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12.06.2026 | (rsn) – Red Bull – Bora – hansgrohe hat der ersten Bergetappe der 78. Tour Auvergne-Rhone-Alpes (2.UWT) seinen Stempel aufgedrückt. Nach 182 spektakulären Kilometern von Saint-Vulbas nach Crest-Voland zur ersten von drei Bergankünften in Folge setzte sich der Belgier Maxim Van Gils im Sprint einer dreiköpfigen Spitzengruppe souverän gegen den Norweger Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility) durch und konnte so seinen ersten Saisonsieg bejubeln.
Mit sechs Sekunden Rückstand wurde sein australischer Teamkollege Luke Tuckwell Dritter und übernahm das Gelbe Trikot des Gesamtführenden vom Franzosen Alex Baudin (EF Education – EasyPost). Auf den weiteren Plätzen folgten die beiden Spanier Pablo Torres (UAE – Team Emirates – XRG / +0:13) und Raul Garcia Pierna (Movistar / +0:33). Zeitgleich auf den Plätzen sechs und zehn landeten der Schweizer Yannis Voisard und der Deutsche Lennart Jasch vom Schweizer Zweitdivisionär Tudor.
All diese Fahrer gehörten zu einer 60-köpfigen Gruppe, die sich bereits nach wenigen Kilometern vom Rest des Feldes abgesetzt hatte und in der Red Bull mit gleich vier Fahrern – neben Van Gils und Tuckwell noch Gianni Vermeersch und Callum Thornley – vertreten war.
“Das ist einer der schönsten Tage in meiner Karriere. Ich glaube, jeder hat meinen Sturz gesehen. Ich bin auch danach immer positiv geblieben und habe weiter hart gearbeitet. Jetzt hier bei der Tour Auvergne-Rhône-Alpes in der Region Dauphiné zu gewinnen… Ich liebe es hier und meine Freundin stammt von hier. Wir sind heute auf vielen Straßen gefahren, auf denen ich trainiere. Ich bin sehr glücklich“, strahlte der 26-jährige Van Gils im Flash-Interview nach seinem größten Sieg als Profi und fügte an: “Ich glaube, ich bin in der besten Form meiner Karriere. Ich war 20 Tage lang mit Remco (Evenepoel) im Trainingslager. Er ist natürlich stärker als ich, deswegen habe ich viel leiden müssen. Ich bin dann hier angekommen und ich fühle mich, als würde ich fliegen. Es ist immer schwer zu gewinnen. Aber mit diesen Beinen zu gewinnen, ist sehr schön.“
Mit dazu bei trug auch sein Teamkollege Tuckwell, der mit hohem Tempo auf den letzten Metern Van Gils den Sprint vorbereitete und sich selbst mit dem Gelben Trikot dafür belohnte. “Es ist mein erstes Jahr als Profi. Ich muss es jetzt einmal genießen. Ich bin ohne große Ziele in das Rennen gegangen und wollte einfach nur Spaß haben. Mein Sportdirektor hat mir auch gesagt, dass ich Spaß haben soll und etwas Verrücktes versuchen soll. Wenn so etwas passiert, ist das eine großartige Möglichkeit. Ich werde es jetzt genießen und werde dann sehen, was ich in den nächsten Tagen schaffen kann“, sagte der neue Spitzenreiter gegenüber CyclingPro.net.
Aus dem Feld, dessen Rückstand bis zu fünf Minuten betragen hatte, lösten sich im Schlussanstieg Paul Seixas (Decathlon – CMA CGM) und Isaac Del Toro (UAE – Emirates – XRG), um auf den letzten Kilometern wertvolle Zeit auf ihre Konkurrenten im Kampf um den Gesamtsieg gutzumachen. Das Duo belegte schließlich mit 3:15 Minuten Rückstand auf Van Gils die Plätze 20 (Del Toro) und 21 (Seixas).
Im Gesamtklassement liegt der 21-jährige Tuckwell nun 1:12 Minuten vor dem Franzosen Bruno Armirail (Visma – Lease a Bike). Mit genau zwei Minuten Rückstand belegt der Franzose Guillaume Martin (Groupama – FDJ United) Rang drei vor dem US-Amerikaner Matteo Jorgenson (Visma – Lease a Bike / +2:34), der im Finale Seixas und Del Toro nicht folgen konnte. Seixas (+3:06) rückte auf die siebte Position vor, gefolgt vom Lidl-Trek-Duo Juan Ayuso und Mattias Skjelmose (beide 3:15) sowie Del Toro (+3:22).
