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04.06.2026 | (rsn) – Im Flachen bleibt Elisa Balsamo (Lidl – Trek) bei diesem Giro d’Italia Women eine Klasse für sich. Die italienische Ex-Weltmeisterin gewann nach 160 Kilometern der 6. Etappe zwischen Ala und Brescello erneut den Massensprint und feierte damit bereits ihren vierten Tagessieg bei dieser Rundfahrt. Zweite wurde Maggie Coles-Lyster (Human Powered Health) vor Georgia Baker (Liv – AlUla – Jayco).
“Mit einem solchen Team, das eine so großartige Vorarbeit leistet, sieht alles einfacher aus“, sagte Balsamo in einer ersten Reaktion. “Es war ein chaotischer Zielsprint, viele Sprinter hofften heute auf eine Chance. Ich war in perfekter Position, fernab von jeglicher Gefahr. Ich habe meinen Sprint 200 Meter vor dem Ziel gestartet, und alles lief gut. Ich hoffe, dass ich das Maglia Ciclamino mit nach Hause nehmen kann.“ Daran besteht aber kaum noch ein Zweifel, so sie die Rundfahrt beendet.
Die mit nur 350 Höhenmetern extrem flache Etappe bot zwischendurch nur einmal einen Aufreger, als Uno-X Mobility das Feld auf die Windkante nahm. Für einen kurzen Moment hatte Demi Vollering (FDJ United – Suez) den Anschluss an die Spitze um die Gesamtführende Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) und Antonia Niedermaier (Canyon – SRAM) verloren, Marlen Reusser (Movistar) hing sogar nur in der dritten Gruppe. Nach 15 Kilometern war aber alles wieder zusammengelaufen, Zweifel an einem Massensprint gab es in der Folge keine mehr.
Ebenso änderte sich etwas an den vorderen Plätzen der Gesamtwertung. Van der Breggen verteidigte mit einer Minute Vorsprung Rosa auf Vollering, die ihrerseits noch 24 Sekunden Polster auf Niedermaier hat. Auch das Bergtrikot bleibt bei van der Breggen, die Nachwuchswertung führt nach wie vor Isabella Holgren (Lidl – Trek) an, die Vierte im Gesamtklassement ist.
Vier Italienerinnen hatten sich vorgenommen, an einem schier aussichtslosen Tag für Ausreißerinnen in die Gruppe des Tages zu gehen. Gaia Segato und Irene Cagnazzo (beide Vini Fantini – BePink) sowie Sharon Spimi (Top Girls Fassa Bortolo) und Camilla Bezzone (Mendelspeck – E-Work) hatten sich nach 60 Kilometern vier Minuten Vorsprung herausgefahren.
Das Profil der 6. Etappe des Giro d‘Italia | Foto: RCS
Nachdem zunächst Fenix – Premier Tech mit ein wenig Unterstützung von Lidl – Trek die Nachführarbeit im Feld übernommen hatte, setzte rund 60 Kilometer vor dem Ziel Uno-X Mobility zum Manöver an. Die norwegische Mannschaft reduzierte nicht nur den Abstand auf die Spitze auf unter zwei Minuten, sondern riss dabei auf der Windkante auch das Feld auseinander. Sowohl Vollering als auch Elisa Longo Borghini (UAE – ADQ) verpassten den Angriff, Reusser war sogar nur in der dritten Gruppe. Niedermaier und van der Breggen waren im vorderen Teil des Feldes dabei.
Fünf Kilometer später schlossen die beiden ersten Gruppen wieder zusammen, fuhren in dem Moment auch auf die Spitzengruppe auf. Die Gruppe um Reusser hatte zwischenzeitlich 40 Sekunden Rückstand, fuhr die Lücke aber auch wieder zu, brauchte dafür aber zehn Kilometer mehr.
Am Zwischensprint 40 Kilometer vor dem Ziel bemühten sich sowohl Sprinterinnen als auch Klassementfahrerinnen um die Punkte bzw. die Zeitgutschrift. Während Balsamo die Sache für sich entschied, gingen Vollering und van der Breggen komplett leer aus. Danach war das Tempo jedoch wieder raus.
Und deswegen versuchte sich Giorgia Serena (Mendelspeck – E-Work) nochmal mit einer Attacke. Bis zu 30 Sekunden fuhr sie sich heraus, neun Kilometer vor dem Ziel wurde sie wieder eingeholt. Danach blieb das Feld zusammen. 1100 Meter gab es an einem Kreisverkehr noch einen Sturz, der sie Sprintvorbereitungen störte. Infolgedessen ging Balsamo mit nur einer Helferin vor sich an zweiter Stelle auf den letzten Kilometer. Ändern an ihrer Dominanz sollte aber auch das nichts. Sie sprintete locker zum nächsten Sieg.
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