Ausreißer dominieren 4. Auvergne-Etappe

Simmons sprintet vor Fisher-Black zum ersten Saisonsieg

Von Marc Zeiringer

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Quinn Simmons (Lidl - Trek), hat die 4. Etappe der 78. Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) gewonnen. | Foto: Cor Vos

10.06.2026  |  (rsn) - Quinn Simmons (Lidl - Trek), hat im Hochgeschwindigkeitsfinale die 4. Etappe der 78. Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) für sich entschieden. Der US-Amerikanische Meister setzte sich über 167,4 Kilometer von Le Puy-en-Velay nach Montond-les-Bains den Sprint einer zehnköpfigen Spitzengruppe vor dem Neuseeländer Finn Fisher-Black (Red Bull – Bora – hansgrohe) durch und feierte seinen ersten Sieg seit fast einem Jahr, als er ein Teilstück der Tour de Suisse (2.UWT) gewonnen hatte.

Tagesdritter wurde der Franzose Matteo Vercher (Total Energies) vor dem Italiener Marco Frigo (NSN) und dem Spanier Raul Garcia Pierna (Movistar).

Auf den letzten flachen 30 Kilometern der Etappe war das von Visma – Lease a Bike angeführte Feld den Ausreißern immer näher gekommen; doch die retteten sich bei Höchsttempo von 70 km/h mit vier Sekunden Vorsprung ins Ziel, wo Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) im Sprint den elften Tagesrang holte. Als bester deutscher Fahrer belegte Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) den 13. Platz.

“Nach der Tour ist das hier das größte Etappenrennen des Jahres. Hierherzukommen und eine Etappe zu gewinnen - es ist fast ein Jahr her, dass ich zuletzt meine Hände in den Himmel strecken konnte – ist sehr besonders“, kommentierte der 25-jährige Simmons in einer Pressemitteilung seines Teams den achten Sieg seiner Karriere, für den er mächtig kämpfen musste, da die Sprinterteams alles daransetzten, die Ausreißer noch zu stellen. “Ich hatte etwas Angst, da sie uns nur zwei Minuten gegeben haben. Ich hätte auf etwas mehr gehofft, am Ende hat es mir aber in die Karten gespielt. Ich habe noch nie einen Sprint gewonnen. Das ist sehr cool“, fügte er an.

Dagegen verpasste der rund ein Jahr jüngere Fisher-Black das erste Erfolgserlebnis für Red Bull – Bora – hansgrohe im Verlauf der Tour-Generalprobe. “Mir hätte heute auch ein Massensprint gefallen, ich wusste aber, dass meine Chancen als Ausreißer besser sind“, sagte der Neuseeländische Zeitfahrmeister im Ziel gegenüber CyclingPro.net. “Wir sind den ganzen Tag Vollgas gefahren, weil wir wussten, dass wir keinen Spielraum haben. Das war gut für mich, weil ich wollte, dass es auf einen Sprint hinausläuft“, so Fisher-Black, der sich am Ende knapp geschlagen geben musste – zum wiederholten Mal in diesem Jahr. “Im Sprint war es für mich schwierig, die Lücke zu finden, am Ende hat es nicht gereicht. Ich versuche nicht zu zählen, wie oft ich in dieser Saison schon Zweiter wurde. Das tut ein bisschen weh, vielleicht klappt es irgendwann.“

An der Spitze der Gesamtwertung gab es keine Änderungen. Der Franzose Alex Baudin (EF Education – EasyPost) verteidigte ein weiteres Mal sein Gelbes Trikot und führt die Gesamtwertung unverändert mit je zwölf Sekunden Vorsprung auf das Netcompany-Duo Kévin Vauquelin und Oscar Onley an.

Baudins Landsmann Clément Braz Afonso (Groupama - FDJ United) bleibt in der Bergwertung vorn, der Israeli Nadav Raisberg (NSN) ist weiterhin punktbester Fahrer, Baudin wird auch als bester Nachwuchsprofi geführt. Groupama - FDJ United bleibt bestes Team.

