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03.04.2026 | (rsn) – Als erste Schweizerin ganz oben auf dem Siegerpodest bei der Flandern-Rundfahrt zu stehen - diesem Traum ist Marlen Reusser vom Team Movistar vielleicht so nahe wie nie zuvor. Abliefern konnte die 34-Jährige bei ihren fünf Teilnahmen an der “Ronde” immer, kommt das Streckenprofil mit ruppigem Pflaster und explosiven Anstiegen doch ihrem kraftvollen Fahrstil entgegen. Zu einem Platz unter den ersten Dreien hat es trotz dessen bis dato nicht gereicht, Rang 5 im Jahr 2022 war das, neben diversen weiteren Top-Ten Platzierungen, bisherige Maximum für die Frau aus der Nähe von Bern.
Reussers Sieg bei Dwars door Vlaanderen (1.WWT), als sie im Sprint Demi Vollering (SD Worx - Protime) - Mitfavoritin für die “Ronde” - niederrang, könnte dem Movistar-Star Team den entscheidenden Motivations-Kick für den kommenden Sonntag eingehaucht haben. Sollte es auf der Zielgeraden von Oudenaarde erneut zu einem finalen Sprint mit Vollering kommen, hat Reusser an Cleverness dazugewonnen - wie sie im Flash-Interview nach ihrem Erfolg andeutete: “Ich wusste, dass Cat (Ferguson) von hinten kam und ich nur an Demis Hinterrad bleiben musste. Wir hatten mal bei der Tour de Suisse eine genau umgekehrte Situation und heute die Karten in unserer Hand, dass ich an ihrem Hinterrad bleiben konnte. Das war ideal!”
Dass es überhaupt so weit kommen konnte, war im Vorfeld mit viel Ungewissheit verbunden, wie Reussers Coach, Hendrik Werner auf Nachfrage von RSN erzählte: “Durch Marlens Verletzung bei der UAE Tour war unsere Situation vor Dwars door Vlaanderen schon mit einigen Fragenzeichen durchsetzt. Der Sieg hat ihr natürlich auch Vertrauen für Flandern gegeben, da sie überhaupt gar nicht wusste, ob sie mit der lädierten Schulter über das ruppige Pflaster fahren kann“, schilderte Werner eine Art Erleichterung bei seinem Schützling. “Wir haben aber in unserer Vorbereitung keinen speziellen Fokus auf die Klassiker, sondern die kommenden Rundfahrten gelegt“, so Werner weiter. “Und die flämischen Rennen sind so speziell, die bergen so viele Unwägbarkeiten in sich, dass Marlen glücklich ist, sich von einem starken Team – und damit mehreren möglichen “Karten“ – umringt zu sehen.“
Und sollte der entschärfte Streckenverlauf den Trumpf Reusser nicht stechen lassen, hat ihr Team mit Liane Lippert samt Ferguson ein Backup, das selbst um den Sieg mitfahren kann. Sowohl die Friedrichshafenerin als auch die erst 19-jährige Britin überzeugten mit einem starken Frühjahr, in dem beide schon Siege einfahren konnten. Ferguson gewann im Januar bei der Saisoneröffnung auf Mallorca die Trofeo Llucmajor (1.1) sowie eine Etappe der Valencia-Rundfahrt (2.Pro), Lippert konnte bei der Vuelta CV Feminas (1.Pro) jubeln.
Nach Platz drei im Vorjahr, als sie nur Lotte Kopecky (SD Worx – Protime) und Pauline Ferrand-Prévot (Visma – Lease a Bike) im Sprint den Vortritt lassen musste, ist der Etappengewinnerin bei Tour und Giro am ehesten zuzutrauen, aus der Riege der deutschen Starterinnen den ganz großen Wurf zu landen. Dieser gelang bisher nur Judith Arndt (2008 und 2012) sowie Ina-Yoko Teutenberg (2009).
Ob Movistar mit dieser Mannschaftskonstellation die in diesem Jahr wieder erstarkte Kopecky entthronen kann, wird sich zeigen. Kopeckys Generalprobe für die Flandern-Rundfahrt, als sie bei Dwars door Vlaanderen mit einem Rückstand von sieben Sekunden lediglich Rang 12 belegte, lässt keine Unruhe bei der zweimaligen Straßenweltmeisterin (2023/2024) aufkommen. "Ich war vielleicht ein bisschen zu passiv, aber das Gefühl war gut", meinte sie gegenüber Wielerflits nach dem Rennen. "Nach letztem Jahr weiß ich auch, dass dieses Rennen überhaupt kein Indikator für die Flandern-Rundfahrt ist. Letztes Jahr habe ich alle Farben des Regenbogens in Waregem gesehen, aber am Sonntag hatte ich einen perfekten Tag und alles fügte sich zusammen."
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