Koch nach Sturz chancenlos

Wieder (fast) zu früh gejubelt: Wiebes holt das Wevelgem-Triple

Von Kevin Kempf

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Lorena Wiebes (SD Worx - Protime) jubelt fast zu früh.| Foto: Cor Vos

29.03.2026  |  (rsn) – Fast hätte Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) das Triple beim 13. Wevelgem-Wevelgem (1.WWT) verjubelt. Im Fünfersprint riss die Niederländische Meisterin die Arme früh in die Luft und guckte auf dem Zielstrich überrascht nach links, wo Fleur Moors (lidl – Trek) noch bedrohlich aufkam und denkbar knapp Zweite wurde. Platz drei ging an Karlijn Swinkels (UAE – ADQ) vor Elise Chabbey (FDJ United – Suez) und Eleonora Gasparrini (UAE – ADQ).

Ob sie irgendwas hätte besser machen können, lautete die erste Frage an die Siegerin im Flash-Interview. “Vielleicht sollte ich nächstes Mal dem Sportlichen Leiter keinen Herzstillstand besorgen“, lachte die. “Ich habe wohl wieder etwas zu früh gejubelt, aber dieses Mal hat es gereicht", erinnerte sie an das Amstel Gold Race 2024.

In Wevelgem war Wiebes die deutlich stärkste Fahrerin im Feld. "Ich spürte im Rennen, dass ich gute Beine hatte. Also dachte ich mir am Kemmel, dass ich einfach selbst Gas geben kann“, blickte sie zurück. Sie selbst war es, die die Spitzengruppe bei der letzten Passage am Kemmelberg nochmals teilte.

“Wir waren dann mit einer guten Gruppe vorn und alle haben mitgearbeitet. In den letzten Kilometern gab es dann natürlich Attacken von UAE“, so Wiebes. Die aber kamen nur von Gasparrini, während die anderen drei Begleiterinnen den Ball flach hielten und auf den Sprint gegen die SD-Worx-Fahrerin hofften. Gasparrini hatte der Niederländerin aber gerade beim ersten ihrer zwei Versuche einiges abverlangt. “Es war ein harter Sprint für mich“, urteilte die 27-Jährige dementsprechend.

Franziska Koch (FDJ United – Suez) büßte alle Chancen auf eine Topplatzierung ein, als sie kurz vor dem Baneberg, bevor die Vorentscheidung eingeleitet wurde, stürzte. Sie belegte letztendlich trotzdem Rang 13. Lea Lin Teutenberg (Lotto – Intermarché) war Teil der Gruppe des Tages.

So lief Wevelgem-Wevelgem:

Teutenberg bildete mit Idoia Eraso (Laboral Kutxa - Fundación Euskadi), Yonna van Dam (Citymesh – Customm) und Heidi Antikainen (Minimax) die Gruppe des Tages, der bis zu fünf Minuten Spielraum gegönnt wurde.

Mit noch 81 zu fahrenden Kilometern initiierte Lara Gillespie (UAE – ADQ) eine achtköpfige Verfolgergruppe, die nach sechs Kilometern wieder eingeholt wurde. Celia Gery (FDJ United – Suez) wagte 59 Kilometer vor dem Ziel einen Angriff, während van Dam und Antikainen vorn zurückfielen. Die Französin holte die abgehängten Athletinnen schnell ein, doch auch das Feld war bereits kurz dahinter.

Das Streckenprofil von Wevelgem-Wevelgem | Foto: Veranstalter

Das beendete 54 Kilometer vor dem Ziel alle Ausreißversuche, sodass man geschlossen in die zweite Hügelzone gehen konnte. Georgia Baker (Liv – AlUla – Jayco) und Laura Molenaar (VolkerWessels) setzten sich dort am Scherpenberg ab. Dahinter wurde ein ruhiges Tempo angeschlagen, was kurz vor dem Baneberg zum nächsten der äußerst zahlreichen Stürze führte. Dieses Mal war auch Koch betroffen.

Am Baneberg setzte sich Wiebes mit zehn Begleiterinnen um Chabbey ab. Am Kemmelberg bestimmte die Niederländerin selbst das Tempo, dem Chabbey, Gasparrini, Swinkels und Moors folgen konnten. Dieses Quintett setzte sich in den nächsten Minuten sowohl von den Verfolgerinnen als auch vom Peloton weiter ab.

Schnell war klar, dass die Fünf den Sieg unter sich ausmachen würden. Am Vier-Kilometer-Banner griff Gasparrini beherzt an. Sie riss direkt eine Lücke und Wiebes musste reagieren, was sie auch tat. Mit den anderen Drei am Hinterrad fuhr sie das Loch 2,4 Kilometer vor dem Ziel zu.

Statt direkt zu kontern, guckten sich die Konkurrentinnen an. Das Tempo war nun komplett raus und so kam sogar das Feld wieder ins Spiel. Mit noch 1,8 zu fahrenden Kilometern probierte es Gasparrini erneut, dieses Mal hatte die Niederländische Meisterin direkt das Hinterrad der UAE-Fahrerin. Die anderen drei blieben passiv. Wiebes musste im Wind auf den letzten Kilometer gehen und schlug dabei ein ruhiges Tempo an. Sie lancierte den Sprint früh von vorn und jubelte schon einige Meter vor der Ziellinie. Dabei unterschätzte sie aber Moors, die noch aufkam und den Zielstrich nur wenige Zentimeter nach Wiebes erreichte.

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