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28.03.2026 | (rsn) – Auch wenn Mads Pedersen (Lidl – Trek) das Kunststück schon am Sonntag in Wevelgem wiederholen könnte: Einen Hattrick gibt es beim Fußball deutlich öfter als im Radsport. Dennoch hat Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) am Freitag bei der E3 Saxo Classic (1.UWT) einen solchen erzielt. Weil das Rennen für ihn eigentlich schon gelaufen war, lässt sich, um Fußballsprache zu verwenden, fast schon vom Siegtor in der Nachspielzeit sprechen.
Ein mehr als 60 Kilometer langes Solo drohte unter dem Teufelslappen doch noch verloren zu gehen. Florian Vermeersch (UAE – Emirates – XRG), Stan Dewulf (Decathlon – CMA CGM), Per Strand Hagenes (Visma – Lease a Bike) und Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) trennten nur noch eine Handvoll Meter vom niederländischen Spitzenreiter. Für den Crossweltmeister schien alles gelaufen. Doch als Abrahamsen die Lücke hätte zufahren sollen – und können – hielt er die Beine still.
Fast zeitgleich hatte van der Poel die Waffen gestreckt. “Ich hatte es eigentlich aufgegeben, weil sie so nah dran waren“, beschrieb er die Situation im Interview mit Wielerflits. Dann aber bemerkte er die Uneinigkeit hinter ihm. Denn als Abrahamsen nicht in die Führung wollte, wollten seine Begleiter das auch nicht mehr. “Ich dachte: ‘Wenn sie jetzt zurückkommen und es ein Sprint wird, habe ich sowieso verloren. Ich war komplett am Limit“, beschrieb er die skurrile Situation kurz vor dem Ziel.
Während sich das Quartett hinter ihm ansah, holte van der Poel die letzten Reserven aus den Beinen. “Sie dachten wohl auch, dass ich aufgebe, aber ich probierte doch noch, so schnell wie möglich zur Ziellinie zu kommen“, sagte er. Die erreichte er letztendlich drei Sekunden vor Strand Hagenes, der im Sprint der Verfolger Zweiter wurde.
So konnte sich der Alpecin-Kapitän über seinen vierten Saisonsieg am zehnten Renntag freuen: “Es ist immer sehr ärgerlich, wenn man so viel in einen Ausreißversuch investiert und dann einen Kilometer vor dem Ziel eingeholt wird. Das wäre echt scheiße gewesen. Ich bin wirklich glücklich, dass ich den Sieg noch holen konnte", kommentierte er das Ergebnis.
Den nächsten Triumph könnte van der Poel schon am Sonntag feiern – und auch das wäre ein besonderer, denn der Siegerpokal von Middelkerke-Wevelgem fehlt dem 31-Jährigen noch im Trophäenschrank. “Ich möchte da unheimlich gern gewinnen, aber es wird sehr schwer. Vor zwei Jahren, als ich ebenfalls in Harelbeke gewann, war ich am Sonntag gut – aber mit fehlte etwas die Frische. Hoffentlich erhole ich mich dieses Mal besser“, so der Niederländer.
“Der E3 ist eines der härtesten Rennen und die Kombination mit Gent-Wevelgem ist sehr schwer. Vielleicht muss ich den Freitag ein Jahr auslassen und mich voll auf In Flanders Fields konzentrieren, wenn ich in Wevelgem gewinnen will“, fügte er an.
Damit würde sich van der Poel selbst eines möglichen langfristigen Ziels berauben. Denn auch wenn Hattricks im Radsport selten sind – Quattricks sind noch viel seltener. Das ist aber immer noch nichts im Vergleich zu Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG), der Il Lombardia (1.UWT) von 2021 bis 2025 für sich entschieden und somit im letzten Oktober einen Quinttrick gefeiert hatte.