Katalonien-Rundfahrt guter Test für RB-Doppelspitze

Lipowitz “superhappy“ mit weiterem WorldTour-Podium

Von Jan Zesewitz

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Florian Lipowitz (Red Bull - Bora - hansgrohe) im Duell mit Jonas Vingegaard (Visma - Lease a Bike) bei der Katalonien-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

30.03.2026  |  (rsn) – Die erste Zusammenarbeit bei einem WorldTour-Etappenrennen der neuen Red Bull-Bora–hansgrohe-Doppelspitze bestehend aus Florian Lipowitz und Remco Evenepoel hatte ein wenig Symbolcharakter. Die Katalonien-Rundfahrt endete in Barcelona – an dem Ort, an dem in drei Monaten die Tour de France beginnt. Dort, zu diesem Zeitpunkt, soll diese Doppelspitze bestmöglich funktionieren. Und idealerweise Siege einfahren.

Bei der (sehr frühen) Generalprobe hat das noch nicht funktioniert. Evenepoel war am Ende der 1. Etappe nah dran am Sieg und auch im Finale der 3. Etappe – dort stürzte er und nahm sich die Chancen auf den Tagessieg und womöglich auch auf ein Top-Ergebnis in der Gesamtwertung. Dafür sprang Lipowitz ein und sicherte eine Podiumsplatzierung für den Raublinger Rennstall ab. Die katalanische Woche zeigte: Die Zusammenarbeit der beiden Kapitäne klappt bereits sehr gut – für einen Platz ganz oben auf dem Podium reicht es aktuell nicht.

"Insgesamt bin ich mit der Woche, wie wir gefahren sind, superhappy. Wir können stolz darauf sein. Heute wollten wir auf Sieg gehen. Am Ende sind wir gut gefahren, aber der Plan hat nicht ganz geklappt", sagte Lipowitz in einer Pressemitteilung seines Teams. Für den Deutschen liefen die sieben Tage fast überraschend gut. Im Vorfeld kündigte Lipowitz noch an, sich in den Dienst Evenepoels stellen zu wollen, da ihn in der Vorbereitung eine Krankheit etwas zurückgeworfen hatte.

Evenepoel arbeitet für Lipowitz

Nach Evenepoels Sturz wurden die Rollen vertauscht – und Evenepoel zeigte sich als absoluter Team-Player. Das ist vielleicht die beste Nachricht für das deutsche Team nach der Katalonien-Rundfahrt. "Er war fantastisch, hat einen super Job für mich gemacht. Dafür bin ich ihm unglaublich dankbar. Dass ein Weltmeister so etwas macht, ist einfach unglaublich”, sagte Lipowitz nach der Bergetappe nach Queralt am Samstag.

Der 25-Jährige kann aber durchaus stolz auf seine eigene Leistung sein. Zum fünften Mal stand Lipowitz in Barcelona auf dem Podium eines WorldTour-Etappenrennens. Bei der Katalonien-Rundfahrt ist er sogar der erste Deutsche in der Geschichte, dem dies gelang. Zur Wahrheit gehört, dass auch die Doppelspitze nicht in der Lage war, Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) in den Bergen Paroli zu bieten. Der Däne steht im Formcheck Richtung Tour klar über dem RB-Duo.

Trotz dieser Erkenntnis und einem fehlenden Etappensieg gilt: Die deutche Equipe kann mit einem guten Gefühl aus der katalanischen Metropole abreisen – im Wissen, mit zwei starken Kapitänen in drei Monaten zurückzukehren.

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