Stimmen zum 88. Middelkerke-Wevelgem

Segaert: “Mir schwirren immer noch Zweifel durch den Kopf“

Von Jens Claussen

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Alec Segaert (Bahrain Victorious) schloss im Finale zu Wout van Aert (Visma - Lease a Bike, vorne) und Mathieu van der Poel (Alpecin - Premier Tech) auf. | Foto: Cor Vos

30.03.2026  |  (rsn) – Mit einem beherzten Antritt bei der letzten Auffahrt des Kemmelbergs schien Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) 36 Kilometer vor dem Ziel die rennentscheidende Situation des Tages kreiert zu haben. Nur Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) konnte das Hinterrad des E3-Siegers halten. Gemeinsam fuhr man als Spitzenduo in Richtung Ziellinie.

Doch 2,5 Kilometer vor dem Ziel war es mit der Alleinfahrt der beiden weltbesten Crosser vorbei. Van der Poels Teamkollege Jasper Philipsen gewann den Sprint der heranrauschenden Verfolgergruppe und konnte sich mit seinem 60. Karrieresieg erstmals in die Palmares des Klassikers eintragen. Nur um Reifenbreite dahinter komplettierten Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM) und Christophe Laporte (Visma - Lease a Bike) das Podium.

Stimmen zum 88. Middelkerke-Wevelgem:

Jasper Philipsen (Alpecin – Premier Tech / Sieger / Ziel-Interview):
"Heute kam endlich alles zusammen und ich konnte den Sieg erringen. Mit Mathieu vorne war es natürlich für uns als Team die ideale Situation. Aber ein paar Kilometer vor dem Finale gab er uns zu verstehen, dass er nicht die besten Beine habe. Ich wusste aus der Vergangenheit, dass es ein langes Finale ist, in dem ich mit guten Beinen ankommen muss. Dann habe ich ein wenig gezockt und am Ende gewonnen. "

Tobias Lund Andresen (Decathlon – CMA CGM/ Zweiter / Ziel-Interview):
“Ich war heute sehr nahe dran und bin ein wenig über meinen eigenen Sprint enttäuscht. Und auch wenn es wie ein Klischee klingt: Mein Team war heute großartig. Es schien nicht mehr möglich, die beiden vorne noch einzuholen, aber unser Team hatte heute gezeigt, wie stark es wahrhaftig ist.“

Christoph Laporte (Visma - Lease a Bike / Dritter / Ziel-Interview):
“Das war nicht das Resultat, für das wir hergekommen sind. Es ist zwar ein gutes Ergebnis, aber wir haben gehofft zu gewinnen. Die Gruppe ist von hinten wieder zurückgekommen und ich habe im Sprint mein Bestes gegeben. Jetzt kommt die Flandern-Rundfahrt und dann Roubaix, das mir am meisten am Herzen liegt. Aber jetzt muss ich mich erst mal ausruhen.“

Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) / 34. / Sporza):
“Ich hatte heute das Gefühl, nicht super zu sein. Ich war gut, aber es fehlte mir an Frische. Ich habe dann zwar mit Wout (van Aert) vorne zusammengearbeitet. Aber immer mit dem Gedanken, dass Jasper hoffentlich noch rankommen würde. Es ist Klasse, dass er das Rennen nach Hause gebracht hat. Wir haben es mit unserem Team noch nie gewonnen.“

Wout van Aert (Visma – Lease a Bike / 30. / Sporza):
“Das Gefühl war heute gut, ich konnte Mathieu beim letzten Mal über den Kemmelberg folgen. Ich dachte, wir hätten eine gute Chance, vorne zu bleiben. Aber es hat einfach nicht funktioniert. Dass Philipsen noch hinter ihm war, erlaubte es Mathieu, defensiver zu fahren. Das war mein Nachteil und machte den Unterschied.“

Florian Vermeersch (UAE - Emirates - XRG / 30. / Sporza):
"Ich bin zufrieden mit meinem Rennen. Das Peloton kam schließlich zurück, aber ich wusste vorher, dass es schwierig ist, hier als Ausreißer durchzuhalten. Ich bin wirklich bis zu meinem Maximum gefahren, um zurückzukommen. Aber gegen die beiden ist es nicht einfach. Schließlich gibt es immer Teams, die sich noch organisieren können. Decathlon - CMA CGM hat heute sehr gut abgeschnitten. Wir haben alles versucht, ich war bei Mathieu und Wout, mehr kann ich nicht machen."

Alec Segaert (Bahrain Victorious / 37. / Sporza):
"Ich wollte die Lücke einfach so schnell wie möglich schließen. Als ich zu ihnen kam, kamen mir Zweifel: Soll ich sofort um das Podium kämpfen oder um den Sieg fahren? Diese Zweifel schwirren mir eigentlich immer noch durch den Kopf. In so einem Moment muss man sich sehr schnell entscheiden, aber letztendlich fahren wir um den Sieg. Ob das die richtige Entscheidung war, wird sich im Nachhinein zeigen.“

Arnaud De Lie (Lotto - Intermarché / Vierter / Sporza):
"Ich habe mich heute Morgen recht gut gefühlt. Es war vielleicht nicht mein bester Tag auf dem Rad, aber ich muss dem Prozess vertrauen. Ein vierter Platz in Wevelgem ist nach ein paar Wochen und Monaten voller Pech gut. Beim Sprint waren meine Beine völlig leer. Platz vier ist nicht schlecht, auch wenn es leider knapp nicht fürs Podium gereicht hat. Aber ich bin zufrieden.“

Paul Magnier (Soudal - Quick-Step / 58. / Sporza):
"Ich hatte auf den Plugstreets einen Platten und musste mit Bert (Van Lerberghe) das Rad tauschen. Meine Beine fingen an zu schmerzen, weil seine Sitzposition anders ist als meine. Schließlich schaffte ich es, wieder auf mein eigenes Rad zu wechseln. Kurz vor dem Kemmelberg schloss ich wieder zur Gruppe auf, aber ich befand mich in keiner guten Position und das Rennen war für mich gelaufen.“

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