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16.03.2026 | (rsn) – Nach einem fast vollends verlorenen Jahr 2025 konnte Georg Steinhauser (EF Education – Easypost) in der Frühphase der aktuellen Saison einen riesigen Erfolg verbuchen. Der Allgäuer schaffte es zum ersten Mal in seiner Karriere auf das Podium eines WorldTour-Etappenrennens, neben dem dritten Platz nahm er bei Paris-Nizza (2.UWT) auch gleich noch das Weiße Trikot des besten Jungprofis mit.
"Im Radsport gibt es immer viele Auf und Abs", sagte er bei Eurosport nach der noch einmal hart umkämpften Schlussetappe rund um Nizza. "Letztes Jahr war ich sehr weit unten, jetzt bin ich sehr weit oben. Ich werde das genießen, solange ich kann. Ich bin einfach happy." Vor einem Jahr warfen ihn Kniebeschwerden zurück, die Tour of Austria (2.1) musste er mit Bauchschmerzen vorzeitig beenden, es folgte eine monatelange Pause wegen einer Borreliose. Eine absolute Seuchensaison für Steinhauser.
Bei Paris – Nizza war er nun wieder obenauf. Dabei brauchte Steinhauser nicht nur Glück, sondern auch eine der formstärksten Wochen seiner Karriere seit dem Giro d’Italia 2024, als ihm ein gefeierter Etappensieg gelang. Den Grundstein zu seinem Podiumsplatz hinter dem überlegenen Gesamtsieger Jonas Vingegaard und Daniel Felipe Martínez legte der EF-Education-Profi während der völlig verregneten vierten Etappe.
Es war ein brutaler Tag auf dem Rad für das Feld. Schon zu Beginn teilte sich das Peloton an einer Windkante, Steinhauser war vorne mit dabei. Als durch den Sturz von Juan Ayuso die Gruppe erneut geteilt wurde, fand sich der 24-Jährige im hinteren Teil. Am vorletzten Anstieg des Tages machte er sich alleine auf die Verfolgung eines Red Bull-Bora-hansgrohe-Quintetts, Vingegaard und Mathias Vacek. 30 Kilometer fuhr er allein hinterher, wurde schließlich Tages-Fünfter und eroberte mit einer von den Kameras fast unbeobachteten Kampfleistung den dritten Platz in der Gesamtwertung, den er bis zum Ende nicht mehr abgab.
Auch am Schlusstag musste sich Steinhauser dafür den Angriffen der Konkurrenz erwehren. Schließlich konnte ihm Kévin Vauquelin nicht mehr gefährlich werden, der erster Verfolger des Deutschen im Kampf ums Podium und ums Weiße Trikot war. "Ich hatte Glück, dass ich einen wirklich guten Tag erwischt habe", sagte Steinhauser. "Es ist ein sehr besonderes Gefühl, wenn man das Gefühl hat, ein Rennen wie Paris – Nizza auf dem Podium zu beenden. Das gibt einem ein paar Extra-Watt. Die habe ich heute gebraucht, ich bin sehr glücklich, dass ich den dritten Platz halten konnte."
Nach Top-Ten-Platzierungen zum Saisonauftakt in Mallorca und einem 22. Platz in der Gesamtwertung der UAE Tour feierte Steinhauser sein erstes richtiges Erfolgserlebnis 2026 - und kann mit Selbstvertrauen in die anstehenden Rennen gehen.
Der Allgäuer steht auch auf der Longlist seines Teams für die Tour de France. Beim "Rennen zur Sonne" gab er eine starke Bewerbung ab, um zum ersten Mal bei der Grand Boucle am Start zu stehen.