So lief die 4. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes:

Bei 18 Grad und Sonnenschein wurde die Etappe in Le Puy-en-Velay gestartet. Heiß her ging es aber bereits von Beginn an zu, denn Attacken gab es auf den ersten 50 Kilometern wie am Fließband. Eine Ausreißergruppe konnte sich allerdings sowohl am Anstieg zur ersten Berwertung zum Col de la Croiy de l’Arbre (4. Kat.) als auch danach in der Anfahrt zur Zwischensprintwertung in Arlanc nicht absetzen. Den einzigen Bergpunkt sicherte sich Marco Frigo (NSN), der dann zusehen konnte, wie sein Teamkollege Nadav Raisberg den Sprint gewann und damit seinen Vorsprung in dieser Sonderwertung weiter ausbaute.

Kurz vor der Bergwertung an der Côte du Temple (3. Kat.) konnten sich Simmons (Lidl – Trek), Andreas Kron (Uno-X Mobility) und Jordan Jegat (TotalEnergies) absetzen. Es dauerte allerdings bis zum nächsten Anstieg zur Côte de Chougoirand, ehe das Peloton aufhörte, vehement nachzufahren. Nachdem sich mit Fisher-Black, Pablo Castrillo, Garcia Pierna (beide Movistar), Vercher, Jan Castellon (Caja Rural - Seguros RGA), Frigo, George Bennett (beide NSN), Lars Craps (Lotto - Intermarché) und Samuel Watson (Netcompany - Ineos) weitere neun Fahrer zum Trio gesellt hatten, stand die Gruppe des Tages nach etwa 75 Kilometern. Der Vorsprung auf das Peloton am Bergpreis, den Castellon holte, betrug allerdings nur rund zwei Minuten.

Cofidis und Visma – Lease a Bike übernahmen daraufhin die Tempoarbeit im Feld und konnten auf dem Weg zum Col des Limites (3. Kat.) den Abstand auf 1:20 Minuten verringern. Castellon gewann hier weitere zwei Bergpunkte, es sah zu diesem Zeitpunkt aber schon danach aus, dass die Chance der Ausreißergruppe eher gering sein würden, da sich im Feld nun auch Alpecin und Bahrain Victorious an der Tempoarbeit beteiligten.

Das Streckenprofil der 4. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes | Foto: Veranstalter

An den letzten beiden Bergwertungen der jeweils 4.Kategorie holte sich Castellon jeweils ein weiteres Pünktchen ab und schob sich damit in der Bergwertung auf den fünften Gesamtrang. In der darauffolgenden längeren Abfahrt holte das Peloton weiter auf und verkürztet den Rückstand auf unter eine Minute. Watson und Bennet gehörten zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zur Spitzengruppe. Der Britische Meister stürzte in einer harmlosen Rechtskurve, wurde danach verarztet und konnte die Etappe glücklicherweise fortsetzen. Bennett, der im Gesamtklassement bestplatzierte Fahrer der Spitzengruppe, fiel aus unbekanntem Grund zurück.

Auf den letzten 30 flachen Kilometern knabberten die Sprinterteams Sekunde um Sekunde vom Vorsprung der noch zehn Ausreißer ab. Doch die arbeiteten gut zusammen und kreiselten an der Spitze. Dennoch hatte das von Visma angeführte Feld die Gruppe schon vor sich und als Edoardo Affini Tempo bolzte, schien die letzte Stunde der Ausreißer auf der langen Geraden in Richtung Ziel geschlagen. Doch dann zog Pablo Castrillo für seinen Teamkollegen Garcia Pierna nochmals mächtig am Horn, so dass die zehn Spitzenfahrer acht Sekunden mit auf den letzten Kilometer nahmen. Das sollte reichen.

Kron und Simmons zogen den Sprint fast zeitgleich an, doch der Lidl-Trek-Profi bewies das größere Standvermögen und hielt auch den stark aufkommenden Fisher-Black neben sich knapp auf Distanz, um erstmals eine Etappe der Tour-Generalprobe zu gewinnen. Dem Feld blieb nur noch der Kampf um Rang elf, den van Aert für sich entschied.

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