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27.03.2026 | (rsn) – Mit Blick auf den Ausgang der 5. Etappe der 105. Katalonien-Rundfahrt (2.UWT) hat es am Freitagnachmittag nur ein einziges Fazit geben können. "Jonas war heute einfach auf einem anderen Niveau", fasste Florian Lipowitz (Red Bull – Bora – hansgrohe) im Ziel-Interview seinen Arbeitstag zusammen. Auf den 153,1 Kilometern von La Seu d'Urgell zur Bergankunft am Coll de Pal reichte es für den deutschen Hoffnungsträger zum vierten Platz, den er nun auch im Gesamtklassement belegt.
"Der letzte Anstieg war sehr hart, es gab viel Gegenwind", ordnete der Dritte der Tour de France 2025 das Geschehen im Schlussakt ein. Auf den finalen 16 Kilometern wusste sich Lipowitz immer wieder in Szene zu setzen und hatte den ersten Attacken stets etwas entgegenzusetzen. Einzig mit dem schon gepriesenen Jonas Vingegaard (Team Visma – Lease a Bike), der sich, ohne aus dem Sattel zu gehen, überlegen zum Tagessieg biss, und dem österreichischen Zweitplatzierten Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) konnte der Deutsche nicht mitgehen.
An seiner positiven Grundstimmung änderte dieser Umstand aber nichts. "Ich denke, dass wir am Ende eine gute Leistung und ein überzeugendes Teamwork auf die Strecke gebracht haben. Ich bin glücklich heute", merkte Lipowitz an und blickte optimistisch voraus: "Zwei Tage haben wir noch vor uns. Wir müssen sehen, was auf uns zukommt – aber insgesamt fühle ich mich ziemlich gut."
Letzteres lässt sich von seinem Teamkollegen Remco Evenepoel nicht behaupten. Der Belgier, der mit Lipowitz als Co-Kapitän in die Katalonien-Rundfahrt gestartet war, musste im entscheidenden Moment abreißen lassen. Als Vingegaard knapp sieben Kilometer vor Schluss zum finalen Schlag ausholte, versuchte der 26-Jährige zwar noch mitzugehen – stieß jedoch überraschend schnell an seine Grenzen. Suchend drehte sich Lipowitz noch nach seinem Mitstreiter um, ehe er die Verfolgung von Vingegaard aufnahm.
Letzten Endes blieb Evenepoel an diesem Freitag nur der sechste Rang, den er mit einem Rückstand von 1:38 Minuten auf Vingegaard auch in der Gesamtwertung übernommen hat. Satte 37 Sekunden vor ihm rangiert Lipowitz. Den Anschluss hat Evenepoel damit verloren.
Während der Red-Bull-Neuzugang Boden auf seine Konkurrenz verlor, schossen natürlich die Bilder von Mittwoch in den Kopf: Auf der 3. Etappe war der zweimalige Olympiasieger knapp 500 Meter vor dem Ziel gestürzt und vergab so die Chance auf den Tagessieg. Einen Tag später habe er noch Schmerzen gespürt, die Nacht zu Freitag sei jedoch ruhig gewesen. "Ich fühle mich normal. Ich hatte eine gute Nacht und habe nichts Besonderes gespürt", gab Evenepoel vor der Etappe zu Protokoll.
Die knapp 4.500 Höhenmeter bis hin zur ersten Bergankunft in Katalonien deuteten jedoch klar darauf hin, dass beim Co-Kapitän nicht alles rundläuft – und nun der stärkere Lipowitz mehr ins Rampenlicht rücken muss. Der Evenepoel scheint damit keine Probleme zu haben, wie er im Ziel gegenüber Sporza sagte: "Ja, für mich ist alles in Ordnung. Es ist ein anderes Gefühl, mit einem anderen starken Kletterer zu fahren. Dann können wir die Aufgaben etwas aufteilen und uns gegenseitig unterstützen.
Die sechste und vorletzte Etappe wird dem Peloton erneut zusetzen. Auf den 158,2 Kilometern zwischen Berga und Queralt gibt es gleich vier Bergwertungen und etwa 4.000 Höhenmeter zu bewältigen. "Morgen steht eine ganz andere Etappe an, mit kürzeren Anstiegen. Es ist ungefähr die gleiche Strecke wie 2024, als Pogacar gewonnen hat – damals war es auch komplett zersplittert. Es wird also so etwas wie ein Mini-Klassiker mit vielen Attacken, da bieten sich definitiv Chancen“, zeigte sich der 26-Jährige dennoch kampfeslustig.
Fest steht aber: Will Red Bull – Bora – hansgrohe in Katalonien auf das Podest, sollte am Samstag der stärkste Trumpf gespielt werden. Nach fünf absolvierten Etappen ist das Lipowitz. Der 25-Jährige bewies am Freitag seine Kämpferqualitäten in der Höhe, dürfte sich mit Gall (2. /+0:57), Lenny Martinez (3. / Bahrain Victorious / +1:09) sowie Valentin Paret-Peintre (5. / Soudal Quick-Step / +1:15) einen spannenden Schlagabtausch liefern.