Viel Qualität an der Seite von Debütant Evenepoel

Pithie Fünfter in Waregem: Red Bull bereit für die Ronde

Von Paul Grosch

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Laurence Pithie (Red Bull – Bora – hansgrohe) wurde Fünfter bei Dwars door Vlaanderen. | Foto: Cor Vos

01.04.2026  |  (rsn) - Red Bull – Bora – hansgrohe präsentierte sich bei den bisherigen Kopfsteinpflaster-Klassikern deutlich stärker als noch im vergangenen Jahr. Auch bei der Generalprobe für die Flandern-Rundfahrt (1.UWT) wusste das deutsche Team zu überzeugen. Beim 80. Dwaars Door Vlaanderen (1.UWT) sorgte der Neuseeländer Laurence Pithie als Fünfter für ein Spitzenergebnis.

Zuvor hatten beim Omloop Nieuwsblad (1.UWT) Tim van Djike als Zweiter und Jordi Meeus als Siebter sowie Gianni Vermeersch mit Rang acht bei der E3 Saxo Classic (1.UWT), der 'kleinen Flandern-Rundfahrt', bereits geliefert.

Lediglich in den Massensprints von Kuurne-Brüssel-Kuurne (1.Pro) und In Flanders Fields – Middelkerke-Wevelgem (1.UWT) konnten die Raublinger nicht ganz vorne mitmischen. In Kuurne haperte es bei der Positionierung des Sprintzugs, in Wevelgem konnte Meeus nach einer Berührung mit Christophe Laporte (Visma - Lease a Bike) gar nicht erst losspurten.

Bei allen bisherigen Kopfstein-Klassikern fiel auf, dass die weiß-blauen Red-Bull-Trikots häufig vorne zu sehen waren. Das Team gestaltete die Rennen aktiv mit, sei es durch Attacken oder durch kontrollierte Tempoarbeit an der Spitze des Feldes. Man präsentierte sich also gut und kam dem eigenen Anspruch, eine Spitzenmannschaft zu sein, deutlich näher als das in Belgien vor zwölf Monaten der Fall war.

Verantwortlich für diesen Aufschwung bei den Eintagesrennen scheint neben den schon zur Saison 2025 hinzugekommenen van Djike-Brüdern und Pithie vor allem der diesjährige Neuzugang Vermeersch. Der Belgier war zuvor jahrelang einer der herausragenden Helfer von Superstar Mathieu van der Poel bei Alpecin – Premier Tech. Nun hilft er seinen neuen Teamkollegen bei der Positionierung vor den wichtigen Anstiegen und geht zudem selbst immer wieder in die Offensive.

Mick und Tim van Djike sind im Frühjahr ebenfalls in Bestform und auch Pithies Kurve zeigt deutlich nach oben – er erinnert an seine Verfassung von 2024, als er noch im Trikot von Groupama – FDJ in Flandern und vor allem bei Paris-Roubaix mit Platz sieben zu den Stärksten gehörte.

Ronde-Debütant Evenepoel wird auf Vermeersch bauen können

Bei der 110. Flandern-Rundfahrt stößt nun auch Remco Evenepoel zum Aufgebot. Der neue Superstar konnte zwar bei der Katalonien-Rundfahrt, auch bedingt durch einen Sturz auf der 3. Etappe, mit einem fünften Platz nicht die hohen Erwartungen im Gesamtklassement erfüllen.

Stark präsentierte er sich dort aber trotzdem als Helfer von Florian Lipowitz sowie mit seiner Offensivaktion auf eben jener Etappe 3 bis zu seinem Sturz auf den letzten Metern. Die dort gezeigte Dauerleistung, seine bekannte Zeitfahrstärke, wird ihm auch am Sonntag in Flandern helfen. Bei seinem Ronde-Debüt wird der Belgier rein physisch ganz sicher mit zum Favoritenkreis gehören. Allerdings steht mangels entsprechender Rennerfahrung bei der Ronde und den dort so wichtigen Positionskämpfen auch noch ein großes Fragezeichen hinter seinen Chancen.

Gerade im Positionskampf vor den entscheidenden Abschnitten wird Evenepoel auf den routinierten Vermeersch bauen müssen und wohl auch können. Danach sind die Beine entscheidend, um den zu erwartenden Attacken von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und van der Poel folgen zu können.

Seit 2018 kein Top-10-Ergebnis in Oudenaarde

Unvorbereitet wird Evenepoel aber natürlich nicht in Antwerpen am Start stehen. Das Projekt war über Monate hin vorbereitet worden, wie Team-Manager Ralph Denk betonte. “Die Verbindung zwischen Remco und der Flandern-Rundfahrt ist tief und emotional. Ein Plan wie dieser entsteht nicht kurzfristig. Wir haben das Thema bewusst unter dem Radar gehalten, um den Moment für die Fans als Überraschung – ausgerechnet am 1. April – zu setzen. Dass wir das über 100 Tage intern halten konnten, spricht für den Zusammenhalt in diesem Team“, wurde der Raublinger auf der Red-Bull-Website zitiert.

Gleichzeitig dürfte Denk sich aber auch über die jüngsten Ergebnisse seiner anderen Fahrer in Belgien freuen, wie nun eben auch bei Dwars door Vlaanderen mit Pithie. Denn auch wenn es mit Evenepoel am Sonntag nicht so gut laufen sollte, wie erhofft, hat man mit dem Neuseeländer sowie Vermeersch und den van-Dijke-Zwillingen eben sehr gute Karten auf das erste Top-Ten-Ergebnis seit Peter Sagans sechstem Platz 2018.

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