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08.03.2026 | (rsn) – Zum fünften Mal insgesamt und erstmals seit 2019 landete Kasia Niewiadoma-Phinney vom deutschen Team Canyon – SRAM bei der Strade Bianche auf dem Podium. Doch wieder reichte es für die Polin nicht zum ersten Sieg bei einem ihrer erklärten Lieblingsrennen. “Ich bin einfach ziemlich frustriert. Ich habe jahrelang auf den Sieg hier hingearbeitet, und es ist hart, ihn wieder so knapp verpasst zu haben“, sagte Niewiadoma in einer Mitteilung ihres Teams.
Diesmal musste sie sich Elise Chabbey (FDJ United – Suez) geschlagen geben, die bis Ende 2024 noch ihre Teamkollegin gewesen war. Die 32-jährige Schweizerin war quasi die lachende Dritte im Duell zwischen Elisa Longo Borghini (UAE – Team ADQ) und Niewiadoma, die sich im letzten der elf Gravel-Sektoren abgesetzt und kurz darauf noch Begleitung durch Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech) erhalten hatten. Zu dem Trio schloss dann aber eine Gruppe um Chabbey und deren Teamkollegin Franziska Koch auf.
Im Schlussanstieg hinauf zur Piazza del Campo schienen dann aber die Italienerin und die Polin den Sieg unter sich auszumachen. Doch 200 Meter vor dem Ziel schob sich Chabbey noch an ihren Konkurrentinnen vorbei und sicherte sich den Sieg vor Niewiadoma-Phinney, die in Siena ein weiteres Mal mit Platz zwei Vorlieb nehmen musste.
“Ich hatte das Gefühl, wir waren alle am Ende des Schlussanstiegs total erschöpft, und dann ging es nur noch darum, wer in den Kurven vor dem Ziel am wenigsten bremsen musste. Elisa und ich fuhren zu schnell in die Linkskurve und mussten bremsen, während Chabbey von hinten die Geschwindigkeit nutzen und einen perfekten Lauf hinlegen konnte“, schilderte die 32-Jährige das Finale und betonte: “Es ist wunderschön, bei so einem tollen Rennen auf dem Podium zu stehen, aber ist das halt noch lange kein Sieg.“
Dabei hatte Niewiadoma-Phinney zuvor alles richtig gemacht und eine überzeugende Vorstellung hingelegt – und das umso mehr, als sie den Großteil des Rennens ohne Teamkolleginnen an ihrer Seite unterwegs war, wogegen Chabbeys Equipe mit mehreren Fahrerinnen das Geschehen diktierte. “Das Tempo war auf den letzten 50 Kilometern unglaublich hoch, und die Rennsituation änderte sich ständig“, sagte die Toursiegerin von 2024, die bei der vermeintlich vorentscheidenden Aktion hellwach war.
“Nach dem zweiten Anstieg zum Le Tolfe dachte ich, wir drei würden bis zum Ziel vorne bleiben“, kommentierte sie die Konstellation mit ihr, Longo Borghini und Pieterse, die aber nicht lange Bestand hatte. “Aber irgendwann kamen die anderen zurück, und dann hieß es nur noch: Okay – wer kann jetzt noch etwas reißen?“ Letztlich war es dann aber Chabbey, die das beste Ende für sich hatte.