Der Franzose Clement Braz Afonso (Groupama – FDJ United) baute seine Führung in der Bergwertung aus. Der Israeli Nadav Raisberg (NSN) bleibt in der Punktewertung vorn, Tuckwell übernahm neben dem Gelben auch das Weiße Trikot des besten Nachwuchsfahrers. Groupama - FDJ United behauptete die Führungsposition in der Teamwertung, in der Red Bull (+1:00) auf den zweiten Platz vorrückte.
Die erste der drei Bergetappen in Serie begann mit einem Paukenschlag, denn nach nicht einmal zehn Kilometern teilte sich das Peloton in Folge von mehreren Attacken. Nicht weniger als 60 Fahrer, darunter Bergkönig Braz, Raisberg, Führender der Punktewertung, Quinn Simmons (Lidl – Trek), Torres, Johannessen sowie das Red-Bull-Quartett Van Gils, Vermeersch, Thornley und Tuckwell sowie die Deutschen Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) und Jasch setzten sich ab und erarbeitete sich auf den ersten 60 Kilometern einen Vorsprung von zwei Minuten.
Neoprofi Tuckwell war mit einem Rückstand von 1:03 Minuten auf Spitzenreiter Baudin der im Klassement bestplatzierte Fahrer in der Spitzengruppe. Die Favoriten um Jungstar Seixas befanden sich im zweiten Teil des Pelotons. Seixas Mannschaft war zudem als einzige nicht in der Spitzengruppe vertreten und übernahm dementsprechend die Tempoarbeit.
Beim Zwischensprint nach 75 Kilometern in Les Echelles sicherte sich Raisberg erneut zehn Punkte und konnte damit seinen Vorsprung im Kampf um das Grüne Trikot weiter ausbauen. Braz Afonso machte es dem Israeli an der Cote de Chatelard (3. Kat.) nach und vergrößerte mit zwei eroberten Zählern seinen Vorsprung in der Bergwertung.
Das Streckenprofil der 6. Etappe der Tour Auvergne-Rhone-Alpes | Foto: Veranstalter
Auf dem Weg zum Col du Granier (2.Kat.) fielen einige Sprinter – darunter auch Raisberg – aus der Gruppe heraus. Der Vorsprung der verbleibenden 54 Fahrer auf die Favoriten wuchs weiter an und erreichte kurz nach der Kuppe fast drei Minuten. Nicht mehr mit dabei war Joshua Tarling (Netcompany – Ineos), der nach einem Sturz die Rundfahrt vorzeitig beenden musste. Braz Afonso gewann auch diese Bergwertung und vergrößerte seinen Vorsprung gegenüber seinem ersten Verfolger Baudin auf zehn Punkte.
Vor dem Beginn des vorletzten Anstiegs zur Cote d’Hery-sur-Ugin (1. Kat.) wuchs der Abstand sogar bis auf fünf Minuten an. Decathlon und EF Education – EasyPost mussten viel arbeiten, so dass Baudin die Fahrt durch seine Heimatstadt kaum genießen konnte. Gleich zu Beginn des Anstiegs zerfiel die Spitzengruppe, aus der heraus sich bis zur Bergwertung niemand entscheidend absetzen konnte. Braz Afonso führte die noch rund 20-köpfige Gruppe über die Kuppe, gewann dort zehn Punkte und baute damit den Vorsprung im Kampf ums Bergtrikot weiter aus.
Nach einer kurzen Abfahrt attackierte Steinhauser schon zu Beginn der knapp sechs Kilometer langen Schlusssteigung, doch der 24-Jährige blieb nicht lang vorn, weil Van Gils, Johannessen und Torres reagierten und ein neues Spitzentrio bildeten.
Weit kam die Gruppe nicht weg, ehe 2,5 Kilometer vor dem Ziel Tuckwell den Anschluss schaffte und von da an, das Gelbe Trikot vor Augen, die Tempoarbeit übernahm. Torres fiel zurück, so dass nur noch drei Fahrer dem Ziel entgegen jagten. Eingangs der letzten 250 Meter zog Halland Johannessen den Sprint an, doch Van Gils sprintete noch am Tour-de-France-Sechsten vorbei, der sich über den noch aus der Hand gegebenen Sieg mächtig ärgerte.
Im Peloton hatte der 19-jährige Seixas mit seiner Tempoverschärfung am Schlussanstieg gesorgt, dass unter anderem Ayuso und Skjelmose den Anschluss verloren und nur noch Del Toro sowie Jorgenson an ihm dranbleiben konnten. Doch auch der US-Amerikaner musste dann überraschend passen, so dass Seixas und Del Toro zeitgleich mit 3:15 Minuten Rückstand auf den Tagessieger ins Ziel kamen. Gegenüber ihren anderen Konkurrenten allerdings hatten sie Zeit gutmachen können.
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