den flacheren Passagen wieder zurück. Nachdem van der Poel vor Nys gewonnen hatte, sicherte sich sein Teamkollege Del Grosso den dritten Rang.

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